Schwanau Bürgermeister Brucker blickt auf die kommenden Entscheidungen im Rat

Die Tageszeitung liest Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker am liebsten im Rathaus. Foto: Achnitz

Schwanau - Vor drei Jahren ist Wolfgang Brucker zum dritten Mal zum Bürgermeister von Schwanau gewählt worden. Im Gespräch mit der Lahrer Zeitung blickt er auf die wichtigen Entscheidungen, die der Gemeinderat in den kommenden Monaten zu treffen hat.

 

Sein Urlaub ist in diesem Jahr zweigeteilt: Einige Tage hat er mit seiner Frau schon an der Nordsee verbracht, irgendwann nach den Sommerferien geht es noch nach Tirol. "Nordsee muss aber sein, möglichst einmal im Jahr", sagt Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker (55) im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Auf die Schulferien ist er dabei nicht mehr angewiesen, denn seine Söhne sind bereits erwachsen. Und so hat er Zeit, sich auch in der politischen Sommerpause mit den Themen aus­ein­anderzusetzen, die in den Herbst- und Wintermonaten den Gemeinderat beschäftigen. Es geht um die Entwicklung der Grundschule zur Ganztagsschule, um die bedarfsorientierte Bereitstellung von Kindergartenplätzen und um die Fortführung des Gemeindeentwicklungskonzepts.

Im Frühjahr habe man die Auswertung der umfangreichen Haushaltsbefragung, die im vergangenen Winter stattgefunden hat, der Öffentlichkeit präsentiert. Rund 70 Prozent derjenigen, die sich beteiligt haben, zeigten sich mit ihrer Lebenssituation in der Gemeinde zufrieden. In Folge der Befragung finden Ortstermine statt, sogenannte "Streifzüge durch die Ortschaften", und im Anschluss daran Workshops (Bürgerwerkstatt) zu den praktischen Problemen, die sich abzeichnen. In der Befragung waren vor allem die Themen Nahversorgung, Infrastruktur und Jugendarbeit genannt worden.

Auf der Agenda stünden die Bereitstellung von Flächen für bezahlbaren Wohnraum sowie die konkrete Umsetzung des Programms "Älterwerden in Schwanau": Welche Wohnformen gibt es für ältere Menschen, welchen Bedarf an welcher Wohnform gibt es innerhalb der Gemeinde, welche Möglichkeiten für "betreutes Wohnen" sind finanzierbar und gewünscht? Am Ende soll ein Konzept für die künftige Entwicklung und das weitere Zusammenwachsen der Gesamtgemeinde stehen.

Die Beteiligung der Bürger an all diesen Entscheidungen sei ihm wichtig, sagt der Bürgermeister. Jeder könne sich jederzeit mit seinen Anliegen an ihn oder die Vertreter der Ortschaftsräte und den Gemeinderat wenden. Kein Verständnis zeigt er für die zuletzt nur geringe Wahlbeteiligung von rund 34 Prozent bei der Bürgermeisterwahl. "Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr wird das aber anders sein", hofft er, "da wählen die Menschen ihre Vertretung in Gemeinde- und Ortschaftsräten. Da gibt es eine große Auswahl und die Wähler kennen ihre Kandidaten sehr gut." Zuvor stimmt der Gemeinderat ­am 1. Oktober darüber ab, ob Schwanau zur 2014 abgeschafften, unechten Teilortswahl zurückkehrt. Der Bürgermeister positioniert sich: "Ich gehe davon aus, dass wir keine Rolle rückwärts machen werden." Es gehe doch hauptsächlich um den Wähler. An ihn müsse man denken. Man habe die unechte Teilortswahl nicht zuletzt deshalb abge schafft, weil aufgrund des komplizierten Wahlsystems stets eine hohe Zahl an Stimmen ungültig gewesen seien.

Nach dem jetzigen System könne jeder den Kandidaten wählen, der seiner Meinung nach am ehesten sein Interesse im Rat vertritt. Und darum müsse es gehen: "Alle Gemeinderäte haben stets einen Blick auf das Ganze. Das war schon immer so und ist auch weiterhin so. Es wurde alles gemacht, was notwendigerweise erledigt werden musste, ohne dass der Ortsteil dabei eine Rolle gespielt hat."

Es sei begrüßenswert, wenn sich die Bürger mit dem Ortsteil identifizieren, in dem sie leben und den sie als ihre Heimat ansehen. Es dürfe daraus aber nicht die Einstellung hervorgehen, dass man sich nur noch um seinen eigenen Ortsteil kümmere.

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