Historie

1794 beginnt der gelernte Buchbinder Johann Heinrich Geiger in Lahr zu drucken – ohne Ausbildung, ohne Genehmigung und mit Hilfe eines alten Setzkastens sowie  Lettern, die er günstig in Basel erstanden hatte. Zu den ersten Erzeugnissen des gebürtigen Karlsruhers aus einfachen Verhältnissen zählt das Lahrer Wochenblatt, der Vorläufer der Lahrer Zeitung. Diese Jahreszahl gilt als Geburtsstunde der Lahrer Zeitung.

1801 erscheint der erste Lahrer Hinkender Bote. 1850 verkaufen sich in ganz Baden bereits 70.000 Exemplare des Kalenders. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist eine Traumauflage von mehr als einer Million Exemplaren erreicht. Der Hinkende Bote wird auch heute noch publiziert.

1807 wird das Lahrer Wochenblatt schon zweimal wöchentlich produziert.

1854 steigt Moritz Schauenburg in Geigers Geschäft ein.

1869 da die Zeitung den Lahrern mittlerweile täglich Informationen liefert, muss ein neuer Name her. Aus dem Lahrer Wochenblatt wird die Lahrer Zeitung - ein »gut deutscher und zugleich stattlicher und ansehnlicher« Titel, wie man sich selbst rühmt.

1902 hält eine drucktechnische Revolution Einzug: Die angeschaffte Zeitungsrotationsmaschine kann in einer Stunde 12.000 achtseitige Zeitungen fertig zugeschnitten und gefalzt liefern und verzehnfacht damit die Leistung der alten Schnellpresse.

1934 erfindet der Heimatforscher Emil Baader den Altvater, eine Beilage, die sich mit der Lahrer Geschichte befasst. Diese erscheint bis Mitte der 1990er-Jahre und findet auch heute unter Historikern noch Beachtung.

1945 bis 1949 auch während der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert wird die Lahrer Zeitung ihrer Informationsaufgabe gerecht. Nach Kriegsende bekommt die Lahrer Zeitung von den Besatzungsmächten indes keine Lizenz und muss von 1945 bis 1949 pausieren.

1949 fallen die Schranken des Lizenzzwangs und die Lahrer Zeitung ersteht wieder auf. In der neuen ersten Ausgabe am 15. Oktober 1949 wenden sich Redaktion und Verlag an die Leserschaft: Die Lahrer Zeitung soll das »Heimatblatt für jedermann« sein.

1953 vermeldet die Lahrer Zeitung den Tod von Josef Stalin als Erster. Dafür sorgt eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Vereinbarung: Bleisatz-Metteur Otto Kalt, später Anzeigen- und Vertriebsleiter sowie Prokurist, steht stets bis 2 Uhr nachts auf Abruf bereit, um bei Bedarf noch redaktionelle Aktualisierungen vornehmen zu können.

1969 am 1. Januar schließt sich die Lahrer Zeitung mit anderen Verlegern der Region zur Mittelbadischen Presse zusammen. Die Blätter kommen auf eine Gesamtauflage von 100.000 Exemplaren.

1988 erscheint die Lahrer Zeitung zum ersten Mal im Buntdruck. Und es steht ein Umzug an. Aus dem historischen Druck- und Verlagsgebäude in der Kreuzstraße tragen die Redakteure ihre Schreibmaschinen ins ehemalige Hotel Krauss in der angrenzenden Schillerstraße.

1990 im Dezember wird aus der Lahrer Zeitung eine eigenständige GmbH, die pünktlich zu Jahresbeginn 1991 von der Gesellschafterin Moritz Schauenburg GmbH & Co. KG den Teilbetrieb Zeitungsverlag übernimmt.

1995 muss der Firmenverbund Schauenburg Konkurs anmelden. Durch ihren Status als GmbH ist die Lahrer Zeitung vom Strudel dieser finanziellen Schwierigkeiten nicht erfasst – sie kann weiter die Menschen in der südlichen Ortenau mit Informationen versorgen. Gedruckt wird jetzt allerdings nicht mehr in Lahr, sondern in Offenburg.

1996 zieht der Verlag wieder in die Kreuzstraße. Im Walpotenhaus wird seitdem recherchiert und in die Tasten gehauen. Auf drei Etagen verteilen sich außerdem die Geschäftsführung, der Anzeigenverkauf, der Vertrieb, das Marketing und die Geschäftsstelle.

2003 wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft in Oberndorf, die mit ihrem Verbreitungsgebiet östlich an die Lahrer Zeitung angrenzt, kauft die Lahrer Zeitung zum 1. Januar auf. Außerdem geht die Tageszeitung Schwarzwälder Bote Kinzigtal mit Redaktionssitz in Haslach und Geschäftsstellen in Wolfach und Haslach an die Lahrer Zeitung GmbH über, um die Ortenauer Zeitungen unter einem Dach zu vereinen. In Villingen wird mit dem Druckzentrum Südwest eine der modernsten Druckereien Europas eröffnet, die Lahrer Zeitung wird auf das handlichere sogenannte Berliner Format umgestellt.

2008 führen die zur Südwestdeutschen Medien Holding GmbH (SWMH) in Stuttgart zählende Zeitungsgruppe Stuttgart und die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft ihre unternehmerischen Aktivitäten in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammen. Die Lahrer Zeitung GmbH gehört damit zu einer der bedeutendsten Mediengruppen Deutschlands.

2013 zum 1. Januar wechselt galerie:ortenau, die regionale Zeitschrift für Veranstaltungen und Freizeit mit großem Monatskalender, zum Verlag der Lahrer Zeitung.

2014 feiert die Lahrer Zeitung. Seit 220 Jahren ist man Garant für hochwertige und umfassende Berichterstattung aus der Region. Neben der zweiten Tageszeitungsausgabe Schwarzwälder Bote Kinzigtal veröffentlicht die Lahrer Zeitung GmbH auch wöchentliche, kostenlose Anzeigenblätter mit dem Titel Kurier und das monatliche Veranstaltungsmagazin galerie:ortenau.

2015 bekommt die Lahrer Zeitung ein Facelift verpasst. Das äußere Erscheinungsbild wird aufgefrischt. Die Lahrer Zeitung wird moderner, frischer und lesefreundlicher.

2016 im Verbund mit der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft wird wöchentlich der Schwarzwälder Kinderbote herausgegeben.