Meißenheim Frank Ehrhardt tritt beim HTV zurück

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Paukenschlag beim Handball-Südbadenligisten HTV Meißenheim: Trainer Frank Ehrhardt ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er reagiert damit auf die jüngsten Ergebnisse und hofft, dass sein Entschluss der Mannschaft im Abstiegskampf hilft.

Man merkt Frank Ehrhardt im Telefongespräch an, wie sehr ihn die Situation beschäftigt. Am Montag hat er die Mannschaft und die Verantwortlichen informiert, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt beim Südbadenligisten niederlegen wird. Bereits in der Winterpause habe er Szenarien durchgespielt, sagt er.

Denn schon damals war man beim HTV nicht zufrieden mit den Ergebnissen, den letzten Sieg gab’s am 31. Oktober. Vom Tabellenende trennen den Aufsteiger, der derzeit Neunter ist, nur zwei Punkte. Am Sonntag dann folgte ein "Spiel zum Vergessen" gegen Helmlingen, wie es im Spielbericht auf der HTV-Homepage heißt. Nach der deutlichen 31:19-Niederlage habe er noch mal eine Nacht drüber geschlafen und dann die schwere Entscheidung getroffen, sagt Ehrhardt.

Erfolge blieben zuletzt aus

Er wolle damit dem Verein, den er liebe, eine Chance geben, begründet er den Schritt. Denn in den Spielen habe man auf der Stelle getreten, es habe zuletzt keine Entwicklung mehr stattgefunden. "Mir geht es in der Situation am schlechtesten, aber es ist nun mal ein Verein und eine Mannschaft, die Erfolge braucht", sagt Ehrhardt.

Abstiegsduell am Samstag

Für die Mannschaft steht am Samstag ein richtungsweisendes Spiel beim Schlusslicht TuS Oberhausen bevor. Den Zeitpunkt seines Rücktritts habe er auch mit Blick auf dieses Spiel gewählt, sagt der gebürtige Hofweierer. "Ich will der Mannschaft die Chance geben, eine Reaktion zu zeigen", erklärt Ehrhardt. Und: "Ich hoffe, dass es fruchtet." Denn er wird weiter mit der Mannschaft mitfiebern, er sei im Guten gegangen und habe den Schritt für die Mannschaft getan. "Ich werde auch weiter mit meiner Familie in die Halle gehen, wir fühlen uns hier sehr wohl", sagt er.

Seit 2016 beim HTV

Daher will er die Mannschaft auch nicht im Stich lassen, bei Fragen stünde er jederzeit zur Verfügung. Auch ein zukünftiges Engagement im Verein – in welcher Form ließ er offen – wollte er am Mittwochmittag nicht ausschließen. Ehrhardt hatte die HTV-Sieben im Sommer 2016 von Jürgen Brand­staeter übernommen, auch damals war der HTV Südbadenliga-Aufsteiger. Es folgte der direkte Abstieg im Sommer 2017. Zwei Jahre später wurde Meißenheim in der Landesliga unter Ehrhardt souverän Meister und stieg erneut in Südbadens höchste Spielklasse auf.

In der laufenden Saison konnte der HTV bislang nur wenig von der Aufstiegseuphorie profitieren und steckt – wie die halbe Liga – im Abstiegskampf. "Unter diesen Vorzeichen scheint die Reaktion von Ehrhardt nachvollziehbar", heißt es in einem Bericht auf der HTV-Homepage. Doch auch der Verein wurde von dieser Nachricht überrascht, wie es auf der Facebook-Seite heißt.

Wer coacht am Samstag?

Wer Ehrhardts Nachfolger im Ried werden wird, ist noch nicht klar. Derzeit wird eine Interimslösung gesucht, die "unter Umständen auch das Erbe von Frank Ehrhardt antreten kann, um den Landesliga-Aufsteiger in der Südbadenliga zu halten", wie es in dem Bericht heißt. Wer die Mannschaft am Wochenende beim wichtigen Spiel in Oberhausen betreuen wird, ist noch nicht geklärt. Von Vereinsseite war am Mittwoch zu erfahren, dass dafür eine interne Lösung für die Trainerbank gesucht werde, die vor Samstag bekannt gegeben werden soll.

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