Kürzell Kürzell ist gegen Bahn-Ausbau

Fährt die Rheintalbahn auch bald an Kürzell vorbei? Wenn es nach den Plänen der DB-Netz AG geht, lautet die Antwort ja: Die Bahn plant eine neue Strecke für den Güterverkehr, die direkt am Ortsteil vorbeiführen würde. Foto: Symbolfoto: Balk

Kürzell - Die DB-Netze AG plant vorbei am Ortsteil Kürzell zwei Bahnstrecken aus- beziehungsweise neuzubauen. Zu diesem Anlass soll es demnächst Erkundungsbohren geben. Der Ortschaftsrat Kürzell nahm dies missbilligend zur Kenntnis.

Gemeinde wehrt sich ohne Erfolg 

Ortsvorsteher Hugo Wingert merkte gleich zur Einleitung der Sitzung an, dass sich die Gemeinde Meißenheim schon zu Beginn der Planung – die Ausbaustrecke der Rheintalbahn an die Autobahn zu verlegen – dagegen gewehrt hatte. Allerdings ohne Erfolg. So laufen nun bereits die Planungen der DB Netze: Die bereits bestehende Strecke soll zu zwei und zum Teil viergleisige Strecken mit Geschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern ausgebaut werden. Ausgelegt ist sie für den Personenregional– und Fernverkehr.

Dazu kommt auch eine Neubaustrecke, die zweigleisig vorgesehen ist und für den Güterverkehr geplant wird. Da die Neubaustrecke parallel zur Autobahn geplant wird ist der Ortsteil Kürzell direkt davon betroffen.

Im Zuge des Aus- und Neubaus wurden bereits 2018 geotechnische Untersuchungen ausgeführt, die nun weiter geführt werden sollen. Insgesamt werden 169 Kernbohrungen und 1048 Kleinrammbohrungen zur Untersuchung des Bodens durchgeführt. Dabei soll die Tiefe der Kleinrammbohrungen vier bis zehn Meter betragen.

Altlasten vom Militärflughafen möglich

Die DB-Netz-AG rechnet nicht mit Veränderungen im Boden durch die Bohrungen. Gerhard Bidermann (GUL) merkte hierzu an, dass er 2016 mit Hugo Wingert an einer Informationsveranstaltung zum Thema der Neubaustrecke teilgenommen hatte. Dabei wurde erwähnt, dass an der Engstelle bei Kürzell ein Betriebsbahnhof geplant sei.

Bidermann hatte laut eigenen Aussage bereits damals darauf hingewiesen, dass bei Kürzell noch Altlasten aus der militärischen Nutzung des Flughafens vorhanden sein könnten. Und, wenn nun schon Bohrungen zur Bodenuntersuchung stattfinden, sollten auch dazu Untersuchungen gemacht werden, so Bidermann.

Brücken nicht auf allen Plänen eingezeichnet 

Auch sollten weitere Informationen zum geplanten Betriebsbahnhof eingeholt werden. Denn waren die Brücken zur Älterstraße und beim Dachswaldsee nicht mehr in den älteren Plänen zu finden, sind diese nun in den neu vorgelegten Plänen wieder vorhanden. Dazu merkte Christian Maurer (Pro Meißenheim und Kürzell) sarkastisch an: "Pläne sind geduldig".

Der Ortschaftsrat Kürzell war sich letztendlich einig, dass der Antrag "missbilligend zur Kenntnis" genommen wird. Kommenden Montag wird sich der Gemeinderat Meißenheim mit dem Thema befassen.

Info: Kanalsanierung 

Ein weiteres Thema im Ortschaftsrat waren die Kanalsanierungen: 2012 und 2013 wurden Untersuchungen im Kanalsystem ausgeführt. Dabei wurden einige Mängel festgestellt, die seither nach und nach beseitigt werden. Mit der Vergabe der Arbeiten zur Kanalsanierung mittels Robotertechnik und Einbau von Schlauchlinern und der Schachtsanierung in Kürzell sollen nun die letzten Arbeiten durchgeführt werden.

Diese wurden im Juli 2020 ausgeschrieben, fünf Firmen haben ein Angebot abgegeben. Die Firma Koßmann Kanal- und Umwelttechnik aus Kappel-Grafenhausen hat mit 78 414 Euro das günstigste Angebot abgegeben und erhielt nun den Zuschlag für die Arbeiten.

  • Bewertung
    1