Meißenheim "Ich soll keine Trickwürfe machen"

Der Meißenheimer Jonathan Fischer (am Ball) kämpft mit der SG BBM Bietigheim um den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Foto: Eibner Foto: Lahrer Zeitung

Als C-Jugendlicher lernte Jonathan Fischer beim HTV Meißenheim das Handballspielen. In der B-Jugend wechselte er zum TuS Altenheim. 2016 folgte dann bei der SG Köndringen/Teningen der Sprung in die dritte Liga, bevor sich der heute 22-jährige Kreisläufer 2018 der SG BBM Bietigheim anschloss. Dort schnupperte Fischer in der vergangenen Runde Bundesligaluft, auch wenn am Saisonende der bittere Gang in Liga zwei folgte. Dort geht der Meißenheimer in dieser Saison auf Torejagd. Am Ende der Runde soll für ihn und seine SG-Kollegen der Aufstieg stehen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt Fischer, wie er die Chancen dafür einschätzt, wie er sich in der zweiten Liga plötzlich auf Linksaußen wiedergefunden hat und wann er wieder für Meißenheim spielt.

Herr Fischer, in der vergangenen Saison spielten Sie noch in der ersten Bundesliga, nach dem Abstieg nun eine Liga tiefer. Was ist der größte Unterschied?

Nach dem Abstieg waren wir immer der Favorit, egal gegen wen und egal wie der Tabellenstand war. Am Anfang der Saison hatten wir dann richtig Probleme. Aber nach einiger Zeit haben wir uns gefangen und seitdem läuft es richtig gut.

Merken Sie denn auch persönlich Unterschiede auf dem Feld?

In der zweiten Liga wird, finde ich, viel kampfbetonter gespielt und das Tempo ist ein ganz anderes.

Schneller oder langsamer?

Es macht jede Mannschaft immer Tempo. Wenn man in der Bundesliga gegen einen der Favoriten gespielt hat, haben die manchmal das Tempo auch ein bisschen rausgenommen und sich auf ihre spielerische Klasse verlassen.

Wo geht’s in dieser Saison dann noch hin für Sie und die Bietigheimer?

Unser Ziel ist immer noch der Aufstieg und momentan sind wir ja nicht weit von den Aufstiegsplätzen entfernt. Der Aufstieg ist daher auch auf jeden Fall noch möglich – auch die anderen Mannschaften straucheln.

Wie lief die Saison bislang für Sie persönlich? Hatten Sie Schwierigkeiten mit der Spielweise in der zweiten Liga?

Ich hatte keine Probleme, mich anzupassen. Am Anfang saß ich vom Trainer aus zweimal auf der Tribüne – aber danach lief es besser. In Essen habe ich dann sogar auf Linksaußen gespielt und vier Tore gemacht (lacht).

In Teningen haben Sie ja schon im Rückraum gespielt, die Außenposition ist dann aber doch was Neues. Wie kam’s dazu?

Unser Linksaußen hat sich im Training beim Fußball verletzt und unser Torwart wollte in der Einheit noch ein paar Würfe von der Außenposition haben. Ich habe dann geworfen und gut getroffen. Im Spiel hat dann unser Linksaußen eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen und dann hat der Trainer gesagt: "Jetzt zeigst du’s mal im Spiel." Danach durften sich meine Teamkollegen schon ein paar Sprüche von mir anhören (lacht).

Das heißt, Sie schulen jetzt um?

Das nicht. Aber unser zweiter Außenspieler ist verletzt und wenn der erste eine Zeitstrafe bekommt, ist das eine gute Option für den Trainer, weil ich auch die Position im Mittelblock decken kann. Aber mein Coach hat mir gesagt, dass ich keine Trickwürfe machen soll. Da vertraut er mir dann wohl doch nicht (lacht).

Könnten Sie es denn?

Naja, meine Sprungkraft ist dafür dann doch etwas begrenzt.

Wie sehen denn Ihre Zukunftspläne aus?

Ich studiere in Ludwigsburg im ersten Semester und fühle mich in Bietigheim sehr wohl.

Gleichzeitig sind Sie auch sehr heimatverbunden.

Ja, immer wenn wir am Wochenende frei haben, fahre ich heim.

Und wann spielen Sie wieder in der Ortenau?

Also ich habe ja schon gesagt, dass ich unter der dritten Liga nur noch in Meißenheim spielen werde. Aber wann das ist, weiß ich noch nicht. Solange mein Körper es mitmacht, will ich höher spielen. Aber wer weiß, wenn Robin Dittrich wie angekündigt den TuS Schuttern in die Bundesliga führt, spiele ich ja vielleicht bald mit Bietigheim in der Ortenau (lacht).  Fragen von Felix Gieger

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