Seelbach Neujahrsempfang: Thomas Schäfer wünscht sich Zuversicht

Diese Sportler aus Seelbach haben im Vorjahr Beachtliches geleistet, wofür sie nun von Bürgermeister Thomas Schäfer (Zweiter von rechts) geehrt wurden. Foto: Kiryakova

Seelbach - Thomas Schäfer hat die Besucher des Neujahrsempfangs zu Tatkraft und Optimismus aufgefordert. Das neue Jahr stellte der Bürgermeister unter das Motto "Zuversicht".

Der Rathauschef sprach auch von Gottvertrauen, das gläubige Christen verspüren würden. Es bedeute nicht, "die Hände in den Schoß zu legen und warten, bis der Staat sich um mich kümmert, sondern zupacken und aktiv werden." Konkret regte er an, einen Verein zu gründen, der sich um den Umweltschutz in Seelbach kümmert. Sollten Bürger hierzu die Initiative ergreifen, "bin ich mit im Boot", versprach Schäfer.  

Rathaus und Löffler-Areal: Der Bürgermeister hatte sich Stichworte zurechtgelegt, hielt ansonsten aber eine freie Rede, bei der er mitten auf der Bühne stand, nicht hinter einem Pult. Schäfer blickte zuerst aufs alte Jahr zurück, zeigte auf einer Großleinwand Szenen aus 2019, zum Beispiel die Ernennung Gerhard Juchheims zum Ehrenbürger. Dann sagt er, was im neuen Jahr kommt – etwa die weitere Sanierung des Ortskerns. An der Großbaustelle Rathaus werde weiter gearbeitet, im Frühjahr 2021 solle die Verwaltung in das dann fertig sanierte Gebäude einziehen. In diesem Frühjahr werde man zur Besichtigung der Rathausbaustelle einladen, beim Löffler-Areal sei ebenfalls ein Tag der offenen Tür geplant. Schäfer kam auch darauf zu sprechen, dass es kritische Stimmen im Ort zur Gestaltung des Löffler-Areals gibt – "andere Meinungen kann ich akzeptieren", so der Rathauschef dazu.  

Ortsdurchfahrt: Auch die Gestaltung des Verkehrsraums vom "Bären" bis zur Eisdiele werde weiter vorangebracht, so Schäfer. Man wolle den Neuausbau der Ortsdurchfahrt inklusive der Deckensanierung im Spätjahr ausschreiben und im Frühjahr 2021 mit den Arbeiten beginnen. Es werde eine leistungsfähige Umleitung geben, sicherte Schäfer zu.  

Bauland: Es vergehe keine Woche, in der er nicht eine Anfrage nach Bauland erhalte, so Schäfer. Deshalb stehe jetzt schon fest, dass die 23 bis 25 Grundstücke auf dem Oberen Feld III in Wittelbach begehrt sein werden. Man wolle das Bebauungsplanverfahren einleiten und das 1,6 Hektar große Areal bis Ende 2021 zur Baureife bringen.  

Schule und weitere Projekte: Schäfer hob auch die Weiterentwicklung des Geroldsecker Bildungszentrums hervor, das zurzeit von 666 Schülern besucht wird. Um den Schulstandort im Tal zu sichern, solle der Campus modernisiert und erweitert werden. Gut sieben Millionen Euro soll der Ausbau kosten, wobei das Geld aber auf mehrere Jahre verteilt werden soll. Doch nicht nur das Gebäude soll aufgewertet, sondern auch die Schulsozialarbeit und die Betreuung der Grundschüler personell verstärkt werden. Die Digitalisierung des Bildungszentrums werde man ebenfalls vorantreiben, versprach Schäfer, der auch auf weitere anstehende Aufgaben zu sprechen kam. Etwa die Erweiterung des Schlachthauses der Erzeugergemeinschaft Weideland, für die im Haushalt 2020 Mittel vorgesehen seien.

Finanzierung gesichert: Alles, was man vorhabe, könne man auch bezahlen, so Schäfer; die Finanzierung der Projekte sei gesichert. Die Gemeinde komme weiter ohne Kredite aus, würde 2020 sogar rund 283000 Euro an alten Schulden tilgen. "Wir verfolgen konsequent den Weg der Entschuldung", so Schäfer. Ende 2020 würden die Schulden im Kernhaushalt 2,1 Millionen Euro betragen, bei einer Zinslast von 65 000 Euro oder 2,7 Prozent.

Blick zurück in Trauer: Schäfers Rede enthielt nicht nur optimistische Aussagen zur Zukunft, vielmehr erinnerte er daran, dass es im vergangenen Jahr auch traurige Momente gegeben und man Verluste zu beklagen hatte. Er nannte Bürger, deren Tod eine schmerzhafte Lücke hinterlassen habe: Gemeinderat Mirko Sahl, Bauhofmitarbeiter Hans Jörger, den stellvertretenden Bauamtsleiter Wolfgang Singler, Feuerwehrmann Ralf Kunzelmann und Bruno Thost, den Ehrenintendanten der Freilichtspiele.  

Defilee zu Beginn: Der Neujahrsempfang war in Seelbach wieder ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges, das sich rund 450 Besucher nicht entgehen lassen wollten. Ungefähr 50 von ihnen standen am Ende auch selbst auf der Bühne – als zu ehrende Sportler, deren Erfolge Hauptamtsleiter Siegfried Kohlmann schwungvoll vortrug. Zu Beginn des Abends hatten Schäfer, Mitglieder des Gemeinderats und "Katharina" Laura Fehrenbach alle Besucher per Handschlag begrüßt.

"Katharina" erzählt von ihrem Amt

Fehrenbach hatte dann noch einen sympathischen Auftritt: Sie erzählte auf der Bühne, dass sie "fast 18 Jahre alt" sei, im Seelbacher Rathaus eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen habe und ihr Amt als Katharina aufregend, aber auch schön sei. Beim Katharinenmarkt sei sie von vielen Menschen angesprochen und um ein Foto gebeten worden.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang im Bürgerhaus von Sänger Bodo Schaffrath und Cellistin Mathilda Meier mit Liedern aus der Feder Schaffraths. Für das Duo gab es viel Applaus. Über die Spendenübergabe des Dorffest-Erlöses werden wir noch berichten.

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