Seelbach Kinder lernen bei Gefahr, richtig zu handeln

Ronja Gralla erklärt, wie die Kinder am besten auf den schwarzen Pad schlagen. Foto: Kiryakova Foto: Lahrer Zeitung

Seelbach. Ronja Gralla, die diesen Kurs für Erwachsene beim Turnverein leitet, zeigte den Teilnehmern, wie in "Gefahrensituationen" richtig zu handeln wäre. Nele, neun Jahre alt, hat Spaß an Bewegung. Als sie das erzählt, geht es um korrektes Abrollen – auf den Turnmatten. Es geht hier um die richtige Technik, zu fallen, ohne sich zu verletzen. Gleichzeitig lernen die Kinder da auch, sich beim Hinfallen zu schützen. Durch weitere Bewegungsspiele lernen die Kinder, was Körpersprache aussagen und dass jedes Kind damit klare Grenzen setzen kann. Auch die Stimme anheben und laut und deutlich "Stopp" sagen, ist eine Art Selbstschutz.

 

Der Kampf mit einem "Angreifer" spielt bei dem Kurs für Kinder nur eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu Training mit Erwachsenen, die Griffe und Schläge lernen, basiert das Training für die Kinder darauf, einen Übergriff rechtzeitig zu erkennen und deutliche Signale dagegen zu setzen. Auch mittels Körpersprache kann ein klares Haltesignal vermittelt werden.

Jeder Mensch habe eine sogenannte Wohlfühlzone, erklärt Gralla den Kindern. Dazu gehören Nähe aber auch Distanz zu anderen Menschen. Oft habe die Erziehung daran schuld, dass Kinder nicht lernen, diese Zone zu zeigen. Das könnte als Unhöflichkeit falsch ausgelegt werden. In der Halle hieß das, dass zwei Teilnehmer aufeinanderzugehen. Einer sollte dann seine Grenze artikulieren. Elias, neun Jahre alt, kennt ein wenig Krav Maga, da seine Mutter den Kurs im Turnverein besucht. Daher wollte er selbst erleben, was dahinter steckt. Die elfjährige Svenja sagte, dass sie vorbereitet sein wolle, falls einmal etwas passieren würde.

Das ist auch die Absicht der Trainerin gewesen. Krav Maga mit Kindern diene vor allen als Prävention, sagte Gralla zu der Idee, diesen Kurs das erste Mal beim Seelbacher Ferienprogramm anzubieten. Dass sich für die zwei angebotenen Kurse 30 Kinder angemeldet haben, spricht für diese Ansicht.

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