Seelbach Oberkommissar warnt vor Gutgläubigkeit

Seelbachs VdK-Vorsitzender Gerhard Schmidt (von links, Polizeioberkommissar Ralf Kaufmann und Bürgermeister Thomas Schäfer freuten sich über das große Interesse an dem Vortrag zur Kriminalitätsprävention. Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Seelbach. Wie wichtig die Aufklärung älterer Menschen vor Kriminalität ist, hat in der vergangenen Woche ein besonders perfider Fall in Lahr gezeigt. Dort ist ein älterer Mann in einer "Enkel-Falle" um viel Geld geprellt worden (wir haben berichtet).

Senioren werden nicht öfter Opfer von Straftaten als andere Altersgruppen. Jedoch sind sie von bestimmten Straftaten besonders stark betroffen, beispielsweise dem Enkeltrick oder dubiosen Kaffeefahrten. Die Angst, bestohlen, betrogen oder beraubt zu werden, beeinflusst gerade bei dieser Altersgruppe sehr stark das subjektive Sicherheitsgefühl und die Lebensqualität.

In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung hatte deshalb der VdK-Ortverband Seelbach zum Infonachmittag eingeladen. Ralf Kaufmann vom Polizeipräsidium Offenburg sprach darüber, wie sich Senioren vor Kriminellen schützen können. Wie wichtig dieses Thema für ältere Menschen inzwischen geworden ist, zeigte der gute Besuch der Veranstaltung im Bürgerhaus. VdK-Vorsitzender Gerhard Schmidt und Bürgermeister Thomas Schäfer freuten sich über das große Interesse.

Mit vielen, durch Einspielungen sehr anschaulich gemachten Beispielen zeigte Kaufmann, wie ältere Bürger Opfer von Verbrechern werden. Dabei werde ihr Vertrauen in andere Menschen mitunter schamlos ausgenutzt.

Betrüger geben sich als Amtspersonen aus, um Vertrauen zu gewinnen

Etwa wenn beim sogenannten Enkeltrick Großeltern mit angeblichen Unfällen und Krankheiten in Panik versetzt werden und dann alles tun, um vermeintlich ihren Angehörigen Hilfe zu leisten. Betrüger leben immer wieder ältere Menschen mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen herein, etwa mit einem angeblichen Unwohlsein, das als Grund genannt wird, die Haustür zu öffnen. Auch als Amtspersonen geben sie sich aus, um so das Vertrauen von Senioren zu erschleichen. Ein weites Feld für betrügerische Machenschaften sind außerdem das Internet und sogenannte Gewinnbeteiligungen, die aber stets an Bedingungen geknüpft sind.

Kaufmann riet den Zuhörern, sich vorher zu vergewissern, wer vor der Wohnungstür steht und reingelassen werden will. Auf keinen Fall sollte man Unbekannten Geld aushändigen – auch wenn sie versichern, im Auftrag von Angehörigen zu kommen. Außerdem gab er den Rat, in Zweifelsfällen oder bei Gefahr immer den Notruf 110 zu wählen.

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