Ringsheim Ab Dezember hält ICE in Ringsheim

Ab 13. Dezember taucht Ringsheim als Haltestelle der ICE-Verbindung von Frankfurt nach Mailand auf. In einem Pressegespräch im Bürgerhaus wurden die geplanten Maßnahmen unter großem Medieninteresse offiziell vorgestellt.

Ringsheim. Ein italienischer ICE soll täglich morgens von Mannheim kommend um 9.53 Uhr am Bahnhof in Ringsheim halten und am frühen Abend um 16.42 Uhr von Ringsheim wieder nach Norden fahren. Vom 13. Dezember an soll es losgehen, verkündete Matthias Feil, Leiter Angebotsmanagement DB Fernverkehr, am Donnerstagnachmittag im Ringsheimer Bürgerhaus die mit Spannung erwartete Nachricht.

Damit wird auf den Fahrplänen Europas in der Fernverbindung Frankfurt-Mailand auch der Bahnhof Ringsheim auftauchen. Es sei ein erster Schritt mit lediglich einem Halt, aber darauf könne man aufbauen, freute sich Europa-Park-Chef Roland Mack. Der Euro-City-Express wird mit einem komfortablen Hochgeschwindigkeitszug der Trenitalia ETR 619 bedient, fährt eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern und hat 430 Sitzplätze. Für den deutschen ICE sei der Bahnhof in Ringsheim zu kurz, da wäre eine Bahnsteiglänge von rund 400 Metern erforderlich. Dies sei auch der Maßstab für einen späteren neuen Bahnhof in Ringsheim, der dann weiter nördlich gebaut werde.

Eine klimafreundliche Anreise sei das Fernziel mit der Frage, wie der Europa-Park an die Schiene anzubinden sei, was schon lange thematisiert wird, sagte Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Baden-Württemberg.

Für Roland Mack geht alles viel zu langsam

73 Prozent der Deutschen verbringen ihren Urlaub im Inland mit dem Auto. Lediglich drei Prozent der Park-Besucher kommen mit der Bahn nach Ringsheim, und das sei zu wenig. Mit dem neuen ICE-Halt aus Italien solle zunächst ein Zeichen für die Zukunft gesetzt werden. Ebenso sei die Nahverkehrsverbindung mit einem zweistündigen Zughalt in Ringsheim ausgebaut worden, so Krenz.

Für Roland Mack geht alles trotzdem viel zu langsam. Seit 20 Jahren sei man am Thema dran. Da machen es die Schweizer viel besser, weil viel mehr Geld in die Verkehrsinfrastruktur investiert würde und ein besseres Verhältnis zwischen Bahn und Politik bestünde. Die Schweizer sind die eifrigsten Parkbesucher, wie Mack betonte. Den Umfragen nach würden 45 Prozent der Gäste die Bahn nutzen. Der Park werde alles geben, die Angebote zu befeuern, nicht nur ein ICE-Halt, sondern fünf oder sechs in Ringsheim müsse das Ziel sein.

Die Verbesserung des ÖPNV sei ein großes Thema auch im Landratsamt Offenburg, meinte der Erste Landesbeamte Stoermer. Noch sei der öffentliche Busverkehr nicht geeignet, alle Personen rechtzeitig und zeitnah zu befördern. Der Ausbau eines neuen Bahnhofs in Ringsheim sei ein großer Wurf, so Stoermer. Bis zum Jahr 2035 könne man mit Fertigstellung der Güterzugtrasse an der Autobahn rechnen, 2041 soll der Ausbau der Bestandsstrecke fertig sein.

Die Umbenennung des Bahnhofs Ringsheim in "Ringsheim-Europa-Park" ist bereits beschlossen und wird Ende 2021 umgesetzt. Fast euphorisch wirkte Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber in der Erwartung dessen, wovon besonders auch Ringsheim profitieren werde. Wohlstand und Wertschöpfung seien aber mit dem Klimaschutz in Einklang zu bringen, so seine Einschätzung.

Man stehe noch ganz am Anfang. Viele Verbesserungen wie die Aufenthaltsqualität am Bahnhof Ringsheim (WC-Anlage, Regenschutz) seien kurz- und mittelfristig zu lösen, so der gemeinsame Konsens.

Die Gemeinde Ringsheim habe bereits drei Millionen Euro im ZVT für den Tourismus investiert, sagte Weber: "Wir setzen Ziele, die erreichbar sind".

Seit August dieses Jahres gibt es bereits durchgehende verbundübergreifende Tickets der Bahn bis zum Europa-Park mit attraktiveren Preisen. Im Fahrpreis enthalten sind auch alle Verbindungen mit Bus oder Regionalbahn bis in den Park. Kinder bis 14 Jahre fahren kostenlos.

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