Ettenheim Er hat die Stadt musikalisch nachhaltig geprägt

Kam als Jugendlicher nach Ettenheim und hat dort tiefe Spuren hinterlassen: Helmut Salomon. Foto: sl Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheim (ks). Zwei Wochen nach seinem 80. Geburtstag ist vergangene Woche Helmut Salomon gestorben. In Ettenheim, das für den 1938 in der Tschechoslowakei geborenen Salomon als Jugendlicher zur Heimat wurde, hat er mit seiner Frau Erika, geborene Stoel­cker, wertvolle musikalische Spuren hinterlassen.

Unvergessen sind zahlreiche Liederabende, bei denen er am Klavier seine Frau begleitete; ebenso die Orgelkonzerte in der Pfarrkirche zu Beginn dieses Jahrhunderts, für die Salomon dank seiner Beziehungen hochkarätige Organisten gewinnen konnte. Und schließlich wäre das Zustandekommen der Musikfreunde Ettenheim im Jahr 2007 mit ihren inzwischen hoch renommierten Konzerten ohne das gewaltige Engagement der Salomons nicht möglich gewesen. Bis zuletzt gehörten beide dem künstlerischen Beirat des Vereins an.

Salomons Kindheit verlief turbulent, war geprägt von Flucht aus der Tschechoslowakei (1945), später aus der damaligen DDR (1951). Gefahren und Entbehrungen, die Zeit in Flüchtlingslagern (unter anderem in Freiburg und Ettenheim) prägten den Heranwachsenden.

Als seine Mutter in Ettenheim an der damaligen Volksschule eine Anstellung fand, wurden die Salomons in der Stadt endgültig heimisch. Salomon besuchte das Gymnasium und schlug später mit einem Violin-Studium zielstrebig den Beruf des Musikers an: Zunächst im Schwäbischen Sinfonieorchester Reutlingen, 1973 am Staatstheater Wiesbaden waren seine musikalischen Fähigkeiten sehr geschätzt, ebenso sein Engagement in der Musikergewerkschaft.

Bis zu seinem Ruhestand machte ihm der Beruf sehr viel Freude. Neben der Geige gehörte das Klavier zu Salomons Lieblingsinstrumenten. Seine Fähigkeiten gab er auch an seine Kinder und Enkel weiter. Tochter Theresa gilt heute in New York als renommierte Geigerin, noch kurz vor seinem Tod gab er einem seiner Enkel Klavierunterricht.

Am morgigen Mittwoch findet ab 14 Uhr die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung in der Kirche St. Bartholomäus statt.

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