Bei letzten Treffen von "Ko-Ko" bemalten und beklebten die Frauen Leinwände. Foto: Lehmann

"Miteinander in Kontakt kommen" findet zum letzten Mal statt. Austausch von Frauen.

Meißenheim - Wehmut, aber auch Stolz haben die Teilnehmerinnen bei der letzten Ausgabe von "Miteinander in Kontakt kommen" empfunden. Ziel des Projekts war es, Frauen mit und ohne Migrationshintergrund miteinander in Kontakt bringen.

Zum letzten Mal konnte Doris Adler die Frauen zum Treffen "Miteinander in Kontakt kommen" ("Ko-Ko") begrüßen. "Wehmütig bin ich schon, aber wir können auf ein tolles Jahr zurückblicken", sagte Adler, die gemeinsam mit Irene Leonhardt, Christa Lechleiter und Dagmar Scharff die monatlichen Treffen organisierte und Bastelprojekte überlegte.

Ein Jahr lang wurde einmal monatlich gebastelt, geredet und gesungen. Immer wieder trug jemand etwas zu einem kleinen Imbiss bei.

Mechthild Wieber war bereits seit dem ersten Treffen regelmäßig dabei. Ihr habe es immer gefallen und sie habe sogar verborgene Talente entdeckt. Normalerweise bastle sie nicht so viel, bei "Ko-Ko" sei sie jedoch immer mit einem tollen Ergebnis nach Hause gegangen. Seien es bemalte Taschen, Lichttüten, Ketten, oder andere Bilder gewesen, das Angebot war vielfältig und bunt, schildern auch die anderen Teilnehmer.

Basteln erleichtert den Austausch

"Das Besondere bei ›Ko-Ko‹ war, dass das Gespräch nicht ausschließlich im Vordergrund stand", betonte Christa Lechleiter. Das habe es insbesondere hinsichtlich der Sprachbarrieren leichter gemacht. Neben dem gemeinsamen künstlerischen Werken sei miteinander gesprochen worden und jeder habe etwas mitgenommen und gelernt, ganz ohne Druck. Zu Hause hingegen nehme man sich oft nicht die Zeit für das künstlerische Werken oder es fehlten die Ideen. Und am Ende jedes Treffens war jeder stolz auf das Geschaffene. So zeigte man sich etwa bei Begegnungen auf der Straße gegenseitig die gemeinsam gebastelten Ketten oder Armbänder.

"Wir haben viel erreicht", betont auch Doris Adler. Die Frauen seien zusammengewachsen, man kenne sich nun und komme ins Gespräch wenn man sich auf der Straße trifft. Das Schöne: Bei jedem Ko-Ko-Treffen waren auch stets regelmäßig Teilnehmerinnen dabei, die von Beginn an dabei waren. Darunter auch zwei Flüchtlingsfrauen, die immer wieder gerne zu den Treffen kamen. Beide wohnen inzwischen in Meißenheim und haben hier ihre neue Heimat gefunden.

Die Geschichte

Ziel von "Miteinander in Kontakt kommen" war es, einen Austausch zwischen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund zu ermöglichen. Dafür kooperieren die evangelische Kirchengemeinde und das Netzwerk für Integration Meißenheim. Das erste Treffen fand im April 2018 statt. Nun bleibt die Hoffnung, dass sich etwas Neues auftut. Denn nach der Schließung des Riedhofs, wo derzeit nur noch zwei Familien leben, fällt auch das Riedhofcafé weg.