Mahlberg Wohnung statt Kita

 Foto: Decoux-Kone

Mahlberg - Aus der ehemaligen Rechtsanwaltskanzlei in der Stauferstraße 1 soll nach dem Willen der Mahlberger Stadtverwaltung eine Wohnung werden. Die Option, dort Platz für eine Kinderbetreuung zu schaffen, ist indes wohl vom Tisch.

Suche nach Folgenutzung für Gebäude 

Mehr als 30 Jahre, von 1989 bis Ende 2019, war Anwalt An­dreas Rieger im ersten Obergeschoss des Gebäudes in der Stauferstraße 1 zu Hause. Nachdem der Jurist seine Kanzlei nach Stuttgart verlegt und seinen Sitz in Mahlberg aufgegeben hatte – der Mietvertrag lief bis Ende Januar –, machte sich die Stadt auf die Suche nach einer Folgenutzung. Im Februar entschied der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung, das Lahrer Architektenbüro Schlager zu beauftragen, die Kosten einer Sanierung und Modernisierung der Räumlichkeiten zu ermitteln und eine entsprechende Planung zu fertigen (wir berichteten). Nun liegt das Ergebnis vor.

Planer Achim Schlager hat zwei Varianten entwickelt, über die der Gemeinderat bei seiner Sitzung am kommenden Montag (ab 19 Uhr im historischen Rathaus) zu befinden hat.

Kosten von rund 120 000 Euro

Zur Wahl stehen der Umbau der einstigen Kanzlei in eine Vier- oder eine Fünf-Zimmer-Wohnung. Während es flächenmäßig freilich wenig Unterschiede gibt – zur Verfügung stünden jeweils gut 108 Quadratmeter – kämen nach den eingeholten Kostenvoranschlägen für die einzelnen Gewerke fünf Zimmer (150 000 Euro) die Stadt deutlich teurer als vier Zimmer (120 000 Euro). Hauptgrund laut Planer: die in ersterem Fall notwendige Verlegung des Badezimmers, inklusive "sehr aufwendiger" Abbrucharbeiten. Die Stadtverwaltung spricht sich in der Sitzungsvorlage für die günstigerer Variante aus. Diese sieht drei Zimmer mit einer Größe von rund 20, 15 und elf Quadratmetern sowie einen Koch-, Ess- und Wohnbereich mit gut 35 Quadratmetern vor. Dazu kommen Bad, Flur, Abstellraum und Garderobe, allerdings keine Gäste-Toilette, wie es bei der Fünf-Zimmer-Option möglich wäre.

KVJS rät von Nutzung als Kindergarten ab 

Bei der Sitzung im Februar war laut Stadtverwaltung auch die Möglichkeit diskutiert worden, die ehemaligen Kanzleiräume "für eine Tagesmutter oder als Einrichtung eines kleinen Kindergartens oder Kindertagesstätte herzurichten" – und damit die Platznot im Betreuungsbereich zu lindern. Indes hat der KVJS, der baden-württembergische Kommunalverband für Jugend und Soziales, von diesem Vorhaben abgeraten. Insbesondere, weil rund um das Gebäude in der Altstadt "keine Außenspielmöglichkeit gegeben ist".

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