Rust "Wir lassen Sie nicht mehr gehen"

Zwar hat Christian Moser schon im August den Posten des Rektors der Gesamtschule Rust übernommen, am Mittwoch folgte jedoch die offizielle Einführung. Die Redner lobten ihn dafür, begeistern zu können – was er gleich unter Beweis stellte.

Rust. "Heute ist ein sehr wichtiger Tag für uns alle", hieß Alexander Hanafi, Lehrer an der Grund- und Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen (GMS), die Anwesenden willkommen. Nach seinem kurzen Willkommensgruß übergab Hanafi das Rednerpult direkt an Veronika Schönstein vom staatlichen Schulamt Offenburg.

Sie fand den Einstieg in ihre Rede durch eine Frage: "Was erwarten wir von einem Schulleiter?" Die Antwort gab sie kurzerhand mit einem Schmunzeln selbst: "Sehr viel." Das Spektrum an Aufgaben sei gewaltig, betonte Sie und zählte einige auf. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Moser diesen Herausforderungen gewachsen sei. Schönstein lobte seine "gestaltende Kraft" und seine Fähigkeit, Beziehungen zu Schülern aufzubauen: "Sie können von ihrem Herzen zu deren Herzen einen Zugang schaffen." Zuletzt bediente sich Schönstein einem Bild aus der Musik, um die neue Aufgabe des leidenschaftlichen Musikers zu beschreiben: Ein Schulleiter sei wie ein Dirigent. Er müsse genau hinhören und hinschauen, damit alle im Orchester den richtigen Ton träfen.

Bürgermeister Kai-Achim Klare sprach Moser zu Beginn seiner Rede direkt an: "Machen Sie sich keine Hoffnungen, wir lassen Sie nicht mehr gehen." Er lobte, dass Moser andere Menschen begeistern könne – vor allem seine Schüler durch die Musik. "Begeistern werden sie als Schulleiter auch in Zukunft, davon bin ich überzeugt", so der Ruster Rathauschef.

"Wir wünschen, dass Sie ein Schulleiter mit Verstand werden, aber auch Verständnis haben", trugen Vertreter der Schülerschaft im Anschluss vor. Zudem wünsche man ihm verantwortungsvolle Schüler.

Während sich die gesamte Belegschaft der GMS auf der Bühne einfand, richtete Hanafi persönliche Worte an seinen neuen Chef: "Gut, dass du die Aufgabe übernommen hast." Auch, wenn er sich als Rektor mal alleine fühlen sollte, "du bist es nicht, du kannst auf unsere Unterstützung bauen". Im Anschluss füllten die Mitarbeiter der Schule auf humorvolle Weise einen "medizinischen Notfallschrank" für den neuen Rektor.

"Ich bin total überwältigt", gestand Moser den Anwesenden, als er selbst zu Wort kam. "Habe ich nicht eine super Mannschaft?" Er bedankte sich bei der Vertreterin des Schulamts für die "gegenseitige Wertschätzung" und bei Bürgermeister Klare für das immer offene Ohr der Gemeindeverwaltung. Besonders viel bedeute es ihm, dass so viele seiner Wegbegleiter anwesend seien.

Schule, wie ein Orchester leiten

"Und nun bin ich Schulleiter", begann Moser den offiziellen Teil seiner Rede. Bei diesem Satz, erst recht bei der Aufzählung seiner Aufgaben von Schulrätin Schönstein zu Beginn, müsse er immer noch schlucken. Seiner Affinität zur Musik wegen greife er nun auch den Vergleich seiner Schule mit einem Orchester auf, so Moser. Als Dirigent müsse er möglich machen, dass bestimmte Gruppen auch mal im Vordergrund spielen, während er im Hintergrund den Gesamtklang lenkt. Sein Ziel dabei sei, "Schüler mit all dem auszustatten, was sie für ihr zukünftiges Leben an Rüstzeug brauchen". Er betonte, dass er über motivierte Kollegen und Mitarbeiter verfüge, die sich mit der GMS identifizieren würden. "Wir haben ein tolles Orchester."

Und dann bewies Moser sein Können durch eine "kleine Probe": Die eine Hälfte der Anwesenden brachte er zum Stampfen und Klatschen, um danach die andere Hälfte zum Klatschen und Schnipsen zu animieren. Zu diesem Rhythmus trug Moser dann im Sprechgesang einen Text über seine Schule vor. "Schule, da hängt unser aller Zukunft dran, packen wir es endlich an", schloss der musikalische Rektor seinen Vortrag und erntete große Begeisterung und Jubel im Publikum.

Zur musikalischen Untermalung des Festakts für Christian Moser trugen die Schüler und Lehrer der GMS eifrig bei. Zum Auftakt sangen und tanzten die unteren Jahrgänge, zwischen den Rednern sangen zwei Schülerinnen mit der Schülerband ein Duett. Gegen Ende trug die Lehrerband ein Lied vor, gefolgt vom Schülerchor.

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