Schwanau Herrenknecht macht Sohn führungsfit

Martin Herrenknecht: "Ich bin kein so herrschsüchtiger Patriarch wie Sie vielleicht denken." Foto: Braun

Schwanau - Der Tunnelbau-Unternehmer Martin Herrenknecht (76) wird seine 5000-Mitarbeiter-Firma weitere zwei Jahre als Vorstandsvorsitzender leiten. Doch wie geht es danach weiter? Mehrere Interviews geben jetzt Aufschluss über die Zukunftsfrage.

Sowohl im neuen "Herrenknecht Magazin" als auch im Manager-Magazin" ist nachzulesen, wie es um die Nachfolgeregelung im Hause Herrenknecht aktuell steht. Kurz gefasst: Martin-Devid Herrenknecht (31) soll für einen Posten im Vorstand des Unternehmens fit gemacht werden und in dieses Entscheidergremium aufsteigen, in dem Vater Martin Herrenknecht der Chef ist.

Beide sitzen, so schilderten sie es dem "Manager-Magazin", in Allmannsweier in einem gemeinsamen Büro. "Ich staune selbst, wie gut wir miteinander auskommen", sagt der Junior.

"Ich werde Martin-Devid so aufbauen, dass er vorstandstauglich ist", sagte Vater Martin dem "Manager-Magazin". Doch die Hürden liegen hoch, der Seniorchef hat klare Vorstellungen davon, was ein Vorstandsmitglied mitbringen muss, um bestehen zu können. Und da fehle es dem Junior noch an manchem: "In Personalangelegenheiten mangelt es ihm noch an Härte, die man zuweilen braucht", zitiert ihn das Heft. Auch im Strategischen müsse der Junior noch Hausaufgaben machen. Seinem Sohn werde er "nicht im Wege stehen". Auch, wenn er selbst "ein harter Brocken" sei.

Der Nachfolger sieht sich selbst "noch ein wenig zu technikfixiert". Doch man liest aus dem Interview heraus, dass er Interesse an der Führung des Großunternehmens hat, das sein Vater vor mehr als 40 Jahren aus dem Nichts aufgebaut hat.

Schon in zwei Jahren könnte Martin-Devid in den Vorstand aufrücken, berichtet das "Herrenknecht-Magazin" in seiner aktuellen Ausgabe. Wenn denn Martin Herrenknecht 2020 tatsächlich in den Ruhestand gehen sollte. Das hatte er schon mehrfach angekündigt – und schon mehrfach wieder verschoben.

In den Interviews schimmert immer wieder durch, dass der Sohn im Job die Zähne zusammenbeißen muss. "Ich denke nicht jeden Tag daran, welch’ starken Vater ich habe", meint er. Sein Vater nehme sich "tatsächlich zurück", gilt aber im Betrieb weiterhin als die unangefochtene Nummer eins. Das spürt man bei offiziellen Terminen, bei denen Vater und Sohn gemeinsam auftreten. Martin Herrenknecht sieht sich selbst allerdings deutlich weniger bestimmend: "Ich bin kein so herrschsüchtiger Patriarch wie Sie vielleicht denken", entgegnete er dem Reporter des "Manager-Magazins".

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