Meißenheim Von Froschkönigen und Kassenbons - Narren humorvoll und kritisch

Meißenheim - Wie vielerorts war auch Meißenheim am Sonntag in Narrenhand. Ein bunter Umzug mit 18 Fußgruppen und Wagen zog durch das Dorf. Der ein oder andere Narr warf dabei auch einen kritischen Blick auf das Vereinsleben – oder aber die Bonpflicht.

Musiker als Panzerknacker

Wie gewohnt zog der Musikverein Meißenheim vorneweg und machte auf den Umzug aufmerksam. Als Panzerknacker zogen die Musiker lautstark durch die Straßen. Danach folgte eine Abordnung der Hubmattehexe, die jede Menge Schabernack mit den Zuschauern an den Straßen trieben. Die Odner Fasent AG zog als Sprachassistent "Alexa" verkleidet durch die Straßen; auf ihrem Wagen prangte die Frage "Der kleine Spion im Haus?"

"Man muss viele Frösche küssen, bis man einen Prinzen findet" war hingegen das Motto der Feuerwehrdamen, die als Froschkönig mit Prinzessinen durch die Straßen zog. Giftgrün leuchteten ihre Klamotten und Perücken.

Kostüm besteht vollständig aus Kassenbons

"Umwelt schone – Diesel weg, Kassenbons – der nächste Gag", nahm Siegfried Heitzmann die Kassenbonpflicht auf die Schippe: Sein Kostüm bestand komplett aus unzählbaren Kassenbons. Die Missner Feger um Carmen und Stephan Koslowski zogen als Kaminfeger durch die Straßen und verteilten kleine Glücksbringer an die Besucher.

Barbie und Ken

In der närrischen Schar reihten sich auch die Fasentfreunde 09 als Teilnehmer des Brauchtumsabends ein, ebenso wie die HTV-Helden als HT-Frau-Helden. "Barbie und Ken" waren ebenso beim Umzug dabei, wie auch verschiedene aufwändig dekorierte Fastnachtswägen.

Sensenmänner nehmen Vereinsleben auf die Schippe

Die Gruppe um Tobias Reith legte einmal mehr den Finger in die Wunde und nahm als Sensenmänner verkleidet das Vereinsleben in Meißenheim auf die Schippe. Auf ihrem Wagen, auf dem ein schwarzer Sarg platziert war, stand geschrieben: "Hier ruht das Dorfleben". Damitkritisierten sie die wachsenden Probleme, die die Vereine bei der Ausrichtung von Veranstaltungen bekommen.

Forderung von ehrenamtlicher Unterstützung

"Dem einen geht’s zu lang, dem anderen ists zu laut – dann ist die Zukunft der Vereine verbaut" oder auch – "Wenn alle wollen ihre Ruh, dann schlägt der Sensenmann zu. Me first das ist die neue Mod, leider auch dem Verein sein Tod". Stattdessen fordert er Unterstützung für die Vereine mit dem Satz: "Wenn wir fürs Dorf und Vereine alles geben, dann wird Missne ewig leben".

Nach dem Umzug zogen die Teilnehmer zur Festhalle, wo der Musikverein und die Hubmattehexe Teilnehmer und Zuschauer zum närrischen Treiben einluden. Der andere Teil zog nach Ichenheim weiter, wo kurz darauf der Ichenheimer Umzug durch die Straßen zog.

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