Seelbach Keine Variante kann überzeugen

Vier Bauvarianten für das Obere Feld III standen im Ortschaftsrat zur Auswahl. Auf eine Variante einigten konnten sich die Räte aber nicht. Nun soll das Ingenieurbüro die Pläne überarbeiten. Kritik gab es außerdem wegen der geplanten Zufahrt.

Wittelbach. Viele Anwohner der betroffenen Straßen aus Wittelbach waren bei der Sitzung in Seelbach anwesend, um ihren Unmut zu äußern. Es gab vor allem Bedenken über dem Plan, dass die Reformstraße und der Sonnenberg als Baustraßen und Zufahrt ausgewiesen werden sollen. In der Reformstraße wohnen viele Familien mit kleinen Kindern. Daher wollte man, so der Tenor, keinen weiteren Verkehr auf einer "schon viel befahrenen Straße". Außerdem sei der Gehweg zu schmal und nicht für Fußgänger geeignet.

Viele Anwohner nutzen daher die Straße als Fußweg, auch für Kinder, die dort wohnen, ist die Straße eine Art Spielplatz. Ein weiteres Argument: Die Kurve von der Reformstraße zum Sonnenberg sei für Baufahrzeuge zu eng. Die Kurve sei jetzt schon gefährlich. Der alternative Vorschlag einiger Betroffener, andere Zufahrtswege anzulegen – etwa nach dem Rathaus über die Oberdorfstraße – würde über Privatgelände führen und sei daher zurzeit nicht möglich, so der Ortsvorsteher Werner Göhrig (WVW).

Lukas Ross vom Ingenieurbüro Zink stellte die vier Vorentwürfe vor. Angedacht sind einzelne Häuser, Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser oder eine Kombination aller drei Typen.

Diskussion um Anzahl der Stellplätze

Auf der Fläche des Baugebietes wären zwischen 22 und 27 einzelne Grundstücke möglich. Laut der Vorlage seien alle vier Varianten "städtebaulich vorstellbar und vertretbar". Die Seelbacher Verwaltung favorisierte allerdings die Variante 4: weniger Flächenverbrauch und günstigere Baupreise.

Die Räte lehnten letztendlich alle vier Varianten nach einer längeren Diskussion ab. Karsten Hinrichsen (SPD) sieht Probleme bei dem Bau von Mehrfamilienhäusern, da diese eine Höhe von zwölf bis 15 Metern haben würden. Das passe landschaftlich nicht in das Gesamtbild. Josef Haas (WVW) schloss sich seinem Vorredner an. Er kritisierte die Reihenhäuser (Variante 2) als zu "voluminös". Er dachte eher an mehrere und kürzere Einheiten. Martin Kopf erklärte, dass für ihn grundsätzlich jede der Varianten möglich sei. Er stellte aber die Überlegung an, welche dieser Alternativen zum Ort am besten passen würde. Thomas Himmelsbach (WVW) lehnte die Mehrfamilienhäuser ab, da es so etwas in Wittelbach bisher nicht gebe. Die Reihenhäuser mit einer langen Fassade in Richtung Straße würden auch nicht passen. Das sollte neu gestaltet werden.

Diskutiert wurde auch über die Stellplätze in dem neuen Wohngebiet. Eingeplant waren 1,5 Plätze pro Wohneinheit. Da aber heute Familien in der Regel zwei Autos haben, wäre es dann zu eng, wenn man noch mit Gästen oder Besuchern rechne, so die Meinung der Mehrheit im Ortschaftsrat.

Andres Holder, Verkehrsplaner aus Karlsruhe, stellte die Ergebnisse einer Verkehrszählung in Wittelbach vor. Sein Fazit ist: Die Zunahme des Verkehrs durch das neue Wohngebiet wäre gering. In der Reformstraße, Gartenstraße und im Oberen Feld wären pro Tag etwa 80 Fahrzeuge mehr unterwegs.

Das fertige Wohngebiet soll über eine Ringstraße – die Gartenstraße und die Straße Oberes Feld – komplett erschlossen werden. Martin Kopf ergänzte hier, dass die Anwohner vor allem der Reformstraße im Vorfeld Bedenken geäußert hatten. Ortsvorsteher Werner Göhrig schlug ein Treffen in der Reformstraße vor, um die Situation zu diskutieren. Christian Faißt (SPD) stimmte dem zu. Ein Treffen mit den Anwohnern sei wichtig.

Eine Entscheidung über die Varianten des Bebauungsplanes Oberes Feld gab es nicht.

Die Erschließung des Baugebiets übernimmt die Firma "Kunst und Kommunalkonzept" aus Freiburg. Die Summe der Investition beträgt rund 2,8 Millionen Euro. Die Bauplätze sollen in Abstimmung mit der Gemeinde verkauft werden. Das Verfahren sollte Ende 2020 oder spätestens im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

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