Lahr Seilbahn: Lahrer Nabu übt scharfe Kritik an Plänen des Europa-Parks

Die Gondeln der Seilbahn sollen geschlossen sein und über den Rhein führen. Foto: Symbolfoto: Archiv

Lahr (red/web) - Der Nabu Lahr hat die Idee des Europa-Parks, eine Seilbahn von Rust ins Elsass zu bauen, scharf kritisiert. Vorsitzender Udo Baum sieht die Naturschutzgebiete links und rechts des Rheins in Gefahr.

Etwa 3,6 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland machen Naturschutzgebiete aus, schreibt Baum in einer Pressemitteilung. "Wenigstens vor ihren Grenzen, sollte man meinen, machen Flächenfraß, Profitmaximierung und Artenvernichtung halt. Dem ist leider nicht so, wie der Vorstoß des Europa-Park-Betreibers, der Unternehmerfamilie Mack, deutlich zeigt." Die Seilbahn würde mitten durch zwei der wertvollsten und artenreichsten Gebiete links und rechts des Rheins führen. Für den Unternehmer bedeute das Projekt laut Nabu mittel- und langfristig mehr Profit. Zudem würde der Spaßgesellschaft eine weitere Attraktion hinzufügt. "Der Verlierer ist aber der Naturschutz."

Die negativen Auswirkungen von Seilen und Leitungen auf Zugvögel sind wohlbekannt, schreibt Baum. Dabei ist das Gebiet um Rhinau und Diebolsheim das zweitgrößte französische Überwinterungsgebiet für Wasservögel.

Wegen des hohen Besucherdrucks auf den Taubergießen wird laut Baum im Augenblick ein Besucherlenkungskonzept erarbeitet, um Ruhezonen für Arten zu ermöglichen. Denn die vertragen die ständigen Störungen durch "Naturliebhaber", die jetzt schon mangels Wissen und Verständnis vieles zerstören, nicht. "Eine Seilbahn verhält sich kontra-produktiv zu diesen Planungen."

Die Baumaßnahmen in einem Naturschutzgebiet sieht Baum sehr kritisch. Nach der Fertigstellung seien die ständigen Bewegungen der Kabinen in der geschlagenen Schneise und die Verlärmung der Strecke einem Schutzgebiet sehr abträglich.

"Die erhoffte Reduktion des Autoverkehrs wird ebenfalls nicht eintreten, da die neue Attraktion und die weitere Ausweitung des Parks, auch wenn sie jetzt noch bestritten wird, noch mehr Besucher anlockt, die mit dem Auto anreisen."

Für einen Normalbürger wäre ein solches Vorhaben von vornherein chancenlos, schreibt Baum. "Es handelt sich aber um Herrn Mack, der mit Arbeitsplätzen und Euros winkt. Schon verneigen sich der Ministerpräsident, dem der Naturschutz ein Anliegen sein müsste, der französische Präsident, der Landrat des Ortenaukreises und der zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete." Kai-Achim Klare, Bürgermeister von Rust, hält Baum zugute, dass er wenigstens die Problematik für die Natur erkannt hat. Auch wenn er das Projekt trotzdem befürwortet.

Der Lahrer Nabu-Vorsitzende Baum fordert den Bundes- und Landesverband des Nabu auf, "alle verfügbaren rechtlichen Instrumente zu nutzen, um der geplanten Naturzerstörung einen Riegel vorzuschieben".

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