Finanzielles Risiko zu hoch Weihnachtszirkus fällt aus

Marco Armbruster
Fans von Akrobatik & Co. müssen sich nun bis zum Winter 2022/23 gedulden: Dann will der Weihnachtszirkus Offenburg endlich sein 25-jähriges Bestehen feiern. (Archivfoto) Foto: Charles Knie

Corona: Charles Knie verschiebt Jubiläum erneut

Traurige Nachrichten für Fans von Artistik und Tiershows: Auch in diesem Jahr wird es keinen Offenburger Weihnachtszirkus geben. Die Corona-Situation sei unabwägbar, das finanzielle Risiko zu groß, teilen die Veranstalter am Dienstag mit.

Offenburg - Eigentlich wollte der Zirkusbetrieb Charles Knie schon 2020 das große Jubiläum feiern: 25 Jahre Offenburger Weihnachtszirkus. Das Programm stand bereits, die Vorfreude war groß – doch Corona machte allen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die Hoffnungen von Zirkusfans und Veranstaltern verlagerten sich dann auf die Wintersaison 2021/22, doch nun steht fest: Auch daraus wird nichts. Das teilte der Zirkusbetrieb Charles Knie am Dienstag mit: "Leider müssen wir den Offenburger Weihnachtszirkus aufgrund der Corona-Pandemie auch für den kommenden Winter absagen", erklärte Thorsten Brandstätter, Sprecher des Weihnachtszirkus.

Das Team um Direktor Sascha Melnjak habe lange mit sich gerungen. Immerhin besuchen laut eigenen Angaben jedes Jahr rund 40 000 Besucher das Offenburger Zirkusspektakel am Messeplatz – vor allem Familien mit Kindern. "Der Besuch soll Spaß machen, unbeschwert sein und ohne Einschränkungen stattfinden können", erläutert Brandstetter – unter Corona-Bedingungen sei das nicht möglich. Vor allem die finanziellen Risiken seien riesig. Brandstätter spricht von einem "Drahtseilakt".

Zu unabsehbar sei die Entwicklung der Pandemie im bevorstehenden Winter. "Niemand kann derzeit sagen, welche Verordnung dann gilt und welche Auflagen es gegebenenfalls zusätzlich geben wird." Den Weihnachtszirkus zu veranstalten, wäre daher mit erheblichen Risiken verbunden. "Wenn wir unser Zelt nicht komplett füllen können, würden wir schon ins Minus rutschen – diese Gefahr ist uns zu groß", konstatiert Brandstätter gegenüber unserer Zeitung. Dürfte nur ein Drittel oder gar die Hälfte der rund 1400 Plätze im Zelt besetzt werden, könnte sich das schnell zum finanziellen Fiasko entwickeln.

Die erneute Absage sei sehr bitter, erklärt der Zirkussprecher. "Wir sind enttäuscht und traurig." Zuversichtlich, dass es 2021/22 klappen wird, hatte der Weihnachtszirkus bereits im Februar mit dem Vorverkauf begonnen (siehe Info). Nun setzt der Zirkusbetrieb Charles Knie die ganze Hoffnungen auf das kommende Jahr: Mitte März plant der Zirkus das Winterquartier im niedersächsischen Einbeck zu verlassen, so Brandstätter. Dort habe der Charles Knie aus der Not eine Tugend gemacht: Aus der zwangsweisen Sesshaftigkeit habe man einen Tierpark und ein Zirkusland auf die Beine gestellt. Der Traditionsbetrieb sei so und mit den staatlichen Hilfen glimpflich durch die Krise gekommen. Nun geht der Blick aber nach vorne: "Im August und September sind wir zwischen Karlsruhe und der Schweizer Grenze unterwegs." Darauf freue er sich bereits, denn in Baden-Württemberg und speziell im Schwarzwald fühle man sich besonders willkommen.

Bezüglich des Offenburger Weihnachtszirkus 2022/23 zeigt er sich zuversichtlich – dann solle auch endlich die große Geburtstagsfeier nachgeholt werden. "Zum Jubiläum werden wir noch eine Schippe drauflegen", verspricht der Zirkus-Sprecher.

Die Käufer von Eintrittskarten können diese entweder behalten und für die kommende Spielzeit 2022/2023 verwenden. Sie können auch später in Tickets für die neue Spielzeit umgetauscht oder ausgezahlt werden. "Alle Personen, die Karten über den Onlineshop d unserer Webseite erworben haben, werden von uns kontaktiert", versichert Sprecher Thorsten Brandstätter. Wer über die Webseite des Anbieters Reservix Eintrittskarten online erworben habe, solle sich zur Erstattung des Kaufpreises an Reservix selbst wenden. Hat jemand in einer örtlichen Vorverkaufsstelle Karten erworben, könne die selbe VVK-Stelle auch den Rückkauf abwickeln, informiert Brandstätter.

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