Ettenheim Keine Sexualstraftäter im Haus St. Landelin

Das Haus St. Landelin im ehemaligen Badhotel soll vergrößert werden, Sexualstraftäter werden dort aber auch künftig keine untergebracht. Foto: Archiv: Decoux-Kone

Ettenheimmünster - Weil Bürger in der Vergangenheit mehrfach wissen wollten, ob im Haus St. Landelin auch Bewohner mit "speziellen sexuellen Neigungen" leben und ob eine Vergrößerung samt "geschlossener Anstalt" geplant sei, hat Ortsvorsteherin Rita Ohnemus den Träger "Aczepta" um Auskunft gebeten. Der reagierte sofort. Bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung standen Pflegedienstleiterin Ute Bohnert und Geschäftsführer Dennis Rahneberg aus Freiburg Rede und Antwort.

 

Bohnert stellte eingangs unmissverständlich klar: "Wir nehmen in unserer Einrichtung in Ettenheimmünster weder Pädophile noch sonstige Sexualstraftäter auf." Das, betonte Rahneberg, habe die Geschäftsleitung schon vor der Eröffnung 2014 ausgeschlossen, und dabei bleibe es auch. Man biete in Ettenheimmünster Pflegeplätze für psychisch kranke Menschen, speziell mit Suchthintergrund. Es würden auch künftig keine forensischen Patienten mit kriminellem Hintergrund aus geschlossenen Abteilungen aufgenommen.

Ortsvorsteherin Rita Ohnemus hatte schon zu diesem ersten Tagesordnungspunkt der Sitzung Nachfragen auch von Zuhörern zugelassen. Doch die waren – wie auch sämtliche Ortschaftsräte – nach den Erläuterungen der "Aczepta"-Vertreter offensichtlich beruhigt.

Zur Sorge, dass in Ettenheimmünster auch Sexualstraftäter untergebracht würden, hatte wohl auch beigetragen, dass "Aczepta" neuerdings Ausbaupläne verfolgt. Die legte Rahneberg mit "ganz taufrischen, ersten Plänen" offen auf den Tisch ("Ich hoffe, die Ettenheimer Stadtverwaltung ist nicht böse, dass ich das jetzt hier schon mache"). Es bestünde mehr Platzbedarf, doch schon rein baulich sei noch nichts klar.

Platz für weitere 20 Patienten

Man brauche zusätzliche Kapazitäten, besonders für Maßnahmen zur Wiedereingliederung, auch mit Gemeinschaftswohnräumen. Dafür sei angedacht, hinter dem U-förmigen ehemaligen Badhotel, von der Straße her nicht sichtbar, statt bisher kleiner Gebäude einen Doppeltrakt zu errichten, teils für Wohnzwecke für bis zu 20 weitere Patienten, teils für Werkstätten. Der Trakt solle keinen Kasernencharakter haben, sondern der bisherigen Architektur angeglichen werden.

Doch nun fände, so Rahneberg, darüber erst einmal eine Vorabstimmung mit dem städtischen Bauamt statt, dann folgende konkretere Planungen würden selbstverständlich vorab zur Diskussion gestellt. Das nahmen sowohl Ortschaftsräte als auch Zuhörer wohlwollend zur Kenntnis, Ortsvorsteherin Ohnemus kommentierte abschließend: "Das ist schön so." Rahneberg dankte: "Wir sind ebenfalls sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit im Ort, daran halten wir fest." Und wenn es doch mal Beschwerden gäbe, wiederholte der Geschäftsführer, solle man sich getrost direkt an die "Aczepta "wenden. Das hat offenbar schon bisher – wie auch aus dem Zuhörerkreis zu vernehmen war – ganz gut geklappt.

  • Bewertung
    2