Münchweier Und plötzlich sind es 700 Starter

Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr startet am Samstag, 28. Juni, in Münchweier die zweite Auflage des "Schwarzwald Moped Marathon". Die Nachfrage war so groß, dass sie sogar die Computer-Technik überforderte.

Münchweier. 400 Teilnehmer waren es 2018, in diesem Jahr sind es mehr als 700, die am Moped-Marathon durch den Schwarzwald mit Start und Ziel in Münchweier teilnehmen. Eigentlich sollten es nur 500 Starter sein, wie Gerhard Ebert, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft (IG) "Schwarzwald Moped Marathon" im Gespräch mit der Lahrer Zeitung erklärt.

Die angepeilten 500 Startplätze seien innerhalb von siebeneinhalb Minuten komplett vergriffen gewesen. Das habe zu einem Absturz des Online-Anmeldesystems geführt, so Ebert. Dadurch konnten sich mehr Starter anmelden als geplant. Hätte man den Vorgang nicht früh genug manuell abgebrochen, wären es sogar mehr als 1000 Teilnehmer geworden, so Ebert.

Für den IG-Vorsitzenden und sein sechsköpfiges Team bedeuten die knapp 700 Anmeldungen eine enorme Zusatzbelastung. "Wir mussten mit den Ortschaften und dem Ortenaukreis im Vorfeld alles abklären", erklärt Ebert. Herausgekommen sei ein umfassender Auflagenkatalog des Landratsamts, mit dem der Moped-Marathon doch über die Bühne gehen darf. "Es ist viel, viel Arbeit", sagt Ebert. Er und seine Kollegen sind für alles verantwortlich. Von ausreichend vielen ausgeschilderten Parkmöglichkeiten bis hin zum Sicherheitspersonal muss an alles gedacht werden. Von den Kosten einmal ganz abgesehen. Möglich sei die Veranstaltung nur durch eine Vielzahl an Sponsoren. "Für uns bleibt null hängen", verrät Ebert. Im vergangenen Jahr musste er sogar selbst ein wenig finanziell aushelfen. Diesmal deckten sich aber die Ausgaben mit den Sponsorengeldern "einigermaßen".

Ebert beobachtet im Moment einen "riesen Hype" um die gedrosselten Zweiräder. Er selbst sehe in den motorisierten Drahteseln eine Entschleunigung des Alltags. Immer mehr Leute interessierten sich immer häufiger für Älteres, so Ebert. Die Treffen seien auch deshalb so beliebt, weil wegen der vergleichsweise niedrigen Höchstgeschwindigkeit die Teilnehmer die Landschaft ganz anders wahrnehmen könnten. Dabei müsse aber natürlich die Straßenverkehrsordnung beachtet werden.

Zwei Strecken stehen zur Wahl

Und so ist beim Moped-Marathon auch nicht die Schnelligkeit der Fahrer ausschlaggebend. Diese liegt bei den Zweirädern in der Regel bei maximal 50 Stundenkilometern (Kleinkrafträder bis 80 Stundenkilometern sind aber auch erlaubt). Entscheidend für den Sieg ist die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Teilnehmer. Ebert rechnet vor: Der schnellste und der langsamste Fahrer ergeben am Ende den Mittelwert, auf den noch ein Toleranzwert von etwa einer halben Stunde dazugerechnet wird. Wer dieser Zeit am nächsten kommt, gewinnt.

In diesem Jahr gibt es beim Moped-Marathon zwei Strecken. Die Teilnehmer können zwischen einem 229 und 200 Kilometer langen Rundkurs wählen. Die Route führt "mit herrlichen Aussichten, tollen Kurven und knackigen Anstiegen quer durch den mittleren Schwarzwald", so die Veranstalter (siehe Grafik). Die Teilnehmer reisen bereits am Freitag in Münchweier an. Der Großteil wird laut Ebert auf einem extra geschaffenen Campingplatz gegenüber der Winzergenossenschaft sein Quartier aufschlagen. Um 13 Uhr öffnet das Check-In-Zelt, wo sich die Teilnehmer ihre Startnummer abholen können. Ab 20.30 Uhr findet die für alle verpflichtende Fahrerbesprechung statt.

Start des Moped-Marathons ist Samstagfrüh um 6.30 Uhr. Aufgrund der großen Nachfrage wird es dieses Mal keinen Massenstart geben, sondern fünf Startblöcke mit je rund 150 Fahrern. Erwartet werden die ersten Fahrer im Ziel ab etwa 15 Uhr, die Zieleinfahrt ist bis etwa 18 Uhr geplant.

Abends findet die Preisverleihung und eine Verlosung statt. Im Anschluss gibt es eine After-Ride-Party mit den "Himmi-Brothers". Abschließen wird den Moped-Marathon ein gemeinsames Frühstück am Sonntagmorgen.

Im Vorfeld des Moped-Marathons veranstaltet die Interessensgemeinschaft am Freitag, 21. Juni, noch ein freiwilliges Warm-Up. Die Teilnehmer am Marathon können an diesem Tag ihre Räder noch einmal durchchecken lassen. Danach ist eine 40 Kilometer lange Ausfahrt geplant.

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