Ringsheim Studie: Feuerwehr kann an die Halle

Die lange Diskussion um den Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus wird zeitnah ein Ende finden: Laut einem Gutachten kann das Gebäude an der Kahlenberghalle errichtet werden – so wie von Verwaltung und Feuerwehr gewünscht.

Ringsheim. In Stein gemeißelt ist mit dem positiven Ergebnis zwar noch nichts. Als der Gemeinderat im Juni vergangenen Jahres das Riegeler Ingenieurbüro Keller beauftragte zu prüfen, ob sich auf der Fläche südlich der Kahlenberghalle Standort das neue Feuerwehrhaus realisieren ließe, wurde klar kommuniziert: Die Machbarkeitsstudie soll eine Orientierungshilfe, das letzte Wort dem Gemeinderat vorbehalten sein – wobei auch und nicht zuletzt die Anregungen der Bürger berücksichtigt werden sollen.

Fakt ist aber: Die eigens gegründete Baukommission – besetzt mit Vertretern von Feuerwehr, Gemeinderat und Verwaltung – hegt eindeutige Präferenzen Richtung Halle, vor allem aus Gründen der guten Erreichbarkeit im Ernstfall. Und Fakt ist seit der Veröffentlichung der Studie am Freitag auch: Von den  Hürden, die den Verantwortlichen im Vorfeld einiges Kopfzerbrechen bereitet hatten, sind keine unüberwindbar. Die Gutachter haben zwei Varianten geprüft. Bei Variante eins steht das Gebäude in Verlängerung der östlichen Außenwand der Halle, bei Variante zwei in Verlängerung der Westwand. Beide Optionen, so das Büro Keller, seien »machbar und technisch möglich«.

Hürde eins – Höhenunterschied: Als größter Knackpunkt galt von Anfang an die Zufahrt zum Gebäude, die  über die südlich gelegene Hauptstraße erfolgen soll. Weil diese in dem Bereich bereits in die Bahnbrücke übergeht, also ansteigend verläuft, wird der Bau einer Rampe nötig. Die Lösung der Gutachter: eine siebeneinhalb Meter breite Straße mit einer maximalen Längsneigung von 5,6 Prozent. Bei Variante eins ist die Zufahrt   rund 104, bei Variante zwei  etwa 113 Meter lang. Ein rechtwinkliger Anschluss an die Hauptstraße soll für »bestmögliche Sichtverhältnisse« sorgen. Die Straßenverkehrsbehörde hat laut der Expertise keine grundsätzlichen Einwände gegen  den Bau der Zufahrt vorgebracht. Allerdings müsste der aus Richtung Westen kommende Verkehr auf der Hauptstraße aus Sicherheitsgründen schon vor dem Ortsschild auf Tempo 50 heruntergebremst werden.

Hürde zwei – Bahnausbau:  Vor nicht allzu langer Zeit hat die Deutsche Bahn Pläne veröffentlicht, wonach der Ringsheimer Bahnhalt im Zuge des Rheintalbahnausbaus Richtung Norden, also näher zur Kahlenberghalle rücken soll. Nach aktuellem Stand, so die Auskunft der Bahn, kollidiert ihr Vorhaben nicht  mit  dem Bau  des Feuerwehrhauses. Allerdings wird auch betont, dass man sich im Stadium der Vorplanung befinde, Änderungen und damit Nutzungsnachteile für die Feuerwehr folglich nicht ausgeschlossen seien. Das Büro Keller stellt fest: Abschließende Planungssicherheit gibt es in diesem Punkt nicht.

Hürde drei – Flächenverbrauch und Kosten: Vorgabe für die Planer war, dass die Zufahrt zum Gerätehaus so wenig wie möglich Privatgrund tangiert. Ergebnis: Berücksichtigt man das Vorhaben der Bahn und plant den dadurch notwendigen Umbau der Hauptstraße (Brücke) ein, wird ein Grunderwerb von 140 Quadratmetern nötig. Schließt man die Zufahrt indes an den Bestand an, müsste die Gemeinde laut Gutachten lediglich 35 Quadratmeter zusätzliche Fläche kaufen. Die Kosten für den Bau der Zufahrt sind indes schon bei einem Anschluss an das derzeitige Höhenniveau knackig: 350 000 Euro würden für Variante eins fällig, 380 000 Euro wären es für Variante zwei.

Hürde vier –  Lärm: Östlich und südlich des geplanten Standorts befinden sich Wohnhäuser. Deren Bewohner würden laut Sachverständigem durch den zu erwartenden (Einsatz-)Lärm nicht über Gebühr belastet – weder bei Variante eins noch bei Variante zwei. Einzige Einschränkung: Feuerwehrübungen auf dem Gelände müssten spätestens um 22 Uhr beendet sein.

Nun ist es am Feuerwehrausschuss und an der Baukommission, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie abzuwägen, zu bewerten und dem Gemeinderat eine Empfehlung an die Hand zu geben. Aus dem Rathaus kam am Freitag  die Vorgabe, dass am 3. März im Gremium  beraten wird und am 31. März die endgültige Standortwahl fällt, eventuell bereits inklusive Planerauswahl. Anfang kommenden Jahres will man einen Zuschussantrag auf den Weg bringen. Sollte dieser erfolgreich sein, hat die Verwaltung schon im Vorfeld erklärt, »sollen dann baldmöglichst die Bauarbeiten beginnen«.

Am Freitagabend wurde die Machbarkeitsstudie der Öffentlichkeit präsentiert. Von der Infoveranstaltung im Bürgerhaus werden wir noch berichten.

Info – Bauhof und DRK

Als Standort-Favorit Nummer eins für das neue Gerätehaus  galt lange Zeit der Bereich bei den Tabakschöpfen im Grasweg. Dort war ursprünglich eine gemeinsame Unterkunft für Feuerwehr, Bauhof und Rotes Kreuz geplant. Indes: Die Feuerwehr war von dieser Lage nie wirklich angetan, der DRK-Ortsverein ist mittlerweile an Ettenheim angegliedert. Bleibt der Grasweg als Option für den Bauhof. Und das bisherige Feuerwehrhaus im Ortskern? Das könnte für Wohnbebauung weichen.

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