Schuttertal "Mehr Rücksicht auf Angehörige"

Die Einsegnungshalle in Dörlinbach mit anliegendem Friedhof: In der Gemeinde St. Johannes soll ab sofort immer erst die Trauerfeier und dann die Beisetzung erfolgen. Das erste Seelenamt wird danach stattfinden. Foto: Axel Dach Foto: Lahrer Zeitung

Schuttertal. In der Kirchengemeinde an der Schutter ist das Seelenamt bei Beerdigungen neu geordnet worden. Grund für die Neujustierung war, dass einige Priester in den Ruhestand gegangen sind und auch der langjährige Pensionär Priester Gottfried Borth Lahr und das Schuttertal verlassen wird. Was diese Neuordnung für die Gläubigen vor allem in Schuttertal bedeutet, das erklärt Dekan Johannes Mette.

Herr Pfarrer Mette, welche Neuordnungen ergeben sich für die Gemeinden St. Antonius und St. Romanus?

Bisher war es üblich, dass das erste Seelenamt für einen Verstorbenen in Verbindung mit der Trauerfeier und der Beisetzung gefeiert wurde. Ab sofort soll nun das erste Seelenamt in der nächsten Abendmesse vor Ort gefeiert werden. Sollte dies für die Angehörigen nicht möglich sein, können diese das erste Seelenamt auch im Rahmen einer anderen Abendmesse in der Seelsorgeeinheit Kirche an der Schutter feiern.

Welche Änderungen ergeben sich für die Gemeinde St. Johannes im Ortseil Dörlinbach?

In Dörlinbach wird nun wie andernorts immer als erstes die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung stattfinden und dann in der nächsten Abendmesse das Seelenamt. Es gilt dann die gleiche Regelung wie in den Ortsteilen Schuttertal und Schweighausen für das erste Seelenamt. Da der Dörlinbacher Friedhof sich ja nicht direkt bei der Kirche befindet, kann die Trauerfamilie künftig den Ort der Trauerfeier wählen, entweder in der Einsegnungshalle oder aber in der Kirche. Jedoch sollen Sarg und Urne prinzipiell in der Einsegnungshalle verbleiben. Wenn die Trauerfeier in der Kirche stattfindet, begeben sich anschließend alle in die Einsegnungshalle, von wo aus dann nach einem Gebet die Beisetzung erfolgt.

In welchen Messen kann das Seelenamt nicht gefeiert werden?

Das Seelenamt kann nicht in Vorabend- oder Sonntagsmessen, an Hochfesten, in Kapellen und auch nicht in den örtlichen Pflegeheimen gefeiert werden.

Was ist der Grund dafür?

Sonntage und Hochfeste haben immer Vorrang vor einem Seelenamt. Für die Frage des Ortes ist mir wichtig: Die Werktagsabendmessen in unseren Gemeinden werden durch diese Neuregelung gestärkt und erhalten ein neues Profil.

Gibt es auch Änderungen in den anderen der Kirche an der Schutter zugehörigen Pfarrgemeinden?

In Lahr ist das Seelenamt wie bisher immer freitagabends in der Kirche St. Peter und Paul. Neu ist, dass auf Wunsch auch in Heilig Geist mittwochs das Seelenamt gefeiert werden kann. Diese Kirche verfügt nämlich über eine gute Barrierefreiheit. Ab Kuhbach, talaufwärts bis St. Romanus Schweighausen, wird das Seelenamt einheitlich, wie zuvor beschrieben, in der nächsten Abendmesse nach der Trauerfeier gefeiert.

Was sind die Vorteile dieser Veränderungen?

Für die verstorbene Person kann ab sofort in der Gemeinde, wo sie gelebt hat und begraben ist, das Seelenamt in vertrauter Umgebung gefeiert werden. Die Priester werden entlastet und die personellen Optionen sind dadurch größer. Außerdem müssen ab sofort keine Werktagsmessen mehr kurzfristig abgesagt werden, weil am gleichen Tag zum Beispiel morgens ein Seelenamt war. Die Neuregelung ist meines Erachtens viel flexibler als zuvor. Sie nimmt mehr Rücksicht auf die Wünsche und Möglichkeiten der Angehörigen. Diese Regelung, welche übrigens vom Pfarrgemeinderat im November vergangenen Jahres einstimmig beschlossen wurde, gilt seit dem 1. März.   Fragen: Claudia Dach

Der Begriff Seelenamt wurde durch die römisch-katholische Kirche geprägt und steht für eine bestimmte Form von Gedenkgottesdienst. Das Seelenamt wird im Gedenken an Verstorbene abgehalten. Fragen zu den Neuregelungen der Kirche an der Schutter beantworten die Mitarbeiterinnen in den Pfarrsekretariaten vor Ort. Weitere Infos unter www.kath-schutter.de

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