Neuried Gestorben nach 21 Tagen im Koma

Er war ein Mensch, der immer für andere da war: Am 16. April ist Markus Aßmus gestorben. Foto: privat

Ichenheim - "Ein Mensch, der immer für andere da war", so beschreibt seine Frau den Ichenheimer Markus Aßmus. Im April starb er an den Folgen einer schweren Covid-19 Erkrankung. Morgen findet für ihn ein Gedenkgottesdienst statt.

Im November hätte Markus Aßmus seinen 48. Geburtstag gefeiert. "Anderen helfen, das war genau sein Ding", erinnert sich seine Ehefrau Katja. Am 16. April ist der Ichenheimer an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben.

Umso wichtiger ist es nun für seine Frau, darauf aufmerksam zu machen die Krankheit auf keinen Fall zu unterschätzen: "Es sind nicht immer nur die alten Menschen, die an Covid-19 sterben. Markus war kerngesund. Er hatte zwar ein wenig erhöhten Blutdruck, aber das haben so viele Menschen."

Symptome der Viruserkrankung hatte er bereits Anfang/Mitte März gehabt, noch vor dem coronabedingten Lockdown. Wie ein grippaler Infekt sei es gewesen, beschreibt es Katja Aßmus. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm auch noch relativ gut gegangen. Das Ehepaar blieb dennoch zuhause. Zunehmend habe der 47-Jährige aber einen starken Husten entwickelt und immer schlechter Luft bekommen, sodass ein Aufenthalt im Krankenhaus unvermeidbar wurde.

Erst im Ortenau-Klinikum wurde er schließlich positiv auf Covid-19 getestet. Dort angekommen sei es ihm immer schlechter gegangen, sodass er relativ schnell intubiert werden musste. 21 Tage – bis zu seinem Tod – lag er im Koma. Besuchen durfte Katja Aßmus ihn in diesen drei Wochen nur einmal – kurz vor seinem Tod. Um die Pandemie einzudämmen hatte das Gesundheitsamt in diesem Zeitraum Besuche auf ein absolutes Minimum reduziert. Richtig verabschieden konnte sich Katja Aßmus von ihrem Mann nicht.

Er war da, wenn eine Hand gebraucht wurde

Markus Aßmus wurde am 10. November 1972 in Offenburg geboren und verbrachte die ersten acht Lebensjahre in Legelshurst. Nach der Realschule in Freistett absolvierte er eine Ausbildung zum Beruf des Maschinenschlossers bei der Firma Wandres in Diersheim. Im Anschluss besuchte er die Technikerschule und machte den Maschinenbautechniker und Schweißtechniker. Bei der Firma Fuchs in Legelshurst entdeckte er schließlich seine Berufliche Leidenschaft zur Hydraulik. Seit Mai 2002 war der 47-Jährige bei der Herrenknecht AG in Schwanau beschäftigt.

"Markus ist immer für andere da gewesen", sagt Katja Aßmus. "Reifenwechsel, Autokauf, Anhängerkupplung montieren, Umzugsmanager, einfach helfen wo eine Hand benötigt wurde. Das war genau sein Ding."

2004 war der 47-Jährige Gründungsmitglied des DRK Ortsvereins Altenheim, diesem stand er als Bereitschaftsleiter von 2004 bis 2012 und Vorstandsmitglied bei. Seit 2008 war er Stellvertretender Gruppenführer der Sanitätseinheit SAN Süd des Katastrophenschutzes. In diesem Jahr wäre er für 35 Jahre Mitgliedschaft im Roten Kreuz geehrt worden.

Markus Aßmus liebte seine Motorradtouren, allein, mit Freunden oder seinem Bruder Michael. "Und wie liebte er die Gemeinschaft, es konnte kaum genug Trubel auf dem Hof sein", weiß seine Frau. Was sie vermisst? "Einfach ihn", sagt sie. Als Freund, als Ehemann und als Mensch.

An diesem Wochenende hätten Katja und Markus Aßmus ihren 22. Hochzeitstag gefeiert. Stattdessen soll nun in einem Gedenkgottesdienst noch einmal Abschied von Markus Aßmus genommen werden. Die Feier findet in der Lahrer Friedenskirche, in der sie immer viel Zeit verbracht haben, statt. Auftreten werden auch die "Golden-Harps", die die gemeinsame Leidenschaft und das "Herzensprojekt" des Ehepaars waren.

An der eigentlichen Beerdigung im Frühjahr durften aufgrund der coronabedingten Auflagen nur zehn Menschen teilnehmen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dies gemeinsam nachzuholen. "Ich finde, es ist für alle Leute wichtig gemeinsam Abschied zu nehmen", sagt Katja Aßmus. Auch für sie.

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