Mahlberg Großer Andrang in der Schlosskirche

Die gut 300 Besucher kamen in der Mahlberger Schlosskirche in den Genuss großer musikalischer Kunst. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Mehr als 300 Zuhörer füllten am Montag die kleine Mahlberger Schlosskirche, viele mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Angelockt hatte sie das traditionelle Dreikönigskonzert unter der musikalischen Leitung von Alt-Pfarrer Bernd Walter.

Mahlberg. Zum Einstieg begeisterte das siebenköpfige Blechbläserensemble mit zwei Werken des Venezianers Giovanni Gabriele im Übergang von Renaissance zu Barock: "Canzon septimi toni" und "Canzon noni toni". Mit Claudio Monteverdi, der einst Gabriele als Kirchenmusiker im Markusdom nachfolgte, empfahl sich sodann das Vokalistenensemble der Schlosskirche samt Julian Handlos an der Continuo-Orgel mit einem ausdrucksstarken vielstimmigen "Magnificat a sei voci". Auch später brillierten Barbara Silber-Edelmann, Anne Metayer (Sopran), Andrea Frey-Melder (Alt), Heiko Garvs-Burkhardt und Patrick Labiche (Tenor), besonders mit sechs Chorälen und Duetten aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit Soli von Rainer Pachner (Bariton).

Das dreisätzige "Konzert für Violine und Oboe und Basso continuo in D-Moll" von Barockmeister Bach, begleitet von Streichern des jungen Orchesters mit Gerhard Jung, Pia Murga Rodriguez, Elena Pfeifer, Elke Klose und Stefan Krattenmacher wurde zu einem der Höhepunkte des Konzerts. Sie Solisten Saskia Mährlein (Violine) und Uli Steurer (Oboe) zeigten eine perfekte Instrumentenbeherrschung, hohen Ausdruck und ein harmonisches Zusammenspiel.

Weiter im Chor: Ob Praetorius’ "Es ist ein Ros’ entsprungen" oder "Drei Könige" von Peter Cornelius mit Bariton-Solist Pachner oder die Motette "Lulla, Lullaby" des Kirchenkomponisten William Byrd als religiösem Wiegenlied: Alles wurde in filigraner Vielstimmigkeit dargeboten, wie auch der "Schutzengel-Hymnus" von Anton Bruckner. Nicht nur bei dem empfahl sich das begleitende Blechbläserensemble mit Brigitte Klein, Bastian Lehnert, Miriam Kässinger, Achim Feindel, Karlheinz Ruder, Dietmar Pfeifer und Bernd Walter. Auch beim "Pilgerchor", ansonsten bei Wagners Oper "Tannhäuser" monumental besetzt, gelang es Chor und Gesamtorchester, in kleinerer Besetzung einem kraftvollen Höhepunkt entgegenzustreben, samt den Solo-Posaunisten Pfeifer und Walter. Letzterer zeigte sich im Wechsel als Dirigent und Posaunist. Bei Wagners "O du mein holder Abendstern" hatte Walter sogar sein eigenes stimmkräftiges Bass-Solo mit Organist Handlos.

Nach einem besinnlich vielstimmigen "Herr, denn es will Abend werden" von Josef Rheinberger und "Der Morgenstern ist aufgedrungen" von Michael Praetorius verabschiedete sich das Vokalistenensemble mit Bachs bekanntem "Wie schön leuchtet der Morgenstern". Dieses sangen Hunderte Zuhörer in der kleinen Kirche mit, bevor sie reichlichen Schlussapplaus spendeten.

Alt-Pfarrer Bernd Walter lud die Besucher im Anschluss an das Konzert noch zu einem "Gläschen danach" mit den Akteuren ins evangelische Jakobus-Gemeindehaus ein. Ansonsten hieß: "Bis zum nächsten Dreikönigstag." Doch wahrscheinlich wird man sich schon vorher wiedersehen – der musikbegeisterte Geistliche bereitet bereits weitere Schlosskonzerte für das laufende Jahr vor.

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