Rust "Am Rande unserer Möglichkeiten"

Der Lockdown des kompletten Europa-Parks samt seiner Hotels und der Gastronomie setzt die Inhaberfamilie Familie Mack wirtschaftlich massiv unter Druck. Vor allem, weil sie erst jüngst 250 Millionen Euro in Großprojekte investiert hatte.

Rust (red/jöb). Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann war kürzlich in Rust zu Gast. Dort ließ sie sich von Park-Chef Roland Mack über die, wie es in einer Mitteilung des Parks heißt, "dramatische Lage" für die Freizeit-Destination informieren. Die gesamten Anlagen der Erlebniswelt stehen seit Anfang November still, alle Hotels sind geschlossen, nichts geht mehr.

"Dieser erneute Lockdown trifft unser Unternehmen sehr hart. Die Auswirkungen auf Europa-Park, Hotelresort mit sechs Hotels, Gastronomie und Wasserwelt Rulantica sind gravierend", erklärte Roland Mack laut Park im Gespräch mit der Ministerin.

Schon mehr als 100 Millionen Euro Ausfall

"Wir haben bisher einen Umsatzverlust von mehr als 100 Millionen Euro zu beklagen, was uns als Familienunternehmen an den Rand der Möglichkeiten bringt", erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter. Dieser massive Einnahmeausfall falle zusammen mit den riesigen Investitionen aus den Vorjahren, in denen die Großattraktion Rulantica und das angeschlossene Luxus-Hotel Kronasar finanziert wurden (siehe Info). "Wirtschaftlich können wir das als Mittelständler bislang nur durchstehen, weil wir über Jahrzehnte gut gewirtschaftet haben", erläuterte der Park-Chef der Ministerin.

Susanne Eisenmann stellte die große Bedeutung des Tourismus für Baden-Württemberg heraus. Mehrere 100 000 Arbeitsplätze hingen an dieser Branche. Ein finanzieller Ausgleich für die betroffenen Firmen, gerade auch in der Gastronomie-, Hotel- und Veranstaltungsbranche, sei unabdingbar, unterstrich die Ministerin.

Eisenmann, die auch Spitzenkandidatin der CDU für die nächste Landtagswahl ist, wurde bei ihrem Besuch in Rust von der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges begleitet. Diese verwies auf die 4450 Arbeitsplätze im Europa-Park sowie die Wertschöpfung, die in der Region aus dem Betrieb erwachse. Diese stellten eine wichtige Säule der Wirtschaft im Südwesten dar. Gerade in solch’ einer Krise sei es Aufgabe der Politik, mittelständischen Familienunternehmen zu helfen und ihre Existenz langfristig zu sichern, so Gentges.

Unter anderem wurde beim Gespräch mit der Ministerin auch erstmals öffentlich, was die Betreiberfamilie Mack an Geld in ihre beiden jünsgten Großprojekte gesteckt hat: Der Wasserpark Rulantica und das dazugehörige nordische Hotel Kronasar haben laut Roland Mack mit rund 250 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Genaue Zahlen waren bei der Eröffnung und auch schon in der bauzeit nie genannt worden. Gestemmt wurde diese Viertelmilliarde in den Jahren 2018 und 2019.

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