Zwei Vorbilder im Ehrenamt Mahlberg verleiht Bürgermedaillen

Michael Masson
Maresa von Türckheim-Böhl und Wolfgang Ohnemus sind mit der Mahlberger Bürgermedaille geehrt worden. Bürgermeister Dietmar Benz hatte für das ehrenamtliche Engagement der beiden nur lobende Worte übrig. Foto: Decoux-Kone

Mit einem Jahr coronabedingter Verspätung sind Maresa von Türckheim-Böhl und Wolfgang Ohnemus mit der Mahlberger Bürgermedaille ausgezeichnet worden. Beide haben sich vielfältig für die Stadt engagiert, lobte Bürgermeister Dietmar Benz.

Mahlberg. Seit 2006 sind bereits zehn Bürger für besondere Verdienste um die Stadt ausgezeichnet worden. Geehrt werden Leistungen auf kommunalem, politischem, wirtschaftlichem, sozialem, sportlichem oder kulturellen Gebiet. Aber auch Bürgersinn anderer Art, Aufwertung des Ansehens der Stadt oder große Verdienste um das Gemeinwohl gelten als mögliche Vergabekriterien. Maresa von Türckheim-Böhl und Wolfgang Ohnemus haben diese Ehrung beide mit großartigem, vorbildlichen, ehrenamtlichen Engagement in vielfältiger Weise verdient, schickte Bürgermeister Dietmar Benz seinen späteren Laudationen voraus.

Von Türckheim-Böhl öffnet das Schloss für die Öffentlichkeit

Maresa von Türckheim-Böhl war 1985 mit ihrer Familie ins Mahlberger Schloss gezogen. Schon zuvor hatte sie Pilgerfahrten nach Lourdes organisiert und zur Krankenbetreuung auch begleitet. Als neues Mitglied im katholischen Pfarrgemeinderat Mahlbergs wurde sie 1990 dort sogleich stellvertretende Vorsitzende. Von 2005 bis 2010 übernahm sie den Vorsitz. Zehn Jahre lang war sie auch Kinderbeauftragte der Mahlberger katholischen Kirchengemeinde und ist seit dieser Zeit bis heute auch Kommunionhelferin und besucht ältere, erkrankte Mitbürger der Stadt. Bis heute ist sie seit 20 Jahren Vorsitzende des Liturgieausschusses der Kirchengemeinde

Über ihr beispielhaftes soziales und caritatives Engagement hinaus habe von Türckheim-Böhl samt Familie die Tore des Schloss- und Burgareals immer wieder für Vereine und die Öffentlichkeit geöffnet, etwa für Konzerte des Musikvereins, Stadt- und Nachtwächterführungen oder die Volkshochschule. Vor allem auch zu den 800-Jahr-Feiern der Stadtgründung im Jahr 2018. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, Privates auch der Öffentlichkeit zu zeigen und Einblicke in einen Teil der Stadtgeschichte zu geben", sagte Benz.

Wolfgang Ohnemus kam 1988 mit seiner Familie nach Mahlberg. Schon im folgenden Jahr trat er dem Förderkreis des Oberrheinischen Tabakmuseums bei und wurde 1991 gleich dessen Vorsitzender. Dieses Amt hatte er mit einer beruflich bedingten Unterbrechung von zwölf Jahren erst dieses Jahr an einen Nachfolger übergeben. Seitdem ist er Ehrenvorsitzender des Förderkreises.

Ohnemus organisiert zahlreiche Veranstaltungen

In seine Amtszeiten fielen die Eröffnung des Tabakmuseums und die jährliche Fortführung des ersten Museumsfestes. Stets reihte sich Ohnemus in die große Zahl der ehrenamtlichen Helfer ein, ob bei Sonntagsdiensten, Museumsführungen, der Tabakernte des Schaubeetes oder Arbeitseinsätzen. Dazu kamen zahlreiche von Ohnemus organisierte Veranstaltungen im Museumscafé der Villa samt Teilnahmen am jährlichen Tag des Offenen Denkmals und am internationalen Museumstag.

Seit nunmehr 27 Jahren engagiert sich Ohnemus im städtischen Partnerschaftskomitee. Seitdem hat er unzählige Besuchsbegegnungen, so Benz, "in tragender und aktiver Rolle" begleitet, nicht zuletzt auch als privater Gastgeber für angereiste Freunde aus der Partnergemeinde.

Beide Geehrte betonten, dass sie voriges Jahr von der Bürgerehrung völlig überrascht gewesen seien. "Das haben andere Gemeindemitglieder mehr verdient", sagte von Türckheim-Böhl, freute sich aber freilich: "Wir wohnen nun seit 36 Jahren in Mahlberg, das ist mir zur Heimat geworden." Mittlerweile verstehe sie auch längst Badisch. Ohne ihre Familie hätte sie ihre Ehrenämter nicht ausführen können. Wolfgang Ohnemus dankte seiner Frau und wies darauf hin: "Wenn mir eine ordentliche Amtsführung einigermaßen gelungen ist, liegt das nur an unseren vielen aktiven Mitgliedern, Vorständen und Freunden des Förderkreises." Deshalb nehme er die Ehrung gerne stellvertretend für sie alle entgegen.

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