Ringsheim Schleier: "Bin der Initiator"

Ringsheim/Rust - Dass sich die Werte-Union künftig in der Region organisiert, geht auf Dieter Schleier zurück. Gegenüber der Lahrer Zeitung erklärt der Ringsheimer, wie es dazu kam, was er sich davon verspricht und warum er die CDU "noch nicht aufgegeben" hat.

Wenn die Werte-Union heute Abend im Europa-Park einen Regionalverband für den südlichen Oberrhein gründet (wir berichteten), wird es keinen Andrang geben. "Unsere räumliche Obergrenze liegt bei 30 Personen, wenn 20 kommen wären wir zufrieden­", sagt Schleier. Einladungen seien rausgegangen an alle Werte-Union-Mitglieder in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und im Stadtkreis Freiburg – sowie an die CDU-Vorsitzenden der vier Kreise. Eine Rückmeldung habe es von keinem der Vier gegeben, sagt Schleier. "Schade, wir hätten sie sehr gerne bei uns begrüßt." Sollte sich noch einer entschließen zu kommen: "Die Tür steht offen."

Zu erwarten ist das freilich nicht. Kaum ein CDU-Oberer steht dem selbst ernannten "konservativen Flügel" wohlgesonnen gegenüber. Die Splittergruppe mit ihren bundesweit rund 2000 Mitgliedern, so sagt man, koste die Mutterpartei Stimmen, weil die Union in der öffentlichen Wahrnehmung durch sie nach rechts gerückt sei.

Aus Sicht Schleiers, der bis zu seinem Parteiaustritt im Juli vergangenen Jahres Vorsitzender der Ringsheimer Christdemokraten war, ist das Gegenteil der Fall: "Die CDU verliert, weil sie sich nicht mehr von anderen Parteien abhebt." Jüngster Beleg für diese "Verwässerung" sei das starke Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen.

Neben Schleier hätten Ringsheims Alt-Bürgermeister Heinrich Dixa, Richard Schmieder, Chef der Senioren-Union Herbolzheim-Kenzingen, sowie der Schatzmeister der CDU Kenzingen, Marc Ehret, die Einladungen zur Versammlung im Europa-Park unterschrieben. Die Hauptinitiative für eine Regionalvertretung schreibt sich Schleier allerdings selbst zu. "Viele wissen, dass ich 2017 bei der Gründung der Werte-Union dabei war und zeigen großes Interesse, auch konservative CDU-Mitglieder." Schon vor Monaten sei in ihm der Gedanke aufgekommen, "dieses Interesse zu bündeln", konkret sei es vor wenigen Wochen geworden.

Werte-Union soll CDU zurück in die Spur helfen

Der 55-Jährige kann sich vorstellen, den neuen Verband als Vorsitzender zu führen. In den Vordergrund drängen will er sich aber nicht: "Es gibt in der Region viele gute Leute in der Werte-Union. Wenn da einer kommt und sich bereit erklärt, stelle ich mich gerne hinter ihn." Der Regionalverband soll helfen, die Mitglieder zu organisieren, ihnen Angebote machen, etwa Vorträge, und den Austausch mit Gleichgesinnten aus anderen Bundesländern fördern.

Die fünf Kernforderungen, die sich die Werte-Union auf die Fahne geschrieben hat, hat sich Schleier zu eigen gemacht: Leistung müsse sich wieder lohnen, auch im Alter. Europa brauche Freiraum, die Einwanderung indes Grenzen. Und die innere und äußere Sicherheit gehöre gestärkt. "Ich bin für eine Politikwende", sagt Schleier, der nach wie vor Mitglied der Union-nahen CDL ist, den Christdemokraten für das Leben.

Den Weg mitzugehen, traut er der CDU weiterhin zu. Aktuell sei sie aber nicht mehr die Partei, "die sie war, als ich ihr vor 16 Jahren beigetreten bin". Die Werte-Union könne helfen – Schleier bezeichnet sie als "die Arche zur Bewahrung des konservativen Markenkerns der CDU".

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