Seelbach Domenico Bologna hört beim FSV auf

Domenico Bologna ist nach der verwehrten Aufstiegschance enttäuscht und hat daher sein Traineramt beim Bezirksligisten FSV Seelbach mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Überraschung beim FSV Seelbach: Trainer Domenico Bologna hört mit sofortiger Wirkung auf und legt eine Fußballpause ein. Hauptgrund ist die Enttäuschung über die fehlende Aufstiegschance. Seine Nachfolge beim FSV ist noch nicht geklärt.

Mit dem FSV Seelbach hat Trainer Domenico Bologna eine starke Saison gespielt, nach 18 Spieltagen stand der Bezirksligist auf Rang zwei und war auf dem besten Weg, sich für die Relegation zu qualifizieren. Doch bekanntlich wurde daraus nichts, nach dem Abbruch dürfen nur die Meister aufsteigen. Seelbach und viele andere Tabellenzweite schauen dementsprechend in die Röhre. Bologna zieht daraus nun persönliche Konsequenzen: Am Dienstag hat er die Seelbacher Mannschaft informiert, dass er sein Traineramt mit sofortiger Wirkung niederlege. "Ich habe derzeit nicht mehr ausreichend Motivation und werde zeitweise eine Pause einlegen", sagte er am Mittwochmittag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Domenico Bologna fehlt es an Motivation

Hintergrund seines Rücktritts – eigentlich hatte er schon im Laufe der Saison seinen Vertrag verlängert – ist die Entscheidung des Verbandstags vom 20. Juni. Mit großer Mehrheit wurde damals entschieden, dass die Saison abgebrochen wird und dass nur die Meister der jeweiligen Staffeln aufsteigen dürfen. Absteiger gibt es ebenso wenig wie Relegationsspiele oder ein Aufstiegsrecht für Tabellenzweite. Zwar hatten im Vorfeld des Verbandstag 28 Vereine – darunter auch der FSV Seelbach – einen Antrag gestellt, der ein Aufstiegsrecht für die Zweiten vorgesehen hatte. Doch dieser Antrag fand bei den Delegierten keine Mehrheit. "Wir sind natürlich enttäuscht. Aber wir nehmen das so an und versuchen, nächste Saison sportlich zu antworten", sagte Seelbachs Sportliche Leiter Ralph Linster nach der Entscheidung.

Bezüglich Bologna hatte er sich jedoch vor etwas mehr als einer Woche optimistisch geäußert. Denn dass der FSV-Trainer mit der Entscheidung, die Zweiten nicht aufsteigen zu lassen, nicht einverstanden ist, war schon lange bekannt. Mitte Mai hatte er bereits anklingen lassen, im Falle der endgültigen Entscheidung über persönliche Konsequenzen nachdenken zu wollen. Dieser Ankündigung hat er nun Taten folgen lassen, zumindest in der kommenden Saison will er keinen Job an der Seitenlinie annehmen.

Für Bolognas Entscheidung habe man Verständnis, auch wenn man natürlich enttäuscht sei, sagte Linster am Mittwochnachmittag. "Der Zeitpunkt ist natürlich denkbar ungünstig – wir hätten gerne mit ihm weitergemacht", so der Sportliche Leiter weiter. Das kam für Bologna jedoch nicht in Frage. "Ich finde nach der Entscheidung die Überzeugung nicht mehr – dafür war die Entscheidung zu weitrechend", erklärt Bologna seine Beweggründe. "Verlierer wurden zu Gewinnern gemacht und Gewinner werden zu Verlierern", sagt er und meint damit, dass kein Team absteigen muss, die Zweiten jedoch keine Chance auf den Aufstieg bekommen.

Rücktritt ist aber noch lange kein Karriereende

"Ich wollte mit dieser Mannschaft aufsteigen", sagt er. Momentan aber sei er zu enttäuscht, um weiterzumachen. "Jetzt brauche ich Zeit." Ein Ende seiner Trainerkarriere ist der Rücktritt in Seelbach aber auf keinen Fall, sagt der 35-Jährige. In der kommenden Saison, deren Start für Ende August geplant ist (siehe Artikel unten), werde er jedoch nicht als Trainer aktiv werden. Er wisse auch, dass er den FSV in eine unangenehme Lage bringe und entschuldige sich dafür.

Für die Seelbacher Verantwortlichen beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger für Bologna. Zum derzeitigen Stand gebe es jedoch noch nichts zu vermelden, sagt Linster. "Wir haben den Anspruch, für die Mannschaft die bestmögliche Lösung zu finden", verdeutlichte er. Wer das am Ende sein wird, ist offen. Klar dürfte sein, dass es bessere Zeitpunkte für die Trainersuche gibt. Bologna selbst rührt daher auch noch mal die Werbetrommel. "Wenn der Kader so zusammenbleibt, hat mein Nachfolger eine super Mannschaft zur Verfügung", ist er überzeugt.

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