Zwischen 66 und 800 Euro Hundesteuer in Meißenheim wird 2022 erhöht

Wer sich in Meißenheim für einen Hund entscheidet, muss ab 2022 dafür jährlich 66 Euro Steuern zahlen. Foto: Schuh

Meißenheim - Hundehalter in Meißenheim müssen für ihren geliebten Vierbeiner ab 2022 mehr Steuern zahlen. Große Diskussionen gingen diesem Entschluss in der jüngsten Ratssitzung voran.

Insgesamt 354 Hunde, davon vier Kampfhunde sowie insgesamt fünf Zwinger sind derzeit in der Gemeinde Meißenheim gemeldet. Für die Besitzer wird es ab dem kommenden Jahr teuerer, die Vierbeiner bei sich zu halten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Erhöhung der Hundesteuer zum 1. Januar 2022 beschlossen – aber nicht, ohne Diskussionen unter den Räten.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Steuersätze für den ersten Hund von 60 auf 72 Euro und für den zweiten Hund von 120 auf 144 Euro zu erhöhen. Für den ersten Kampfhund oder gefährlichen Hund werden bisher 300 Euro pro Jahr fällig. Laut dem Vorschlag der Verwaltung sollte dies auf 360 Euro erhöht werden. Für den zweiten Kampfhund sollten dann 720 statt 600 Euro fällig sein. Für Zwinger mit bis zu fünf Hunden sollen statt bislang 120 dann 144 Euro bezahlt werden. Zum Nachweis der Anmeldung des Hundes sollten außerdem wieder Steuermarken ausgegeben werden. Diese müssten deutlich sichtbar beim Hund getragen werden.

Bereits in Vorgesprächen habe Ulrike Tress-Ritter (FW) darauf hingewiesen, dass sie den Steuersatz für den ersten Hund statt auf 72 Euro zu erhöhen nur auf 66 Euro erhöhen würde. Die bekräftigte sie in der jüngsten Sitzung erneut. Unterstützung erfuhr sie von Ratskollegin Jasmin Lehmann (Pro M + K). Außerdem stellte sie die Notwendigkeit der Hundesteuermarken in Frage, "dies bedeutet wieder einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand", war sie sich sicher.

"Wir sind nicht nur eine pferdefreundliche sondern auch eine kampfhundefreundliche Gemeinde", sagte Sven Kirner (FL). Für ihn sei es in Ordnung, dass der Steuersatz des ersten Hundes auf nur 66 Euro erhöht wird, forderte aber gleichzeitig die Kampfhunde höher als vorgesehen zu besteuern: Für den ersten Kampfhund sollten laut Kirner 400 Euro und für den zweiten Kampfhund sogar 800 Euro fällig werden.

Dem Antrag von Kirner folgten die Meißenheimer Gemeinderäte letztlich mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Für die Einführung einer Hundesteuermarke stimmten die Gemeinderäte mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Somit werden ab dem 1. Januar 2022 für den ersten Hund 66 Euro, für den zweiten Hund 144 Euro, für den ersten Kampfhund 400 Euro und für den zweiten Kampfhund 800 Euro fällig. Für einen Zwinger in dem bis zu fünf Hunden gehalten werden können, werden 144 Euro pro Jahr fällig. Mit Beginn der Anmeldung wird eine Hundesteuermarke ausgegeben, die deutlich sichtbar getragen werden muss.

Hunde, die ausschließlich dem Schutz und der Hilfe blinder, tauber oder sonst hilfsbedürftiger Personen dienen, sind in der Gemeinde Meißenheim von der Steuer befreit. Dies gilt auch für Vierbeiner, die als Rettungshunde eingesetzt werden, für den Schutz der Zivilbevölkerung zur Verfügung stehen oder als Jagdhunde dienen. Für eine Steuerbefreiung müssen der Gemeinde die jeweiligen erforderlichen Nachweise vorgelegt werden.

  • Bewertung
    2