Mahlberg Merke: Sammler verraten nie ihre Plätze

Sammlerherz, was begehrst du mehr: Die Kinder präsentieren stolz ihre Beute. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Von Michael Masson

Mahlberg. Pilze sammeln – das ist doch uncool, oder? Von wegen! Auch Kinder haben großen Spaß daran, das zeigte sich im Rahmen des Mahlberger Ferienprogramms: 15 Teilnehmer im Alter von sechs bis zehn Jahren fanden sich ein, um auf die abenteuerliche Pilz- Pirsch zu gehen.

Gestartet wurde an der Orschweierer Hütte, mitten im Wald. "Bewaffnet" waren die Kinder mit Körbchen und kleinen Messern. Plastiktüten sind verpönt, denn darin werden frische Pilze schnell ungenießbar.

Mit großer Begeisterung stürzten sich die Kinder zu Beginn in den Wald, lernten allerdings sehr schnell, das eine ruhige Gangart angesagt ist, wenn man Pilze an der Erdoberfläche finden will. So entdeckten die jungen Sammler denn auch genügend Steinpilze, Pfifferlinge oder Totentrompeten, aber auch "Rosa Rettichhelmlinge".

Wie lange Dieter Kurz und seine Frau Gisela das Ferien-Pilzesuchen schon organisieren, wissen sie gar nicht mehr genau. Dieter Kurz ist einer der zehn offiziellen "Pilzsachverständigen" im Ortenaukreis, schon vor Jahrzehnten zertifiziert von der "Deutschen Gesellschaft für Mykologie". Doch selbst Kurz muss gelegentlich zuhause noch einmal genauer hinschauen. Den Fund eines Knollenblätterpilzes nutzte der Experte dazu, den Kindern die Gefahren des Sammelns deutlich zu machen, wenn man seine Beute ohne Kenntnis in die Pfanne wirft und isst. Der Knollenblätterpilz wird nämlich gern mit Champignons verwechselt, ist jedoch schon in kleinen Mengen tödlich, weil er zu Leberversagen führt.

Die Kinder hörten Kurz sehr aufmerksam zu, lernten im Wald mehr, als manch Erwachsener eigentlich längst über Pilze wissen sollten.

Schließlich sammelte man sich am Helgenstöckle. Kurz zeigte sich angesichts der bemerkenswerten Ausbeute nicht überrascht: "Dieses Pilzjahr ist ein sehr gutes." Ob Kuhpilz, Flaschenbovist oder Spitzschuppiger Schirmling: Im Wald treiben sie alle ihre Fruchtkörper nach Oben, sogar der Goldröhrling, der mit Lärchen eine Symbiose eingeht. Die holen sich von der Baumwurzel Wasser und liefern dafür Mineralien.

Die Kinder genossen sichtlich die Pilzsuche – genauso wie anschließend das Pilzgericht in der Mahlberger Schulküche. Vorab hatte Kurz mit seinen Freunden für frische Pfifferlinge gesorgt. Die eigenen Pilze, die zu putzen zu lange gedauert hätte, durften die Kinder mit nach Hause nehmen; nach gründlicher Begutachtung versteht sich.

Die klassische Frage an Kurz, wo man die schönsten Speisepilze massenweise findet, beantwortete der Experte mit einem milden Lächeln: "Wir Sammler verraten unsere Plätze nie, da könnte ja jeder kommen."

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