Friesenheim Mütter müssen draußen bleiben

Die Kinder und Väter hatten viel Freude beim gemütlichen Stockbrot-Grillen über dem lodernden Feuer. Foto: cbs Foto: Lahrer Zeitung

Es klingt nach einem idyllischen Traum: zelten unter freiem Himmel, ein gemeinsames Lagerfeuer und jede Menge Spaß. Dieser ist jetzt für zahlreiche Kinder mit ihren Vätern im ehemaligen Klostergarten in Schuttern wahr geworden.

 

Schuttern. Das Angebot vom Historischen Verein Schuttern "Zelten mit Papa oder Opa" hat in diesem Jahr alle anderen Angebote im Friesenheimer Ferienprogramm getoppt. Bei 20 Vätern und ihren Kindern war eigentlich Ende Gelände. Aber nur eigentlich. Irgendwie wollten in diesem Jahr knapp 40 Väter mit ihren Kindern gemeinsam im Klostergarten zelten, grillen, Nachtwanderung, spielen und eine Menge Spaß haben. "Nach der 30. Anmeldung habe ich gedacht, wir bekommen das auch mit 40 Vätern und gut 80 Kindern hin", erklärte Martin Buttenmüller vom Historischen Verein gegenüber der Lahrer Zeitung.

Die Veranstaltung wäre nicht unter der Federführung des Historischen Vereins, wenn der Vorsitzende nicht auch zur Kirchturmbesichtigung bei Nacht oder zur Besichtigung des Informationszentrums eingeladen hätte. "Auf die Turmbesichtigung bei Nacht haben sich Paul und Max besonders gefreut", sagt Reiner Vogt aus Friesenheim, der sich als mittlerweile zum dreimaligen Wiederholungstäter bekannt hatte. Offensichtlich gilt bei den Vätern mittlerweile die Gangart: "Wer einmal dabei war, kommt wieder."

Augenzwinkernd bekennen die Männer vorab, die vier Grundregeln (siehe Info) des Camps als größte Leichtigkeit der Welt zu erfassen. Außerdem gibt es noch weitere Regeln, zu denen sich Männer nicht unbedingt namentlich bekennen wollen. Schließlich wurde gegenüber den Müttern so manches Versprechen für Zähneputzen und Waschen vor dem Zubettgehen aufgetragen. Wenn allerdings Papa und Sohn oder Tochter unterwegs sind, steht in unsichtbaren Lettern über dem Ereignis, dass Anweisungen der Mütter zu Hause bleiben. Viel lieber übernehmen die Männer mit den Kindern eine eher legere Haltung. Festere Strukturen gibt es an 364 anderen Tagen.

Irgendwie organisierte sich ein Fest mit mehr als 120 Teilnehmern einfach so: Einmal eine Rundmail abgesetzt, es könnten zu wenig Grills vorhanden sein, prompt waren mehr als ausreichend da. Schließlich ist dem Manne sein großes Steak wichtigstes Gemüse. Bäckermeister Klaus Baumert stiftete den Brotteig für Stockbrot. Der ein oder andere Papa packte noch eine Tüte Marshmallows aus, die über dem Feuer leicht gegrillt wurden.

Ruhig und ausgeglichen, zeigte sich die gesamte Gruppe. Auf Einsatzpläne für Spül- oder Grilldienste wurde komplett verzichtet. Die ruhige und ausgeglichene Gangart der Väter übertrug sich auch auf die Kinder. Sicher hätte so manche Mutter gern Mäuschen gespielt. Aber irgendwie war für die Frau ein Treffen mit der Freundin oder einfach nur ein paar ruhige Stunden zu Hause auch nicht von schlechten Eltern. Der Abschied ist allen am Sonntagmorgen etwas schwergefallen. Dafür stand das Versprechen im Raum: bis zum nächsten Jahr.

Vier Grundregeln gilt es einzuhalten: Alle sind per Du. Jeder schaut auf sein Kind. Jeder trinkt nur so viel wie er verträgt und kein Papa geht vor seinem Kind zu Bett.

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