Mahlberg Hartnäckigkeit macht sich bezahlt

Der jahrelange Einsatz von Bürgermeister Dietmar Benz (links, beim Vor-Ort-Termin mit SPD-Bundestagsabgeordnetem Johannes Fechner) macht sich bezahlt: Die Bahn wird nun doch Lärmschutzwände in Mahlberg bauen. Foto: Mutz

Mahlberg - Viel Lob und Dank gab es am Montag vom Mahlberger Gemeinderat für Bürgermeister Dietmar Benz. Seiner Hartnäckigkeit, so der Tenor, ist es zu verdanken, dass die Bahn nun doch für besseren Lärmschutz sorgen will.

Lärmschutzwand seit den 1990er-Jahren Thema

Seit in den 1990er-Jahren die Pläne für die Rheintalbahn diskutiert wurden, war der Bau einer Lärmschutzwand in Mahlberg immer wieder Thema gewesen, erinnerte Benz in seinem Rückblick. Diese habe die Bahn mit Verweis auf die Richtlinien zum Lärmschutz immer wieder abgelehnt. Als 2016 dann klar gewesen sei, dass die Güterzugtrasse an die Autobahn verlegt wird, hatte die Bahn der Stadt angeboten, sich an den Kosten von 900 000 Euro für den Bau einer Lärmschutzwand zu beteiligen. Das lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. "Ich sah den Verursacher in der Pflicht", kommentierte der Bürgermeister. Die Bahn gewährte jedoch nur für passiven Lärmschutz Zuschüsse: Für den Einbau spezieller Fenster mit Be- und Entlüftungssystem in einigen Häusern Orschweiers entlang der Bahnlinie hatte sie 8000 Euro Zuschuss gegeben.

Erneute Prüfung fällt positiv aus 

Mahlberg blieb immer wieder außen vor, auch als zwischen 2017 und 2019 in fast allen Umlandgemeinden entlang der Bahnlinie Lärmschutzwände gebaut wurden. Anfang 2019 wurden dann die Richtlinien geändert. "Das hat uns in die Karten gespielt", so Benz. Denn danach würde Mahlberg aktiver Lärmschutz zustehen. Trotzdem blieb die Bahn beim Nein. Als Grund nannte sie den bereits gezahlten Zuschuss für die Fenster. Im Frühjahr vergangenen Jahres machte die Stadt der Bahn das Angebot, die Zuschüsse für die ausgetauschten Fenster zu übernehmen, wenn im Gegenzug die Lärmschutzwand gebaut wird. Das Verfahren war lange in der Schwebe, noch im Frühjahr rechnete Benz mit mindestens zehn Jahren, bis etwas entschieden wäre. Nun hat die Bahn erneut geprüft – mit dem Ergebnis, dass Mahlberg jetzt "viel schneller als gedacht" eine Lärmschutzwand bekommt, nämlich bereits 2023, auch die Zuschüsse darf die Stadt behalten (wir berichteten).

Ziel durch Hartnäckigkeit erreicht

"Unser Anliegen fand Gehör", freute sich Benz nun am Montag. Ausdrücklich sprach er Sabine Weiler von der Bahn und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner seinen Dank für ihre Unterstützung aus. Benz wiederum dankten die Stadträte. Thomas Schwarz (FW) lobte: "Wenn Sie nicht so hartnäckig gewesen wären, hätten wir es nicht erreicht." Orsch­weiers Ortsvorsteher Bernd Dosch erinnerte sich an die vielen Termine, Sitzungen und den Schriftverkehr in den mehr als zehn Jahren und an die "wahnsinnige Arbeit", die Benz geleistet habe. "Es lohnt sich einen Dickkopf zu haben und zu kämpfen", erklärte Benz selbst dazu. "Das ist von Vorteil", bestätigte ihm Barbara Frieden.

Züge mit 250 Stundenkilometern unterwegs

Gut ein Jahr werde die Planung für die Lärmschutzwände dauern, weitere anderthalb das Plangenehmigungsverfahren. 2023 könnte die Lärmschutzwand gebaut werden. Jetzt will Benz alles dransetzen, dass es auch so bleibt. Denn nach dem Bau einer Güterzugtrasse werden zwischen 2036 und 2041 die Bestandsgleise ertüchtigt. Auf den neuen Gleisen sollen die ICEs dann mit 250 Stundenkilometern fahren können.

Dann könnte die Lärmschutzwand obsolet werden. Zum einen, weil wegen der neuen Güterzuggleise an der Autobahn der Zugverkehr entlang Orschweiers deutlich leiser sein könnte. Zum anderen würde die Lärmschutzwand zu nah an den Gleisen stehen und müsste deshalb abgebaut werden. Das will Benz verhindern. Immerhin: "Wir werden 18 Jahre lang Ruhe haben vor Lärm auf den Bestandsgleisen." Was auf jeden Fall bleibt, ist der Erdwall zwischen Schmiedeweg (Mahlberg) und der Feldstraße (Orschweier). Den hatte die Stadt vor ein paar Jahren aufschütten lassen und im vergangenen Jahr erweitert.

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