Kappel-Grafenhausen "Zu-Kunst" lockt Hunderte nach Kappel

Trotz abendlichen Regens war der Platz zwischen Kirche und Tauber­gießenschule in Kappel bestens gefüllt – sehr zur Freude der Musiker auf der Bühne. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Kappel-Grafenhausen. Die lokale Musikszene hat es in sich. Das zeigte sich am Samstag in Kappel. Unter dem Titel "Zu-Kunst" agierten auf dem Platz zwischen Kirche und Tauber­gießenschule Bands und Einzelkünstler, um ihr Publikum vom Bühnenwagen aus zu unterhalten. Das Ganze war eingebettet in die Feierlichkeiten zum Ortsjubiläum.

Schon zu Beginn am Spätnachmittag fanden sich Hunderte Gäste aller Altersgruppen auf dem improvisierten Festplatz ein, um entweder das Musikereignis in den ersten Reihen zu genießen oder sich etwas weiter entfernt zum gemütlichen Plausch niederzulassen. Der Ruster Liedermacher Patrick Lehmann eröffnete mit Gitarre und Gesang. Seine melancholischen Texte mit rauer Stimme kamen ebenso blendend an wie das um zwei Gitarristen verstärkte einheimische Duo "Nachbar Paschulke".

Dominik Büchele präsentiert neues Lied

Die Sängerin Julia Müller aus Allmannsweier begeisterte mit ruhigen Lied-Geschichten aus dem Leben, die Freiburger Band Kid-O (früher "Sick of the Law") hingegen mit alternativem Rock. Zuvor hatte die Mundart-Pop-Band "Rhinwaldsounds" für Stimmung gesorgt, selbstredend mit ihrem Kappeler Gründer Dominik Büchele. Unterstützung kam von den Kappeler "Wieber Buabe", bekanntlich eher für Volkstümliches und Gaudi zuständig.

Büchele hatte dazu extra einen neuen Song komponiert, der zum Dorfhit werden könnte – "Landeier". Ein Auszug: "Mir sin a luschtiges Völkli, hen immer ebbis z’dua – sin noch so vieli Feschtli, mir kriege niemols gnua!" Büchele bleibt mit Charme und Humor ein bekennendes echtes Kappler Landei, dazu steht er.

Derweil sorgte der Fanfarenzug für Gyros und Grillwürste, der Tischtennisverein für Getränke, die Jugendfeuerwehr für Eis samt Kinderunterhaltung mit Büchsenwurf und Angelspiel. Bei der katholischen Jugend wurden Crêpes gebacken, Hamburger und Waffeln gab’s bei der Turnerjugend, Flammenkuchen am Stand der Offenburger Reha-Werkstätte.

All das fand bei Hunderten Besuchern reißenden Absatz, bis sich später am Abend leider Regenwolken über dem "Festplatz" entleerten. Dennoch wurde das Musikprogramm durchgezogen. Vor allem jüngere Gäste auch aus der Umgebung hielten bis zum Schluss wacker in Anoraks unter Regenschirmen aus, während sich die Bankreihen schon gelichtet hatten.

Die "Zu-Kunst"-Organisatoren Jonas Schilli und Fabian Glück waren mit ihren Helfern bereits vor drei Jahren im Arbeitskreis zum Dorfjubiläum integriert: "Die haben uns vertrauensvoll machen lassen." Das Ergebnis erfreute selbstverständlich auch Bürgermeister Jochen Paleit Schirmherren. Trotz Spätregen geriet das musikalische Dorffest dennoch zum vollen Erfolg. Schilli und Glück: "Schöner hätten wir es uns nicht vorstellen können."

Nun steht am 5. Dezember noch die Kappeler Musikkapelle mit ihrem Jahreskonzert auf dem Programm. Sie feiert ihr 200-Jähriges.

  • Bewertung
    0