Kippenheim Neugart sichert sich Anteile an Tennishalle

Kippenheim - Die Firma Neugart hat einen Teil der Kippenheimer Tennishalle gekauft. Dies bestätigte die Geschäftsführung gegenüber der LZ. Am gewohnten Betrieb soll sich erst mal nichts ändern. Derweil liegen die Neubaupläne des Unternehmens auf Eis.

Die Verunsicherung in der lokalen Tennisszene war in den vergangenen Wochen groß. Die Frage, die viele hinter vorgehaltener Hand stellten: Wie lange können wir noch in Kippenheim aufschlagen? In der Tennishalle des Sportparks in der Keltenstraße stehen fünf Plätze (plus Badmintonfelder) zur Verfügung. Sie sind im Winter sehr gefragt und entsprechend gut gebucht. Viele Freizeitsportler und auch Trainer mit ihren Schützlingen frönen nach dem Ende der Freiluftsaison ihrer Leidenschaft unterm Dach. Nun machte das Gerücht die Runde, die Firma Neugart habe die Halle vom Betreiber, der Unternehmensgruppe Van der Vliet und Kunz, gekauft. Die Angst ging um, das Spiel mit der gelben Filzkugel könnte bald vorbei sein.

Firmenchef Bernd Neugart nahm am Dienstag gegenüber der LZ Stellung zu den Spekulationen. Diese entsprächen nur teilweise der Wahrheit: "Wir haben nicht die ganze Tennishalle, sondern einen Teil davon erworben." Der Kauf sei Teil eines Deals über das Sportpark-Gelände hinter der Halle. Dort liegt eine seit Längerem wenig genutzte Außensportanlage, auf die es Neugart eigentlich abgesehen hat. Bekanntlich plant der Kippenheimer Getriebespezialist auf dem 2,1 Hektar großen Grundstück nördlich des Sportparks (Richtung Kippenheimweiler) den Bau eines weiteren Werks. Mit dem angrenzenden Sportareal will man sich die Möglichkeit offenhalten, bei Bedarf die Stellplatz-Kapazitäten zu erhöhen.

Warum der Kauf der Freiluft-Plätze an einen Einstieg in die Tennishalle gekoppelt wurde, dazu wollte sich Bernd Neugart nicht näher äußern. Er könne die Freizeitsportler aber beruhigen: "Der Betrieb in der Halle wird noch für viele Jahre wie gewohnt weitergehen." Über den Kaufpreis und die Details des Geschäfts hüllte sich der Unternehmer in Schweigen. Naheliegendes Szenario: Neugart beteiligt sich an künftigen Unterhaltungs- und Sanierungskosten der rund 25 Jahre alten Halle und wird im Gegenzug an den Einnahmen beteiligt. Sportpark-Chef Rüdiger van der Vliet wollte auf LZ-Anfrage nicht mehr sagen als sein Geschäftspartner.

Derzeit nicht absehbar ist laut Bernd Neugart, wann der größte Kippenheimer Arbeitgeber seine Erweiterungspläne in die Tat umsetzt. Im Oktober hatte das Unternehmen den Bau eines weiteren 9000 Quadratmeter großen Werks am Hauptsitz in Kippenheim angekündigt. Im Raum steht eine Investition von 20 Millionen Euro. "Die weltwirtschaftliche Lage ist weiterhin angespannt, das bekommen auch wir zu spüren", sagt der Firmenchef. Zwar habe man die seit Monaten angeordnete Kurzarbeit wegen der "aktuell guten Auftragslage" (Neugart) im Februar ausgesetzt. Dennoch sei nicht die Zeit, an Expansion zu denken: "Dieses Jahr werden wir sicher nicht mit dem Bau beginnen und auch für kommendes Jahr ist es Stand heute eher unwahrscheinlich."

Neugart ist ein gebranntes Kind: Die Einweihung von Werk II im Jahr 2008 kollidierte voll mit der Weltwirtschaftskrise. "Nach dieser Erfahrung werden wir sicher nichts überstürzen", sagt der Chef. Im Hintergrund laufen die Planungen freilich weiter – im Sommer soll der Bebauungsplan ("Oberhefte West") in trockenen Tüchern sein. "So können wir reagieren, wenn wir es für richtig halten und dann auch zeitnah mit dem Bau beginnen."

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