Ottenheim Anglerheim Ottenheim schließt

Julia und Ehemann Andreas Pfeifle schließen nach nur knapp zwei Jahren das Anglerheim wieder. Die Corona-Beschränkungen seien für sie nicht tragbar. Foto: Archiv - Lehmann

Ottenheim - Nach nur knapp zwei Jahren schließen die Türen des Anglerheims Ottenheim wieder. Das Ehepaar Pfeifle hat aufgrund der Corona-Beschränkungen beschlossen, das Pachtverhältnis mit dem Verein der Angler- und Naturfreunde zu beenden.

Viele Pächter in nur wenigen Jahren 

Die Freude war groß, als mit Julia und Andreas Pfeifle im Oktober 2018 endlich geeignete Pächter für das Anglerheim Ottenheim gefunden werden konnten. Immer wieder hatte der Verein der Angler- und Naturfreunde (VdAN) in den vergangenen Jahren das Pech, dass die Konzepte der Pächter nicht aufgingen oder diese sich anderweitig orientierten.

Das durch den Verein initiierte Auswahlverfahren sah unter anderem eine schriftliche Bewertung inklusive ausgearbeitetem Konzept vor. Darauf aufbauend wurde 2018 aus mehreren Bewerbern Familie Pfeifle als Pächter gewählt.

Schließung wegen der Corona-Auflagen 

Nun heißt es wieder Abschied nehmen: Julia Pfeifle und ihr Mann wollen unter den Bedingungen der Corona-Verordnung nicht weitermachen. "Wir gehen schweren Herzens, das muss ich zugeben", sagt Julia Pfeifle und fügt an "wir waren mit Herz und Seele dabei". Aber unter den Auflagen, die für die Gastronomie bedingt durch die Corona-Pandemie gelten, möchte das Ehepaar nicht weiterarbeiten. "Die Gäste werden wegbleiben", ist sich Pfeifle sicher.

Für sie bedeuten die Corona-Auflagen insbesondere auch Einschränkungen im Kontakt mit dem Gast. "Wir sind keine Marionetten der Regierung – für uns ist ein solches Arbeiten in der Gastronomie nicht nachvollziehbar", sagt Pfeifle. Das Arbeiten mache so weder in der Küche noch im Service Spaß und auch die Gäste hätten ihrer Auffassung nach keine Freude am Besuch in der Gaststätte.

Wie es für Familie Pfeifle weitergeht, bleibt offen

Neben den Einschränkungen beleuchtet die bisherige Pächterin auch die Ausgabenseite. Die Anzahl der Gäste müsste reduziert werden, die Ausgaben blieben jedoch im vollen Umfang. "Welche Gaststätte kann sich das auf Dauer leisten?", fragt Pfeifle. Für sie sei es die bessere Alternative gewesen, an dieser Stelle einen Schlussstrich zu ziehen, als monatelang zu warten "bis sich die Regierung wieder besinnt".

Wie es für Familie Pfeifle weitergeht ist noch offen. "Wir haben ein Haus, Kinder und Hunde – das, was wir in den vergangenen zwei Jahren nicht geschafft haben, werden wir jetzt erledigen", erklärt Pfeifle. Vor allem werde sie auch den Sommer abseits vom Gastronomie-Stress genießen. "Wo die eine Tür zugeht, geht eine andere auf", ist sie sich sicher.

Der Verein wird sich nun auf die Suche nach neuen Pächtern machen. Rolf Bühler, Vorsitzender des VdAN, betonte, dass die Gaststätte unter der Leitung von Familie Pfeifle gut lief. Der VdAN bedauere es sehr, dass das Pachtverhältnis gekündigt wurde. Wie die Pächtersuche ablaufen wird, wird der Vorstand noch besprechen.

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