Ettenheim "Es ist des Lernens kein Ende"

Susanne Dippel-Mietz (links) ist die neue Leiterin der VHS-Außenstelle Ettenheim. Ihre Vorgängerin Heike Labusga wendet sich auf eigenen Wunsch neuen Aufgaben in der Stadtverwaltung zu. Foto: Krämer Foto: Lahrer Zeitung

Von Veit Krämer

Heike Labusga ist nach acht Jahren als Leiterin der VHS-Außenstelle Ettenheim feierlich verabschiedet worden. Sie ist ab sofort Flüchtlingskoordinatorin bei der Ettenheimer Stadtverwaltung. Ihre Nachfolge hat Susanne Dippel-Mietz angetreten.

Ettenheim. "Ich freue mich sehr auf die Arbeit bei der VHS", ließ die neue Leiterin der Ettenheimer Außenstelle in ihrer Begrüßungsansprache am Montag wissen. Die gute Arbeit ihrer Vorgängerin möchte Dippel-Mietz fortsetzen. Gleichzeitig hoffe sie aber auch, dass sie "vielleicht den einen oder anderen neuen Akzent setzen kann, der dem Zeitgeist und den Bedürfnissen der Stadt entspricht".

Erste Erfahrungen im Bereich der Erwachsenenbildung habe sie nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft beim Aufbau von Bildungseinrichtungen in Thüringen gesammelt. "Das hat mir sehr gut gefallen", resümierte Dippel-Mietz im Bürgersaal.

Nun blickt die neue Leiterin freudig ihrer Aufgabe entgegen: "Es ist des Lernens kein Ende", habe einmal der Komponist Robert Schumann gesagt. "Das dürfte auch für die Arbeit der VHS gelten, die eine große Vielfalt für nahezu alle Lebensbereiche bietet, vom Beginn des Lebens bis ins hohe Alter", schwärmte Dippel-Mietz: "Die Jüngsten beginnen mit Babymassagen, dann gibt es Kurse für Kindergartenkinder, Inlineskating oder Nähen für Teenager – und dann geht es weiter mit dem breiten Programm von Kursen, Vorträgen, Wanderungen und vielem mehr für alle Altersklassen." Die Teilnehmer würden Antworten auf verschiedene Fragen bekommen, wie etwa: "Mein Garten schafft mich – wie schaffe ich meinen Garten?"

Auf die Arbeit der VHS treffe auch ein weiteres Zitat des amerikanischen Schriftstellers Alfred Mercier zu: "Was wir mit Freude lernen, vergessen wir nie." Schon in ihrer kurzen Dienstzeit, in der sie von ihrer Vorgängerin eingearbeitet wurde, habe sie gesehen, "dass die Dozenten eine ganze Menge Idealismus mitbringen. Dieser Funke springt auf die Teilnehmer über und lässt sie mit Freude lernen und nie vergessen." Dazu möchte Dippel-Mietz künftig beitragen – auch wenn sie weiß, dass sie kein einfaches Erbe antritt.

Das legen schon die Dankesworte nahe, die Carmen Wenkert, Leiterin der VHS Lahr, und Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz eingangs an Heike Labusga gerichtet hatten. "Eine solch engagierte Mitarbeiterin lässt man ungern ziehen", kommentierte Wenkert die "freundliche Übernahme", wie sie Labusgas Wechsel in die Stadtverwaltung augenzwinkernd bezeichnete. Natürlich könne sie aber deren Wunsch nach einer vollen Stelle nachvollziehen. Als Labusga die VHS Ettenheim im August 2008 von Klaus Schade übernommen habe, seien die Erwartungen groß gewesen. "Sie haben die Aufgabe mit Bravour gemeistert", lobte Wenkert. Stets habe Labusga ein abwechslungsreiches Programm geschaffen und sich besonders um die Weiterentwicklung des Ettenheimer Netzwerks Gesundheit verdient gemacht. Als Leiterin einer Außenstelle gehe es aber nicht nur darum, Themen zu finden und ein Gespür für Bedürfnisse vor Ort zu entwickeln: "Das Ganze muss gemanagt werden." Allein im Jahr 2015 habe es 206 Veranstaltungen mit 3215 Teilnehmern gegeben.

Sowohl Wenkert als auch Metz freuen sich, mit Susanne Dippel-Mietz jemanden gefunden zu haben, der diese Aufgabe übernimmt. Der Bürgermeister sieht Labusgas Abschied "mit einem lachenden und einem weinenden Auge", gewinnt er sie doch zugleich als Flüchtlingskoordinatorin.

Labusga empfindet den Wechsel ebenfalls mit gemischten Gefühlen: "Irgendwie fühlt es sich nicht wie ein Abschied an." Als Leiterin der Bibliothek werde sie weiterhin mit vielen bekannten Gesichtern zusammenarbeiten – und vielleicht auch endlich selbst Zeit haben, die Kurse der Dozenten zu besuchen.

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