Mahlberg "Prinzessin kann auch mal etwas älter sein"

Der Orschweierer Prinz und seine Prinzessin: Patrick Santo und Anita Obergföll Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Orschweier. Ausgelassene Stimmung herrschte am Samstag in der Orschweierer Mehrzweckhalle. Oberzunftmeister Volker Kern durfte rund 500 Gäste zum bunten Abend der Narrenzunft Hornig begrüßen – mehr hätten keinen Platz gefunden. Zeremonienmeister Tim Bauer übernahm die Moderation des närrischen Bühnenspektakels.

Gleich zu Beginn lüftete Prinz Patrick I. (Santo) sein bis dahin bestens gehütetes Geheimnis: Wen er sich für die laufende Kampagne als Prinzessin ausererkoren hat. Der Saal tobte, als Anita I. (Obergföll) auf die Bühne trat. Sie ist schon seit Jahrzehnten Bühnenakteurin, besonders beliebt als einfältige "Sophie üs Mohlburg". Angesichts des 60-jährigen Bestehens der Zunft frozzelte sie: "Da kann die Prinzessin ja dann auch mal etwas älter sein."

Ortsgeschehen aufs Korn genommen

Sogleich präsentierte sich die schwarz-rot gekleidete weibliche Prinzengarde temporeich in kurzen Röckchen mit von Tanja Siefert einstudierten Beinschwüngen. Auch Hästräger (Jockele, Kühe und Böcklin-Schlossfrauen) begeisterten mit höchster Dynamik. Das hatte Sabrina Sutter genial choreografiert. Bühnen-Urgestein Maria Frey ließ als "Mühlen-Marie" dieselbe klappern und auch die Gosch. Denn beim Mehl verkaufen hatten sich manche dörflichen Klatsch- und Tratschgespräche ergeben, etwa über zuverlässig schäumende Fassanstiche des Mahlberger Stadtoberhaupts.

Die Narren-Teenies legten als sechs gold-glitzernde Engelchen samt ebenso vielen schwarz-roten Teufeln flotteste Sohlen aufs Bühnenparkett. Da hatte Justine Obergföll für höllisches Tempo gesorgt. Sieben "alte Wieber" sorgten an Rollatoren und Krückstöcken mit vielen Gags und Spottgesängen für weitere Lacher. Auch die neue Prinzessin Anita: "Eva im Paradies war eine geborene Schaub, weisch?" Tanja Sieferts Dancing-Girls sorgten als Polizistinnen für weiteres Tanzvergnügen, als (echte) "Opa und Enkel" nahmen Bernd und Lenny Krella so manches aufs Korn, etwa die amtlich verbotene Pfeife auf dem Kreisverkehrs, die ins Narrenmuseum gehöre.

Munter ging’s mit dem Narrenrat als partnersuchende TV-Bachelor weiter. Gleich mehrere Papp-ICE’s hielten zum schrägen Frage-Wettbewerb vor Ingeborgs Bahnhofs-Krone. Und das Hornig-Ballett präsentierte sich als zehn rockende Eisköniginnen in begeisterndem Tempo, später nicht minder rasant die Zunftballerinas als knallbunte "Candy-Girls" und das unvermeidliche Männerballett als Schornsteinfeger. Dem hatte Anne Sehrer mächtig Beine gemacht.

Schließlich unterhielten sich "Hilde und Karl" (Dirk Krella und Anne Sehrer) im holpernden Bus an der Haltestange über skurrile Beobachtungen, die "Sophie üs Mohlburg" (alias die Prinzessin) sorgte schließlich im gewohnten Altweiber-Kostüm für herzhafte Komik.

Nach dem Finale auf der Bühne sank die Stimmung in der Halle keineswegs. Wie vor genau 45 Jahren, als die Narrenzunft erstmals ihren bunten Abend in Orschweier organisiert hatte – wenn auch noch vor wesentlich weniger Publikum – wurde weitergefeiert. Am kommenden Freitag, 31. Januar, feiert die Zunft ab 19.11 Uhr ihr 60-Jähriges mit einem großen regionalen Hästrägertreffen in der Orschweierer Halle.

Weitere Informationen: narrenzunft-orschweier.de

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