Seelbach Gesamter Luftkurort soll profitieren

Nicole Straub (von links) Geschäftsführerin Firma Baum, die die Wärmeleitungen verlegt, Manfred Uhl vom Seelbacher Bau- und Umweltamt, Bürgermeister Thomas Schäfer sowie Geschäftsführer Hansjörg Vollmer und Projektleiter Christoph Vollmer von der Firma WTS freuen sich über den Start der Arbeiten. Foto: Gemeinde Foto: Lahrer Zeitung

Die Arbeiten am Nahwärmenetz in der Ortsmitte Seelbach haben begonnen. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, mit dem die Gemeinde große Erwartungen verknüpft.

 

Seelbach (red/sl). Start für die Bauarbeiten war in der Vorwoche beim Geroldsecker Bildungszentrum. Deshalb gibt es Behinderungen bei der Zufahrt zur Schule, der evangelischen Kirche und bei der Nutzung des Friedhofwegs, für die die Gemeinde um Verständnis bittet.

Folgende kommunalen Gebäude werden in Seelbach an das Netz angeschlossen: Bauhof, Feuerwehr und DRK; Sporthalle; Bürgerhaus; Rathaus; Gerolds­ecker Bildungszentrum mit der Schulsporthalle. Darüber hinaus werden auch die Neubebauung auf dem Löffler-Areal, das Pflegeheim St. Hildegard, die evangelische Kirche und das betreute Wohnen in der Ludwig-Auerbach-Straße mit der Nahwärme verbunden. Mit dem Verlegen der Wärmeleitungen ist die Firma WTS aus Oberkirch beauftragt, die die im Bauhof, der Sporthalle, dem Bürgerhaus und in der Schule vorhandenen Heizräume nutzt. Im Bauhof wird eine Holzhackschnitzelheizung, im Heizraum der Sporthalle wird ein Blockheizkraftwerk eingebaut. Weitere mit Gas betriebene Notkessel werden im Bürgerhaus und in der Schule installiert, berichtet die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Die Firma WTS wird auch eine Photovoltaikanlage installieren, die mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe verbunden wird und im Sommer Warmwasser für Schule, Schulturnhalle und Löffler-Areal bereitstellen soll. Der überschüssige Strom wird in der Schule verbraucht, oder in das Stromnetz eingespeist. Installiert wird die Anlage auf dem Dach des östlichen Schulanbaus.

Der Vorteil des Nahwärmenetzes: Im Vergleich zu den jetzigen Einzelheizungen sollen in den Gebäuden rund 350 Tonnen CO² jährlich eingespart werden. Als sogenannter Contractor wird sich die Firma WTS in vollem Umfang um den Aufbau, den Vertrieb und den Service des Netzes kümmern. Sie trägt auch das finanzielle Risiko.

WTS wird auch die Lüftungs- beziehungsweise Beheizungstechnik in der Sporthalle und dem Bürgerhaus erneuern, da diese Anlagen technisch überholt sind.

Bürgermeister Schäfer stellt fest, dass die Gemeinde mit diesem Projekt ein neues Kapitel in der Energieversorgung aufschlägt. Er zeigt sich erfreut, dass WTS so zügig mit der Umsetzung begonnen hat. Bereits zum 1. November 2018 soll das Nahwärmenetz in Betrieb gehen.

Seelbach ist seit 1969 staatlich anerkannter Luftkurort, ein Prädikat das alle zehn Jahre überprüft wird. Bei der nächsten Prüfung wird diese Innovation einige Pluspunkte bringen, insbesondere im Hinblick auf die CO²-Einsparung, ist man bei der Gemeindeverwaltung überzeugt. Außerdem wird die Abgasreinigung der Holzhackschnitzelheizung mit einem Elektrofilter ausgerüstet. Damit können Abgasgrenzwerte – besonders die Feinstaubbe­lastung­ –­ deutlich unterschritten werden.

Bei der Nahwärme wird die thermische Energie einer zentralen Heizungsanlage an mehrere Abnehmer verteilt. Verbraucher benötigen, wenn sie ein Nahwärmenetz nutzen, keinen eigenen Wärmeerzeuger mehr und sparen dadurch Platz und Kosten. Durch die niedrigeren Reparatur- und Instandhaltungskosten reduzieren sich auch die laufenden Kosten. Gegenüber dem Fernwärmenetz bringt das Nahwärmenetz noch den Vorteil eines höheren Wirkungsgrades mit sich, da die zu überwindenden Distanzen sehr viel kürzer sind.

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