Schwanau "Weltweit einen legendären Ruf"

Jörg Braun

Martin Herrenknecht feiert Geburtstag mit Altkanzler Schröder und weiteren illustren Gästen

Mit dem Start einer neuen Veranstaltungsreihe hat der Tunnelbau-Unternehmer Martin Herrenknecht in exklusivem Rahmen und mit hochrangigen Rednern nachträglich seinen Geburtstag gefeiert.

Schwanau. Vor wenigen Wochen blickte Martin Herrenknecht auf das 40-jährige Bestehen seines heutigen Weltunternehmens zurück, feierte dies und seinen 75. Geburtstag aber nur privat. Jetzt gab es die öffentliche Würdigung seiner Lebensleistung. Zum Start einer neuen Veranstaltungsreihe in der ebenfalls neuen Herrenknecht-Academy lud der Firmenlenker rund 120 Gäste aus Politik und Wirtschaft ein.

Top-Referenten gab es gleich mehrere. Altkanzler Gerhard Schröder, der seit Kurzem im Aufsichtsrat des Schwanauer Unternehmens sitzt, würdigte die Verdienste von Herrenknecht. Er habe in nur einer Generation "aus dem Nichts ein Weltunternehmen mit 5000 Mitarbeitern und führender Technologie" geschaffen. Historisches habe er damit geleistet. Herrenknecht habe immer gewusst, dass auf dem Weltmarkt nur erfolgreich sei, wer technologisch führe. Deshalb wolle Herrenknecht immer der Beste sein – und habe dies auch geschafft.

Schröder, ein Duzfreund des Schwanauers, zeichnete dann in sehr persönlichen Worten die Vorzüge von Martin Herrenknecht auf. Dieser habe immer "den Spagat zwischen dem Mitarbeiter an der Werkbank und den Großen dieser Welt geschafft". Er wisse um die Bedeutung des sozialen Friedens und bewähre sich am besten, "wenn die Lage schwierig ist", würdigte der Altkanzler. Stets zeige Herrenknecht "Herz und Verstand". In Politik und Wirtschaft habe er glänzende Kontakte bis nach ganz oben. Diplomatie sei allerdings nicht das Steckenpferd von Herrenknecht. Rebellen wie ihn hätte man in der Bundespolitik gut gebrauchen können, meinte Schröder.

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal und früherer Ministerpräsident Baden-Württembergs, sieht bei Herrenknecht "einen rauen Kern mit weichem Herz". Er sei ein Visionär und habe im einst kriegszerrissenen Grenzland zwischen Frankreich und Deutschland ein Weltunternehmen an die Spitze gebracht.

Rüdiger Grube, einst Chef der Deutschen Bahn, nannte Herrenknecht einen "Menschenfänger und gewieften Netzwerker". Er genieße weltweit einen "legendären Ruf", habe aber seine Herkunft nie vergessen und stehe mit beiden Beinen auf dem Boden. "Widerstand braucht er, wie die Luft zum Atmen", sagte Grube. Herrenknecht habe einen "brachialen Antrieb" und werde schneller, je älter er werde.

Martin Herrenknecht dankte in seiner Rede vor allem Lothar Späth, dem verstorbenen, früheren Ministerpräsidenten des Landes, dem er viel zu verdanken habe. Man brauche Konkurrenz, "um nicht schläfrig zu werden". Er wolle in der Zukunft weitere Firmen ankaufen, erklärte der Firmenchef. Deutlich sprach Herrenknecht an, dass nun auch die Zukunft der Firma geregelt sei, über die Familienstiftung. Dafür hätten die Kinder auf ihren Pflichtanteil verzichtet. Sohn Martin-Devid arbeitet sich in eine Spitzenposition in der Firma hoch. Dieser hatte die Gäste bei der Feier begrüßt und ein Motto seines Vaters preisgegeben: "Wer stehen bleibt, hat schon verloren".

Den übergroßen "guten Patriarchen", wie Altkanzler Schröder Martin Herrenknecht nannte, gibt es nun auch in klein: Zum Geburtstag wurde dem Schwanauer Unternehmer eine fein geschnitzte Mini-Figur aus Holz überreicht.

INFO

Das neue Forum

 > Das Gebäude: Seit vorigem Jahr steht das große Gebäude der Herrenknecht Academy direkt neben dem Werk. Es bietet Besuchergruppen eindrucksvoll Gelegenheit, die Herrenknecht-Tunnels in ihrer Dimension zu erkunden. Sie soll auch für Veranstaltungen genutzt werden.

 > Die Veranstaltungsreihe: Das "Martin Herrenknecht Forum" soll regelmäßig ausgerichtet werden und Gästen aus Politik und Wirtschaft interessante Vorträge und Diskussionen mit namhaften Referenten bieten, die Kontakte des Chefs machen’s möglich.