Seelbach Festessen auch für die Tiere

Felicitas Fehrenbach mit ihren Eseln auf dem Kempfenhof im Litschental. Auch an Feiertagen macht der Hof viel Arbeit. Foto: Kiryakova

Seelbach - Viele werden die zwei Weihnachtsfeiertage zum Ausschlafen und Entspannen nutzen. Für Felicitas Fehrenbach, die auf dem Kempfenhof im Litschental mit vielen Tieren lebt, gibt es in der besinnlichen Zeit jedoch viel Arbeit.

Tiere gehören seit der Kindheit dazu

Mindestens vier Katzen, ein Hund, 13 Pferde, Esel, Ponys, Lamas, Ziegen, Hühner, Meerschweinchen, Rothirsche und Kaninchen leben auf dem Kempfenhof. Die müssen natürlich alle täglich versorgt werden. "Seit meiner Kindheit gehört das dazu", sagt die ehemalige "Katharina" Felicitas Fehrenbach und streichelt einen Kater, der es sich beim Besuch der Lahrer Zeitung auf ihrem Schoss gemütlich gemacht hat. Er genießt die Streicheleinheiten sichtlich. "Lange im Bett bleiben und Faulenzen – das geht nicht." Dass sich manchen Menschen aufregen, wenn sie früh aufstehen müssten, versteht sie nicht. "Ich muss das an sieben Tagen in der Woche machen."

Die Pferde bekommen als erstes Frühstück, sie brauchen morgens Kraftfutter und Heu. Wenn das nicht rechtzeitig serviert würde, "trampeln sie mit den Hufen." Das wäre nicht zu überhören. Felicitas’ Mutter Rosi ist noch früher auf den Beinen und versorgt die Kleintiere.

Tannenbaum als vorgezogenes Festessen

Von dem Fest sollen auch die Tiere etwas haben. So hängt am Eingang zum Stall ein Mistelzweig. Der soll den Hofbewohnern Gesundheit versprechen. Schon jetzt knabbern die Esel und die Pferde die Weihnachtsbäume an – für sie ein vorgezogenes Festessen. Offensichtlich schmecken die Nadeln und die feinen Äste gut. Es bleibt in der Regel nur der Stamm übrig. Den feinen Duft der Tannen würde man sogar im Atem der Tiere riechen können, erzählt Fehrenbach. An den Weihnachtsfeiertagen gibt es zusätzlich Leckerlis wie Karotten und Äpfel. Einige, die auf dem Hof bei der Versorgung helfen, würden Geschenke wie speziellen Karottenkuchen mitbringen.

Zusätzlich benötigen die größeren Tiere auch an den Feiertagen Bewegung und Auslauf. Die Ponys hätten schon "Coronaspeck" angesetzt, weil es keine Feriengäste geben würde und die Tiere daher öfter im Stall bleiben. Fehrenbach hat an den Feiertagen so viel zu tun, dass sie meistens als Letzte zum gemeinsamen Familienessen auftaucht. "Dann sitzen alle herausgeputzt am Tisch und warten auf mich. Wenn ich komme, rieche ich noch nach Pferden oder habe Heu im Haar", lacht sie.

Gäste müssen dieses Jahr fern bleiben

"Nach 47 Jahren ist Weihnachten auf dem Hof ohne Gäste etwas ganz Ungewöhnliches", ergänzt Rosi Fehrenbach. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es ruhiger geworden. Viele langjährige Gäste wollten kommen – frei nach dem Motto: "Wir gehören doch zur Familie" – aber die Bestimmungen lassen da keine Ausnahmen zu. Auch Silvester wird es daher ruhig. Raketen oder Böller hat es hier – aus Rücksicht auf die Tiere und die Brandgefahr – noch nie wirklich gegeben. Gäste haben sich, falls es Feuerwerk geben musste, einen eigenen Platz unter-halb des Hofes gesucht.

Rätsel um Ochs und Esel 

In Weihnachtsliedern werden sie häufig erwähnt, in vielen Krippen gehören die Figuren dazu: Ochs und Esel. In der Bibel werden diese beiden Tiere jedoch gar nicht als Augenzeugen von Christi Geburt erwähnt. Dort ist nur von Schafen die Rede, die bei Maria und Josef im Stall waren.

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