Mahlberg "Wäre verschwendete Zeit für mich"

Bei Fridi Miller zu Hause: Unsere Zeitung hat die Kandidatin jüngst im Rahmen des OB-Wahlkampfs in Villingen-Schwenningen besucht – und staunte über einen braunen, aber bunt geschmückten Christbaum. Den, sagt Miller, habe sie im November 2013 mit ihrer Tochter geschmückt und er bleibe stehen, bis sie wieder das Sorgerecht für ihre Milli habe. Foto: Spitz Foto: Lahrer Zeitung

Dauerkandidatin Fridi Miller ist auch bei den Bürgermeisterwahlen in Mahlberg mit von der Partie. Die Sindelfingerin hat am Freitagvormittag ihre Bewerbung eingereicht. Auf den Plan gerufen wurde die 48-Jährige von "einer unzufriedenen Bürgerin".

 

Mahlberg. Damit bekommt Rathauschef Dietmar Benz – bis dato einziger Kandidat – kurz vor Ende der Bewerbungsfrist doch noch Konkurrenz auf dem Weg in seine vierte Amtszeit. Miller stand beziehungsweise steht nach eigenen Angaben bei mehr als 100 (Ober-)Bürgermeisterwahlen auf dem Stimmzettel. Bekanntlich liegt ihr Hut auch in Ettenheim im Ring.

Doch hatte sie nicht erst vor einem Monat der LZ erklärt, ihre Bewerbung dort sei eine Ausnahme, sie wolle "eigentlich aufhören" mit dem Überall-Bewerben? Doch, sagt Miller. Aber dann sei eben wieder ein "Hilferuf" aus der Bevölkerung an ihr Ohr gedrungen – den die selbsternannte Aufdeckungspolitikerin am Freitag ungefragt unserer Redaktion zukommen ließ.

Das Schreiben ist unterzeichnet von "einer unzufriedenen Bürgerin", die klagt: "Sehr geehrte Frau Miller, bei uns in Mahlberg sind viele mit dem seitherigen und leider wohl auch künftigen Bürgermeister unzufrieden." Schade, dass sie sich nicht beworben habe. Denn mit einer Miller-Stimme hätte man dem Amtsinhaber (die Briefeschreiberin wählt eine Bezeichnung, deren Wiedergabe presserechtlich heikel wäre, Anm. d. Red.) "eine auswischen können".

Miller reagierte. Die Bewerbung koste sie "20 Euro für die Wählbarkeitsbescheinigung, 3,60 Euro Porto und nicht mal eine Stunde meiner kostbaren Zeit", sagt sie. "Warum sollte ich diesen Menschen, dann dort nicht helfen, um ein Zeichen setzen zu können." Doch wie sähe dieses Zeichen im Falle eines Wahlsieges aus, was würde sich in der Stadt verändern? "Ich habe mich nicht mit Mahlberg beschäftigt", sagt Miller unverblümt. "Wozu auch? Wäre verschwendete Zeit für mich. Meine Ziele sind immer dieselben, für jede Stadt und Gemeinde." Überall kämpfe sie für Kinder und Menschenrechte, für Bürgerhaushalt und Bürgerentscheide.

Zu Gesicht bekommen die Mahlberger die Bewerberin mit den hehren Absichten vor der Wahl wohl nicht. Sie sei "weiter gehandicapt, durch den willkürlichen und ­rechtswidrigen Führerscheinentzug durch das Landratsamt Böblingen". Außerdem kümmere sie sich "voll und ganz um meine OB-Kandidatur in Villingen-Schwenningen". In der 85 000-Einwohner-Stadt konkurriert Miller mit derzeit sechs weiteren Bewerbern um die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs Rupert Kubon.

Egal, wie die Wahlen hier wie da für Miller ausgehen – einer Sache, betont sie am Ende, könnten sich die Bürger sicher sein: "Dass mich kein Geld der Welt von meinem Weg abbringen kann, für Liebe und Frieden zu kämpfen."

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am kommenden Montag, 18 Uhr, wird der Mahlberger Wahlausschuss die eingegangenen Bewerbungen prüfen und über deren Zulässigkeit befinden. Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 23. September, statt.

  • Bewertung
    15