Rust Viel Spaß, viel Personal, aber wenig Andrang

Julia Göpfert

LZ-Check: So läuft es in der Wasserwelt Rulantica / Noch Tickets für alle Tage zu haben / Rutsche Stormvind begeistert besonders

Seit gut zwei Wochen ist die Wasserwelt Rulantica geöffnet. Doch ist sie wirklich so begehrt, wie die Familie Mack gehofft hatte? Wie viel muss man bei einem Besuch ausgeben und wie lange anstehen? Die Lahrer Zeitung hat das neue Bad gecheckt.

Rust. Im Gegensatz zum Europa-Park ist die Besucherzahl von Rulantcia auf 3500 gleichzeitig limitiert. Tickets vorbestellen geht nur online bis zu drei Monate im Vorraus. Nur Restkarten sind noch an der Tageskasse erhältlich – gegen einen Aufpreis von vier Euro. Der große Ansturm scheint jedoch noch auszubleiben. Bis in den März hinein ist an jedem Öffnungstag noch Platz im Bad: Eine Familie mit zwei Kindern über zwölf Jahren würde an jedem Tag noch problemlos Karten bekommen – auch für den aktuellen Tag. Beeindruckende Optik: Für den LZ-Besuch geht es dank Abenteuerticket (siehe Info) eine Stunde früher als die normalen Tagesticket-Besucher ins Bad. Ein Privileg, das sonst nur Hotelgäste haben. Rulantica ist zu diesem Zeitpunkt fast leer – und beeindruckt bereits beim Betreten. Im Eingangsbereich findet man sich in einer großen Tropfsteinhöhle wieder, mit Blick auf den Gletscherberg Vinterhal, um den sich eindrucksvoll die Meeresschlange Svalgur rankt. Auch haptisch macht das Bad einen guten Eindruck: Der rutschfeste Boden fühlt sich unter den nackten Füßen extrem angenehm an. Kurzum: Man hat sofort Lust, Rulantica zu erkunden. Nicht alle trauen sich auf die Freifall-Rutschen: 25 Attraktionen stehen in Rulantica zur Auswahl – in den Schwierigkeitsstufen leicht, mittelschwer und schwer. Alle Rutschen auszuprobieren, dauert etwa zwei Stunden. Hat man Kinder dabei, muss man jedoch darauf achten, dass die Attraktionen auch für sie zugelassen sind: Viele erfordern eine Mindestgröße von 1,30 oder 1,50 Meter, einige sind nur für Schwimmer geeignet.

Am beliebtesten sind die sechs Rutschen der Eiswelt. Besonders die Gruppenrutsche Vinter Rytt, bei der es an der zu Eis erstarrten Meeresschlange Svalgur vorbeigeht, und Stormvind sind heiß begehrt. Sie bieten sowohl Nervenkitzel als auch Familientauglichkeit.

Bei Dugdrob und Vildfal, den beiden Adrenalin-intensivsten Rutschen des gesamten Wasserparks muss man hingegen meist nur sehr kurz anstehen. Viele schauen beeindruckt zu den beiden Freifall-Rutschen – aber längst nicht alle trauen sich. Die Berichterstatterin hingegen schon – und sie kann sagen: Es macht Spaß, wenn einem plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird und man mit viel Wasser und Tempo nach unten düst.

Als die Attraktion für die ganze Familie erweist sich Snorris Saga: Dort kann man sich auf einen Reifen alleine oder zu zweit durch Rulantica treiben lassen, die Berichterstatterin tat diese ganze sieben Mal – einfach, weil es so entspannend war. Überhaupt probierte sie jede Rutsche mehrmals aus – bis die Beine vom vielen Treppensteigen weh taten.

Ein heimlicher Star des Bads ist der Hindernisparcours, bei dem man acht im Wasser schwebenden Platten überqueren muss. Freunde traten gegeneinander an, Kinder gegen ihre Eltern. Oft gab es auch mehrere Duelle hintereinander, bei denen die verschiedensten Überquerungstechniken vom Robben bis zum Rennen zum Einsatz kamen. Gut organisiert, aber es läuft noch nicht reibungslos: Alles in allem ist die Wasserwelt sehr gut organisiert. Nur bei Kleinigkeiten merkt man, dass der Betrieb noch nicht ganz eingespielt ist: Einige Föns waren bereits kaputt, das Wasser hätte an manchen Stellen häufiger weggewischt werden können, Reifen könnte es zu Stoßzeiten etwas mehr geben und auch die Technik des Rula-Bands, mit dem man unter anderem im Bad bezahlt, funktionierte beim LZ-Besuch noch nicht ganz einwandfrei, worum sich aber das freundliche Personal unkompliziert kümmerte. Bauarbeiten noch im Gange: An der Decke neben den Schließfächern wurden beim LZ-Besuch noch Details ausgebessert, und auch draußen neben dem Wildbach Vlidstrom sind die Handwerker aktuell noch schwer am Werkeln. Viel freundliches Personal:  Bei jedem Becken in Rulantica und beim Einstieg in etwa jede zweite Attraktion ist ein sogenannter "Instructor" zugegen, der hilft und Auskunft gibt. Jeder Einzelne ist ausgesprochen freundlich – auch bei motorisch weniger begabten Menschen, die sich schwer tun, in die Reifen der Attraktionen hinaus- und hineinzukommen. Ist im Wellenbecken Wellengang, stehen dort mehrere "Life-Saver" bereit, um im Zweifelsfall eingreifen zu können. Diese Menge an Personal ist aber auch notwendig. So ist es etwa bei den Gruppenrutschen wichtig, das Gewicht genau auszutarieren. Zudem kommen manche Badegäste auf blöde Ideen und schicken etwa ihre Kinder mit Schwimmflügeln in Bereiche, die nur für Schwimmer ausgewiesen sind.

  Liegeplätze sind heiß begehrt: Theoretisch wären genug Liegstühle für alle da, praktisch blockiert aber nahezu jeder Gast seine eigene Liege während des gesamten Besuchs mit einem Handtuch – obwohl von Wasserpark-Seite aus gebeten wird, genau das nicht zu tun. Eine freie Liege zu finden, kann deshalb bei Stoßzeiten schwierig sein. Großer Beliebtheit scheinen sich die Tages-Komfortsofas zu erfreuen, die man sich für einen Tag online reservieren kann. Sie kosten einen Aufpreis von 40 Euro pro zwei Personen – sind aber bereits bis Mitte Januar größtenteils ausgebucht. Um die Mittagszeit ist am meisten Betrieb: Der LZ-Check fand an einem Wochentag statt, im Bad waren hauptsächlich junge Erwachsene sowie Familien mit Kindern vom Kleinkindalter bis zum Jugendlichen. Von 9 bis 10 Uhr hatte man das Bad nahezu für sich alleine, ab 10 Uhr trafen die normalen Tagesticket-Besucher ein und es wurde merklich voller. Der Besucher-Höhepunkt war so gegen 12 Uhr erreicht, 3500 Personen dürften aber auch zu dieser Zeit keinesfalls im Bad gewesen sein. So gegen 14 Uhr leerte sich das Bad wieder. Auch der um drei Euro vergünstigte Eintritt ab 17 Uhr lockte nicht merklich mehr Besucher an. Zu Spitzenzeiten konnte man bei einer besonders begehrten Rutsche schon einmal bis zu 30 Minuten anstehen, durch die gute Klimatisierung war das aber kein Problem: Trotz nasser Badesachen fror man nicht.  Mehr Nervenkitzel im Dunkeln: Geht die Sonne unter , gehen in der Wasserwelt die Lichter an und in den Röhrenrutschen wird es merklich dunkler. Besonders stark macht sich der Unterschied bei Stormvind bemerkbar: Während man bei Tageslicht den Strudel in der "Dunkelkammer" noch gut im Blick hat, rast man bei Nacht dort in völliger Dunkelheit entlang – was den Nervenkitzel nochmals steigert.   Fazit: In "Rulantica" kann man viel Spaß haben. Selbst wenn man die Rutschen schon kennt, fährt man sie gerne nochmals. Allerdings muss man dafür Ausdauer mitbringen: Jede einzelne Rutsche muss erst einmal mühsam per Treppe erklommen werden. Auch mit ein paar blaue Flecken sollte man rechnen: Etwa dann, wenn man etwas ungeschickt aus den Reifen stolpert oder die ein oder andere Untiefe oder Höhe im Wildbach Vlidstrom übersieht. Aber das mindert das Vergnügen nicht im Geringsten.

Rulantica ist täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Tagestickets sind vorab nur online jeweils drei Monate vor dem Besuchstag verfügbar (https://tickets.mackinternational.de/de). Abendtickets (ab 17 Uhr) gibt es einen Monat vorab. Am 24. und 25. Dezember sowie am 17. Januar ist das Bad geschlossen und an Silvester ist nur bis 19 Uhr Betrieb.

Eintritt: Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahre zahlen regulär 38,50 Euro und 35,50 Euro als Abendticket. Kinder von vier bis zwölf Jahren zahlen jeweils drei Euro weniger. Kleinkinder unter drei Jahren sind gratis. Eine Familie mit zwei Kindern über zwölf Jahren würde also auf 154 Euro nur für den Besuch kommen. Wären beide Kinder unter zwölf wären es immerhin noch 148 Euro.

Extras: Mit dem Eintritt ist es aber nicht getan, es sind zahlreiche Extras buchbar. Will man eine Stunde früher ins Bad, braucht man pro vier Personen ein Abenteuerticket. Das kostest 16 Euro extra. Ein Parkticket kostet sieben Euro, pro Schließfach zahlt man einen Euro drauf. Eine Getränkeflatrate von fünf Litern kostet online 16,50 Euro, vor Ort 17,50 Euro pro Person. Die Familie mit zwei Kindern würde mit Abenteuerticket, Parken sowie Schließfach und Flatrate für jeden also schnell auf 247 Euro zahlen. Sollten es noch zwei Komfort-Sofas dazu sein, wäre man bei 327 Euro – und hat noch nichts gegessen. Dafür sollte man nochmals mindestens sieben Euro pro Person einplanen. Glasflaschen und mitgebrachtes Essen sind in der Wasserwelt verboten.