Seelbach Erster Blick auf aufwendige Kulisse

Das Team des Bauhofs hat alle Hände voll zu tun: Albert Fehrenbacher (links) und Joachim Schnurr vor der fast fertigen "Cantina". Die Bar wird ein wichtiger Treffpunkt für die Charaktere des Stücks sein. Foto: Kiryakova Foto: Lahrer Zeitung

Die Vorbereitungen für die Seelbacher Freilichtspiele sind im vollen Gange. Am Mittwoch haben Hauptamtsleiter Siegfried Kohlmann und Albert Fehrenbacher vom Bauhof die Arbeiten am Bühnenbild vorgestellt.

 

Seelbach. Seit Jahren beginnen am letzten Wochenende der Sommerferien die Freilichtspiele. Die Besucher aus Seelbach und der Umgebung sind auf die Vorstellungen gespannt. Wie wird das Stück, in diesem Fall die Legende des Zorro, inszeniert? Welcher Seelbacher Darsteller spielt mit und welche Rolle? Wie sieht das Bühnenbild aus? Es sind noch sieben Wochen bis zur Premiere, die Plakate hängen bereits und der Vorverkauf hat vor zehn Tagen begonnen.

Es gibt in diesem Jahr aber noch eine Premiere vor der Uraufführung: Die Gemeinde hat am Mittwoch einen Blick auf die Anfertigung der Kulisse im Bauhof gewährt. Bisher lief diese aufwendige Arbeit Jahr für Jahr nur im Hintergrund ab. Das fertige Bühnenbild gab es bisher erst unmittelbar vor der jeweiligen Premiere zu sehen. Fehrenbacher und Kohlmann präsentierten die bereits fertigen Teile, die ein sehr aufwendiges Bühnenbild ergeben werden.

Die Kulisse wird sich im Stück viermal stark verändern: Das wichtigste Bild ist eine "Cantina", der Treffpunkt im Ort. Ein anderes Bild ist eine Klosterkirche mit echter Glocke, außerdem ein Galgen. Bisher ist dieser nur auf einer Skizze für das Bühnenbild zu sehen.

Niemand wird am Galgen aufgeknüpft

Die hat Helmut Mühlbacher entworfen, der seit vier Jahren als Bühnenbildner dabei ist. Wirklich aufgehängt werde allerdings niemand, beruhigen Kohlmann und Fehrenbacher. Die Freilichtspiele sind familienfreundlich, Kinder sollen den Held Zorro auch lieben können. Eine Besonderheit ist die Größe der gesamten Kulisse. Die "Cantina", die bereits fertig ist, misst 4,4 Meter mal 5,2 Meter. Daher konstruiert das Team im Bauhof die Kulisse so, dass die Einzelteile transportiert werden können und erst auf der Bühne im Klostergarten ein fertiges Bild ergeben.

Dann gibt es noch eine Herausforderung für das Team. Sollte es regnen, muss dieselbe Kulisse auf der Bühne im Bürgerhaus aufgebaut werden können. Das wünscht sich sicher niemand, da die Atmosphäre der Freilichtspiele in den Klostergarten gehört. Aber der Fall der Fälle ist damit abgesichert. Wert legt Fehrenbacher auch auf die Nachhaltigkeit. 90 Prozent der Kulissen sind aus Holz angefertigt und lassen sich recyceln. Neben dem Handwerk gehört zur Umsetzung der Skizzen auch Kreativität. Es gilt auch hier, eine Illusion zu schaffen. Das, was wie Stein aussieht, ist nicht aus Stein. Hier hilft Farbe. Eine Requisite fehlt allerdings. Ein Pferd, laut Drehbuch Teil des Zorro in Seelbach, wird dagegen echt sein.

Zorro wurde wahrscheinlich nach der Vorlage eines mexikanischen Volkshelden erfunden, weshalb Regisseurin Katja Thost-Hauser die Geschichte auch am Ende des 18. Jahrhunderts in Kalifornien spielen lässt, das damals noch zu Mexiko gehörte. Mit Maske, Umhang und Degen kämpft Zorro im Dienste der Armen für mehr Gerechtigkeit und Freiheit. Die Premiere im Klostergarten ist am Samstag, 8. September.

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