Meißenheim Sorge wegen Japan-Knöterich

Förster Gunter Hepfer (rechts) zeigt anhand einer Karte, wie der Meißenheimer Forst gegliedert ist. Foto: Bühler

Meißenheim - Die Mitglieder des Meißenheimer Gemeinderats haben sich zu einer Waldbegehung getroffen. Schwerpunktthema war die Bekämpfung des Japan-Knöterichs. Außerdem ging es um die Erhaltung des heimischen Rheinauenwaldes.

"Das Wasser ist Schuld, dass der Japan-Knöterich auf die Insel kam", sagte Regina Ostermann in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des Landschafserhaltungsverbands Ortenaukreis. Nachdem sich viele Gemeinderäte aus Meißenheim an der Schollenhütte getroffen hatten, ging es zur Julius-Hütte, wo Ostermann ausführlich auf die Gefahren, der nach dem Zweiten Weltkrieg "eingewanderten" Pflanze einging.

Als natürliche Bekämpfung kämen etwa Schafe infrage, die es freilich im Meißenheimer Rheinauenwald nicht gibt. Ostermann verwies darauf, dass der Japan-Knöterich auch hinter dem Bauhof zu finden sein. Hugo Wingert, Ortsvorsteher von Kürzell, bemerkte, dass diese exotische Pflanze auch am Lärmschutzwall zu finden sei. Eine Gefahr bestehe durch den Japan-Knöterich beim Hausbau. Diese Pflanze könne laut Ostermann Mauern sprengen.

"Auch wenn ich es naturwirtschaftlich eigentlich nicht vertrete, könnte diese Pflanze wohl nur mit der vermeintlichen chemischen Keule bekämpft werden", sagte die Naturschützerin. Sie verwies darauf, dass keine Entsorgungsunternehmen diese Pflanze unentgeltlich entsorgen würde. Andererseits erklärte Ostermann, dass der Japan-Knöterich essbar sei. Es könne daraus Marmelade gemacht oder er könne wie Spargel verarbeitet werden.

Einzelne Wald-Bereiche werden natürlicher Entwicklung überlassen

Im weiteren Verlauf der Waldbegehung, ging Revierförster Gunter Hepfer auf die Nutzung des heimischen Rheinauenwaldes ein. Die wichtigsten Baumarten seien die Ulmen, Eschen und der Berg-Ahorn. Er stellte die offene Frage, ob die Menschen in Meißenheim lieber einen Kulturwald, einen wilden Wald oder beides wollten.

Begutachtet wurde ein Biotobbaum in Form einer Silberpappel. Ein Baum der auf der roten Liste stehe. Bernhard Ihle, Forstdirektor des Landratsamts, ging zum Schluss auf das Thema Waldbewirtschaftung ein. Zudem auf das Alt-und Totholzkonzept. Im gesamten Wald werden Kleinbestände und Baumgruppen ausgewählt und nicht weiter bewirtschaftet. Die Bäume bleiben der natürlichen Entwicklung und Alterung überlassen bis zur Zersetzung.

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