Altdorf "Abschied wird hoffentlich nachgeholt"

Freuen sich nach langer Zwangspause auf die Arbeit mit ihren neuen Mannschaften: Reiner Heitz (links), Trainer beim FSV Altdorf, und Danny Singrin, der seit dieser Saison beim Zeller FV unter Vertrag steht. Fotos: Heck/Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Ab Ende August soll der Ball in Südbaden wieder rollen – die Teams starten bald wieder mit dem Training. Und auch wenn einige Coaches bei neuen Vereinen anfangen, hoffen sie, dass die Abschiede bei ihren alten Clubs noch nachgeholt werden.

Der 1. Juli ist im Fußball so etwas wie der Nullpunkt einer Saison. An diesem Tag beginnt offiziell die neue Saison, ein paar Tage später beginnen die Clubs meist offiziell mit der Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Für wechselnde Trainer beginnt dann eine neue Zeit. Mit der neuen Mannschaft will man angreifen. Vorher jedoch hat man sich noch bei seinen ehemaligen Schützlingen verabschiedet – eigentlich. In diesem Jahr dürften die Abschiedszeremonien für scheidende Trainer und Spieler deutlich spärlicher ausgefallen sein als üblich.

Denn einen letzten Spieltag, an dem man Abgänge mit einem Präsent verabschieden kann, gab es bekanntlich nicht. Und auch Mannschaftsabende waren aufgrund der Corona-Pandemie tabu. "Es ist sehr schade, dass es keinen richtigen Abschied gab – hoffentlich kann man das noch nachholen", sagt etwa Danny Singrin. Er war zuletzt U19-Trainer beim SC Lahr und übernimmt nun den Bezirksligisten Zeller FV. Er hätte sich gerne richtig von seinen Jungs verabschiedet und den Verantwortlichen per Handschlag für das Vertrauen gedankt. Das blieb bisher aus.

Auch für Reiner Heitz, der vom SV Rust an die Seitenlinie des Landesligisten FSV Altdorf wechselt, waren die vergangenen fußballfreien Monate eine "außergewöhnliche Situation". Er habe sich teilweise "wie im falschen Film" gefühlt. Ähnlich wie bei Singrin fiel auch beim SV Rust ein offizieller Abschied bislang flach.

Zudem durfte Heitz in den vergangenen Zeit auch die Erfahrung machen, wie Vertragsgespräche ausschließlich virtuell ablaufen. "Es war schwieriger, alles unter Dach und Fach zu bringen", erzählt er. Am Ende aber hat es geklappt und Heitz lädt am 11. Juli zum Vorbereitungsstart bei seinem neuen Verein. "Dann schauen wir mal, wie fit die Jungs sind. Es hatten ja jetzt alle Spieler drei Monate Pause", sagt er.

Singrin ist da mit den Zellern schon einen Schritt weiter, das Training läuft bereits. Der offizielle Vorbereitungsstart ist für den 13. Juli vorgesehen. Der erste Eindruck sei "sehr gut" gewesen, sagt der Seelbacher, der in Zell erstmals allein bei einem Männerteam in der Verantwortung steht. Nervös sei er bei seinem ersten Training jedoch nicht gewesen. "Es war eher Vorfreude mit einer gewissen Anspannung – wie vor jedem Spiel auch", erzählt er. Die fußballfreie Zeit hat er genutzt, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Er habe Bücher zur Fortbildung gelesen, dazu "habe ich viele Gespräche mit Spielern und Verantwortlichen geführt". Jetzt aber freut er sich, dass es wieder losgehen kann.

Das sieht Reiner Heitz genauso. "Ich habe Fußball schon vermisst und bin froh, wenn’s wieder losgeht." Seine persönliche Fitness dürfte übrigens ganz ordentlich sein. "Ich bin viel Laufen gewesen", erzählt er. In den kommenden Wochen gilt es nun herauszufinden, ob seine neuen Spieler das ähnlich gemacht haben. Bei der genauen sportlichen Zielsetzung tut er sich daher noch ein bisschen schwer. Eines kann er aber schon vor dem Trainingsstart sagen: "Der Klassenerhalt hat Priorität." Viel wichtiger ist für ihn aber, dass "man wieder in den Alltag reinkommt". Dass man seit 1. Juli wieder frei trainieren kann, ist dafür sicherlich für alle Fußballer hilfreich.

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