Friesenheim "In vier Jahren bereits vieles bewegt"

Auch nach vier Jahren ist Erik Weide mit seinem Beruf mehr als zufrieden: "Ich bin sehr gerne Bürgermeister", sagt er im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Heute vor genau vier Jahren hat Erik Weide sein Amt als Friesenheimer Bürgermeister begonnen. Vieles ist in diesen Jahren bereits geschafft worden, aber auch Niederlagen musste er ertragen.

Erik Weide hatte am 1. April 2016 seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister von Friesenheim. Eine Aufgabe, in die er binnen der vergangenen vier Jahre stark hineingewachsen ist und die ihn sagen lässt: "Ich bin gern Bürgermeister von Friesenheim." Natürlich gebe es immer Dinge, die sich besser machen ließen, für die es auch schnellere Entscheidungen geben könnte. Aber eine Gemeinde brauche mehrheitlich die Entscheidungen des Gemeinderats.

Gemeinsames Konzept und Entwicklungen 

Die Arbeit mit den Gremien und den Bürgern zeige für Friesenheim, dass es rund laufe und vor allem konzeptionell gemeinsam Entscheidungen auf den Weg gebracht worden sind. Weide erinnert an das Verkehrskonzept und das Gemeindeentwicklungskonzept. Nicht außen vor bleibe der verstärkte Ausbau der Kinderbetreuung, die auch die umfassende Entwicklung des Klosterareals in Heiligenzell mit sich bringe.

"In den kommenden Jahren werden allein sieben neue Kindergartengruppen eingerichtet und weitere sollen folgen", so Weide. Dass er für die Einführung einer Ganztagsgrundschule im Gemeinderat keine Mehrheit bekommen habe, bezeichnet er als erste Niederlage. "Aber in Friesenheim war die Zeit dafür offensichtlich noch nicht reif", so Weide.

Durch Anteile immer noch etwas in der Hinterhand

Im Gemeinderat werde immer wieder um gute Ergebnisse der Sachthemen gerungen, die auf lange Sicht auch die gewerbliche Entwicklung der Gemeinde in den Fokus rücken lassen. Zufrieden ist Weide über die Tatsache, dass nach fast 30 Jahren erstmals über die Mitgliedschaft im Zweckverband für Friesenheim Gelder fließen. "Mit unseren Anteilen am Zweckverband haben wir bei möglichen konjunkturellen Schwierigkeiten immer noch etwas in der Hinterhand", sagt Weide.

Rückblick nach vier Jahren als Gemeindeoberhaupt 

Rückblickend betont der Gemeindechef: "In vier Jahren haben wir schon vieles bewegt." Das Gewerbegebiet wurde weiterhin ausgebaut, Firmen lassen sich in Friesenheim nieder oder planen Vergrößerungen, wie das jüngste Beispiel von Firma Albea in Schuttern zeige. Gemeinsam habe die Gemeinde die Unterbringung und Integration von 130 Flüchtlingen geschafft, weiter wurden gute Beschlüsse für den sozialen Wohnungsbau in Friesenheim oder für Neubaugebiete erfasst.

Verkehr und Gemeindeentwicklung sind die weiteren Ziele

Jetzt gelte es weiter am Verkehrskonzept sowie Gemeindeentwicklungskonzept zu arbeiten. In der aktuellen Corona-Situation versuche Weide mit seinen Mitarbeitern eine Stütze für die Unternehmen zu sein. Beratungen von Firmen gehörten zum Alltagsgeschäft und die mögliche Unterstützung beim Antrag von Förderleistungen. Eines sei gewiss: "Auf Dauer werden uns die Einnahmen massiv wegbrechen." Umso mehr hofft Weide, dass die Wirtschaft ab dem 20. April wieder in die Gänge kommt. Nur so ließen sich finanzielle Engpässe, gar Armut in einigen Familien aufhalten.

Auswirkungen von Corona auf die Baukonjunktur 

Inwiefern sich die Corona-Krise auf die Baukonjunktur auswirken wird, dürfte sich bald zeigen. Aus diesem Grund will die Gemeinde an der Sanierung von Heizung und Lüftung der Sternenberghalle festhalten. Hier sehe sich die Gemeinde in der Verantwortung als Stütze für die Arbeitgeber. "Wir müssen schauen, dass der kommunale Haushalt nicht aus den Fugen gerät."

Weide denke für die Zukunft und nicht nur für eine Amtsperiode. Seit November wohnt er mit Ehefrau Nadine und den drei Kindern im Eigenheim. Für Friesenheim sind einige Projekte umzusetzen. Daran will er mitarbeiten, Weichen stellen, die Ärmel hochkrempeln und die Bevölkerung mitnehmen.

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