Rust Beim Brand im Europa-Park bewährt

Diese langjährigen Mitglieder der Ruster Feuerwehr hatten Grund zur Freude, sie wurden bei der Hauptversammlung geehrt. Foto: mm Foto: Lahrer Zeitung

Die Ruster Feuerwehr ist personell und technisch gut aufgestellt. Auch die Kameradschaft stimmt, wie bei der Hauptversammlung zu sehen war.

Rust. Florian Badmann konnte fast alle Angehörigen der Abteilung samt einiger Gäste begrüßen. Da blieb kein Stuhl mehr frei, weshalb der Kommandant Richtung Bürgermeister scherzte: "Wir brauchen ein größeres Gerätehaus."

Die Wehr wurde 2018 zu 65 Einsätzen gerufen und außerdem zwölf Mal als überörtlicher Führungstrupp zur Kommunikations-Unterstützung und Dokumentation hinzu alarmiert. So kamen 3126 Einsatzstunden zusammen. Darüber hinaus haben die Wehrleute fünf Sicherheitsdienste geleistet, je zwei Umzüge und Prozessionen abgesichert.

Auf einige der Einsätze gingen Badmann und sein Stellvertreter Alexander Schindler näher ein. Beim Großbrand im Europa-Park Ende Mai waren alle Einsatzkräfte samt umliegender Wehren besonders gefordert­ – die Ruster zeigten in dieser schwierigen Situation, dass auf sie Verlass ist. Während der Nachlöscharbeiten am Folgetag musste die Ruster Feuerwehr gleich noch einen Ortswechsel zu einem Dachstuhlbrand in Kappel vornehmen.

Einige Wohnungsbrände gingen glimpflich aus, samt brennendem Föhn in einem Hotel. Nach einem Unfall zweier Express-Züge im Europa-Park wurden deren Insassen über die nächste Station gerettet. Auch Hochwasser beschäftige die Abteilung und ihre Pumpen –­ mit 16 Einsätzen ist dieser Aufgabenbereich der Spitzenreiter in der Vorjahresbilanz. Die Beseitigung einer auf Straßen verlorenen Mais-Ladung war neben den üblichen Ölspuren mal eine Abwechslung.

Kameradschaft wird groß geschrieben. So berichtete Schriftführer Dino Himmelsbach von Familientag, Brautpaarwecken, Festumzug in der Partnergemeinde Marlenheim und einem Tagesausflug nach Straßburg. Ansonsten hat sich die Wehr auch bei der Bach-Nafahrt und dem Straßenfest engagiert, schließlich noch kurz vor Weihnachten ihr neues Löschfahrzeug HLF 10 feierlich eingeweiht.

Zahl der Mitglieder steigt sowohl bei den Aktiven als auch bei der Jugend

Die Zahl der Aktiven ist um 14 auf 60 angestiegen (darunter zwölf Frauen), die der Altersabteilung auf 21. Auch die Jugendfeuerwehr wächst kontinuierlich, vermeldete Jugendwart Marco Engelmann. Ihr gehören jetzt 24 Nachwuchskräfte an. Die haben nicht nur fleißig geprobt und eine 24-Stunden-Übung absolviert, sondern auch eine Waldputzaktion und Teilnahmen bei zwei Veranstaltungen plus eigener Weihnachtsfeier gestemmt. Gerhard Baumann berichtete von Geselligkeiten in der Altersabteilung, etwa mit Honig-, Fisch- und Flammenkuchenessen, Tauber­gießenfahrt, Fahrradtour und Jahresabschluss.

Kassenwart Sven King hat dank Festeinnahmen und Spenden trotz mancher Anschaffungen einen schönen Zuwachs für die Rücklagen- zu verzeichnen. Kein Wunder, dass der Kommandant nach dem Berichts-Reigen ein positives Fazit zog und dabei vor allem auch die Kameradschaft hervorhob. Das Lob bestätigte Bürgermeister Kai-Achim Klare: Alle Funktionsbereiche der Wehr hätten Herausragendes geleistet, seien mit Nachbarwehren und dem DRK bestens vernetzt. Ebenso wie Kreisbrandmeister Thomas Happersberger dankte Klare der Wehr "für ihre erstklassigen Leistungen".

Einen Wermutstropfen gab es. Die digitale Alarmierung samt Funk über die Ortenauer Leitstelle sei noch immer nicht zufriedenstellend erledigt, so Bachmann. Dem stimmte der Lahrer Kreisbrandmeister Thomas Happersberger zu. Da habe "die Politik", sprich der Kreistag, dranzubleiben. "Wir müssen unseren Job vor Ort machen können!" Dazu müssten Digitalfunk-Probleme mit der Offenburger Leitstelle endlich gelöst werden.

25 Jahre aktiver Dienst: Karl-Heinz Becker, Gerrit Gorecky, Andreas Haag, Mathias Kunzweiler, Fabio Leidner und Joachim Spoth.

  15 Jahre: Florian Bachmann, Caroline Deibel, Stefan Deibel, Martin Gruninger, Benjamin Heß, Dino Himmelsbach, Rolf Kneisel, Marco Köhler, Andreas Kunzweiler, Alexander Sattler, Alexander Schindler, Michael Schmiedlin, Markus Wilczek und Catharina Wittmer.

  Beförderung zum Hauptfeuerwehrman: Dino Himmelsbach.

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