Friesenheim Im Sauseschritt zum Neubaugebiet

 Foto: Bohnert-Seidel

Schuttern - Einstimmig hat der Schutterner Ortschaftsrat den Satzungsbeschluss zum Neubaugebiet "Alter Sportplatz" auf den Weg gebracht. Zuvor ging Bauamtsleiter Markus Reinbold auf die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange ein.

 

"Es gab keine wesentlichen Einwendungen zu berücksichtigen", sagte Reinbold. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf dankte vor allem den Mitarbeitern der Bauverwaltung um Amtsleiter Reinbold für das enorme Tempo, mit dem das Baugebiet innerhalb von effektiv neun Monaten auf den Weg gebracht worden sei. "Dass wir zu diesem Baugebiet gekommen sind, haben wir dem sozialen Wohnungsbau zu verdanken", so Kopf. Das Neubaugebiet sei ein Glücksfall für das Dorf. "Ohne sozialen Wohnungsbau wäre das Baugebiet sicher erst in ein paar Jahren gekommen."

Riesig sei das Interesse am Baugebiet. Für die 40 Bauplätze liegen bereits 52 Anfragen bei der Ortsverwaltung vor. Zu erwarten sind geschätzt 270 neue Einwohner auf 110 Wohneinheiten und einer Gesamtfläche von 2,92 Hektar. "Das Baugebiet wird Schuttern voranbringen und die gesamte Infrastruktur mit Kindergarten, Grundschule, Gewerbe und Vereinen stärken", sagte Kopf. Das Baugebiet befinde sich komplett im Eigentum der Gemeinde Friesenheim. Diese wird auch die Bauplätze verkaufen. "Ich habe überhaupt keine Bedenken, dass wir unsere Bauplätze an den Mann bekommen", so der Ortsvorsteher.

Dass sich 39 Institute mit dem Baugebiet beschäftigten und zu Rate gezogen werden mussten, veranlasste Siegfried Greiner (CDU) zum Kopfschütteln. "Mit diesen Vorgaben stehen wir uns in unserem Land selbst im Wege", so Greiner. Dabei handle es sich um ein klassisches Baugebiet.

Noch in diesem Jahr soll Erschließung beginnen

Vielmehr als die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange interessierte ihn der zu erwartende Preis pro Quadratmeter. "Kosten die Grundstücke 150 oder 160 Euro ist viel wichtiger", so Greiner. Kopf zeigte Verständnis für die Frage nach dem Baulandpreis, auch wenn diese noch nicht zu beantworten sei. Umso wichtiger sei der Satzungsbeschluss, der am 4. Juni dem Friesenheimer Gemeinderat zur Abstimmung vorliegen wird.

Danach soll es genauso rasant wie bisher weitergehen und sofort mit der Ausschreibung für die Erschließung begonnen werden. "Wir stehen mit den nächsten Schritten Gewehr bei Fuß", versicherte Reinbold. Die Unterlagen für die Ausschreibungen seien bereits vorbereitet, es fehle nur noch der Beschluss vom Gemeinderat. Im Frühjahr 2019 dürften dann auch die Grundstückspreise bekannt sein.

Der Bebauungsplan dürfte in die Geschichte der Friesenheimer Bauverwaltung eingehen: "Es handelt sich hier um den schnellsten Bebauungsplan, der jemals in Friesenheim gemacht wurde", erklärte Reinbold. Im Vergleich: Von der Entscheidung für die Ausweisung eines Neubaugebiets bis zur Erschließung gingen in Oberschopfheim für "Auf der Mühl" nahezu acht Jahre ins Land. In Schuttern sollen noch in diesem Jahr die ersten Bagger anrollen.

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