Schuttertal Strom für rund 14 000 Haushalte

 Foto: Joscha Bold

Schuttertal/Ettenheim (red/ma) - Der Bürgerwindpark Südliche Ortenau hat vergangenes Jahr die erwartete Stromproduktion übertroffen. Die Gemeinden Ettenheim und Schuttertal haben sich zudem dazu entschlossen, Anteile an der Windparkgesellschaft zu übernehmen.

Das Jahr 2019 ging für den Bürgerwindpark Südliche Ortenau erfolgreich zu Ende: Mit rund 43 Millionen Kilowattstunden hat die Stromproduktion der sieben Windenergieanlagen auf Ettenheimer und Schuttertäler Gemarkung die Erwartungen übertroffen. Diese Strommenge entspreche dem jährlichen Strombedarf von etwa 14 000 Haushalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Betreibergesellschaft.

In den ersten beiden Betriebsjahren war die Stromproduktion des Windparks deutlich geringer als 2019, da das Landratsamt die nächtliche Abschaltung von Anlagen angeordnet hatte – bis durch Schallmessungen die Einhaltung der Richtwerte belegt werden konnte.

Eine abschließende Messung steht allerdings noch aus. Zur Erinnerung: Seit Inbetriebnahme im Sommer 2016 kam es mehrfach zu Beschwerden.

Gemeinden Schuttertal und Ettenheim beteiligen sich am Bürgerwindpark

Anwohner aus dem Regelsbach versuchten mit dem Ziel der Stilllegung unter anderem gegen die Anlagen beim Verwaltungsgericht Freiburg vorzugehen. Der Vorwurf: Die Lärm-Richtwerte würden entgegen der Darstellung des Landratsamts überschritten werden. Ende Juli 2018 hatte das Landgericht abgelehnt, eine Anordnung zur Stilllegung oder Teilstilllegung des Bürgerwindparks zu erlassen.

Auch an anderer Stelle konnte die Windparkgesellschaft Vollzug melden: Wie bereits zu Anfang des Projekts angedacht, haben sich die Gemeinden Ettenheim und Schuttertal jetzt an der Windparkgesellschaft beteiligt und zum Jahresende für 16  393 respektive 9107 Euro Anteile an deren Stammkapital übernommen.

Gemeinsam halten die Gemeinden nun 25,5 Prozent der Stimmrechte in der Betreibergesellschaft. Weitere 25,5 Prozent der Stimmrechte hat die Genossenschaft Ettenheimer Bürgerenergie. Die restlichen 49 Prozent verbleiben bei einem Beteiligungsunternehmen der Aktiengesellschaft Green City aus München.

Die Möglichkeit für Gemeinden und Genossenschaft, sich am Windpark zu beteiligen, war eine Besonderheit des damaligen Finanzierungsmodells. Dank der Mehrheit, die Ettenheim, Schuttertal und die Ettenheimer Bürgerenergie nun gemeinsam haben, können die Bürger der Region zukünftig bei allen wichtigen Entscheidungen zum Windparkbetrieb Einfluss nehmen, so die Pressemitteilung weiter.

Bürgerenergie freut sich über unerwartete Mehreinnahmen

"Ich freue mich, dass der Windpark im vergangenen Jahr mehr Strom produziert hat als erwartet und die Gemeinde sich mit einem überschaubaren Geldbetrag die Mitbestimmungsrechte sichern konnte", sagt Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz.

Auch Schuttertals Bürgermeister Carsten Gabbert ist zufrieden: "Es ist dringend notwendig, den Klimawandel zu begrenzen. Deshalb war unsere Entscheidung, die Windkraft in unserer Region zu nutzen, wichtig und richtig." Der Vorstand der Ettenheimer Bürgerenergie, Jörg Bold, freut sich über die hohen Stromerträge im vergangenen Jahr: "Da die Stromproduktion über den angestrebten 40 Millionen Kilowattstunden lag, werden wir von Green City eine Bonuszahlung von 3000 Euro erhalten. Dieses Geld möchten wir für Projekte einsetzen, die die Energiewende vor Ort weiter voranbringen."

Was genau mit dem Geld gemacht werden soll, steht noch nicht fest und soll beim Energiestammtisch diskutiert werden. "Denkbar wäre, weitere Schülerprojekte zu starten oder das Ettenheimer Carsharing auszubauen", so Bold.

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