Friesenheim Internetauftritt

Drei Jungunternehmer aus der Region präsentieren ihr Start-Up-Unternehmen bei der zehnten Auflage der Messe "Games­com" in Köln. Einer von ihnen ist Christian Seidel aus Friesenheim. Die Lahrer Zeitung hat ihn und sein Team begleitet.

 

Erst im Juli wurde die Firma "Neeerds GbR" zur GmbH umgewandelt. Passend dazu hat Simon Schulte aus Schmieheim die Homepage neu programmiert, Chris Seidel aus Friesenheim hat die Bilder gestaltet und Patrick Schmid die Texte konzipiert. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.neeerds.com.

Ortenau/Köln. Die Millionenstadt Köln ist vom 21. bis zum 25. August 2018 zum zehnten Mal Schauplatz der weltgrößten Computer- und Videospielmesse. Auf der "Gamescom" kann man die neuesten elektronischen Spiele vorab ausprobieren. Unweit der "Entertainment-Hallen" befindet sich auch ein Bereich, der nur für Fachbesucher zugänglich ist. Dort besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmern aus der Branche auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Viele junge Firmen und Start-Ups nutzen diese Möglichkeit. So auch die regionale Firma "Neeerds" aus Furtwangen. Die Lahrer Zeitung begleitete deren Chefs, drei Studenten, zwei Tage lang auf der Messe.

Patrick Schmid aus Furtwangen, Christian Seidel aus Friesenheim und Simon Schulte aus Schmieheim haben sich im Sommer 2016 dazu entschlossen, eine Firma im Bereich App-Entwicklung und Programmierung zu gründen. Kennengelernt haben sich Schmid und Seidel während ihres Studiums an der Hochschule Furtwangen. Schulte stieß über gemeinsame Freunde hinzu.

Der 29-jährige Schmid und der 24-jährige Seidel absolvierten ihren Bachelor in Medieninformatik. Schulte, der ebenfalls 24 Jahre alt ist, schloss ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik an der dualen Hochschule Lörrach und bei der Firma SH Business Communication in Herbolzheim ab. Alle drei befinden sich derzeit in Masterstudiengängen an verschiedenen Hochschulen und Universitäten. Drahtzieher des Firmenprojekts ist Christian Seidel, der bereits eine Einmann-Firma im Bereich Spieldesign und Entwicklung mit dem Namen "LastHero Media" gegründet hat und großes Entwicklungspotenzial in der Spiele-Branche sieht.

"Während des Studiums habe ich mich viel mit App-Entwicklung beschäftigt und mir das nötige Fachwissen selbst angeeignet", berichtet er. "Die Firmengründung hielt ich für eine tolle Idee, weil man unabhängig und frei ein digitales Produkt kreieren kann und in der Spiele-Branche großes Zukunftspotenzial steckt."

Schmid, Seidel und Schulte trafen sich zum ersten Mal gemeinsam in einer Studentenkneipe in Furtwangen, gingen Konzepte und Aufgabenverteilung durch und konnten sich während des Kennenlernens auch gleich auf den Namen "Neeerds" für ihr Unternehmen einigen. "Der Begriff ›Nerd‹ beschreibt jemanden, der viel am Computer sitzt und tüftelt. Wir drei können uns damit im positiven Sinn sehr gut identifizieren", erklärt Schmid den Firmennamen. "Das dreifache ›e‹ steht für die Zahl der Gründungsmitglieder."

Unternehmer knüpfen wichtige Kontakte

Neben dem bürokratischen Teil der Firmengründung, dem Aufbau einer Internetseite und kleineren Projekten mit lokalen Firmen wagen sich die drei Jungunternehmer in diesem Jahr mit einer eigens programmierten VR-App (Virtuell Realität) auf die "Games­com". Mit dieser App kann man Figuren oder Objekte mithilfe der Smartphone-Kamera in ein mögliches Foto projizieren.

Am Fachbesucher- und Pressetag der Messe knüpften sie erfolgreich erste Kontakte. Nicht immer hatten sie fest verabredete Termine bei anderen Firmen. Oft konnten die jungen Männer die Vertreter direkt ansprechen und die App live präsentieren – so zum Beispiel bei der Firma Unity. Die App kam insgesamt gut an und erhielt ein befriedigendes Feedback.

Am Mittwoch ziehen die "Neeerds" dann ihren ersten Auftrag an Land: Sie dürfen für eine deutsche Firma ein Spiel im Multiplayer- Bereich entwickeln. Abends wurde natürlich erfolgreich auf das neue Projekt angestoßen.

Doch warum suchen sich die drei gleich die weltweit beachtete "Games­com" als Auftrittsort aus?

"Die ›Gamescom‹ ist für uns genau der richtige Ort, um auch überregional und international Kontakte zu knüpfen", erläutert Seidel, "außerdem bleiben wir auf dem Laufenden in der Branche und können nebenher auch noch die neuesten Spiele ausprobieren." Bis einschließlich Donnerstag sind sie auf der Messe unterwegs gewesen und haben abends im Hotel ihre eigene Messe-App für die Folgetage verfeinert. Vielleicht kann man sich in naher Zukunft ein Smartphone-Spiel der "Neeerds" herunterladen – made in Furtwangen.

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